Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 19 (1855)
- Issue
- Heft 25 (18.6.1855)
- Date
- 1855-06-18
- Page
- Seite 317 (sequence 3)
- Language
- German
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317 6. Und macht sie Hüpfen wie Kälber, Lebsnon und Schirjon wie junge Büffel. 7. Des Ewigen Stimme sprüht Feuerflamme. 8. Des Ewigen Stimme macht beben die Wüste, Der Ewige beben die Wüste Kadesch. 9. DeS Ewigen Stimme macht Hindinnen kreisen, und entblättert Wälder: In seinem Heiligthum spricht AlleS: Ehre! — 10. Der Ew'ge thronte bei der Fluth, Und es thront der Ewige immerdar. 11. Der Ewige giebt seinem Volke Macht, Der Ewige segnet sein Volk mit Frieden! — — Nichts hier von der ausgezeichneten Form dieses Lob» gesangs, welche Einheit, die im Lobgesanz so wirksam ist, mit Eintönigkeit vermeidender Abwechselung verschmolzen hat*). Alles athmct hier — Gott, Alles Ehre, Herrlichkeit, Macht, Liebe Gottes! Die Schrecken der Natur find nur Schrecken für den Menschen, für den kurzsichtigen Menschen, während Gott nur Frieden ist und mit Frieden segnet. Der Sänger verlegt daher die Feier über die irdische Sphäre, die überirdischen Wesen, die „Söhne Gottes" d-Vn die Engel (vgl. 87, 7. 103, 20.) erscheinen, um den Lobgesang Gottes anzustimmcn. Dieser enthält eine Feier der tief unten im Gewitter sich offenbarenden Macht Gottes. Das Gewitter zuerst im Westen über dem Meere, wo das Gewitter aufsteigt (V. 3.), von dort zieht es über dem Gebirge, Lcbanon und Antilebanon (fidonisch: Schirjon) herauf (V. 5.), über daS ganze Land südlich nach der Wüste (V. 8.) hin, namentlich der nächstgclegenen, furchtbaren Wüste Kadesch. So schallt der Donner zuerst über die gewaltig bewegten Wellen hin, dann steigend zersplittert er mit Sturm und Blitz die mächtigen Zedern, erschüttert die Berge, von denen abprallend er über das Land hinfährt, nach der sonst so schweigsamen Wüste, die, im Wirbelwind ihrer Sandhügel, aufzittcrt. So macht sich das Gewitter fühlbar an Thier und Wald. . . Und dennoch: bebet nicdt, zaget nicht — dieser Gott thronte ruhig bei jener Alles vernichtenden Fluth und beseitigte sie, er thront immerdar, und sein Endzweck für den Menschen ist nur — der Friede!... Da habt 3hr Natur, Gott, Mensch, Mackt, Schrecken, Liebe und Segen zusammen in ein großes Gemälde gemischt unk zu Einem gebracht, Alles eine Einheit, Alles ein Ganzes, Alles enrrärhselt. Alles in Harmonie auf¬ *) S. hierüber wie über den ganzen Psalm unfern Commcntar Bd. UI. S. 74. gelöst.... Gehet hin, und suchet, wo Ihr dergleichen noch einmal findet, im Alterthum und Neuzeit, bei allen Völkern, in allen Literaturen — dabei so original, so naturwüchsig, so wie von selbst — während sonst gemacht, gekünstelt.... Ja, der Donner ist „die Stimme Gottes", aber diese, ob ehrfurchtgebietend, spricht doch nur Liebe, und so war Donner um Sinai's Spitze, und „aus dem Wetter" sprach der Herr zu Jjob.... Aber eine Frage noch. So viele Unwetter find über Israel hingezogen — war cs immer ein schöner, erfrischender, neu belebender Morgen, der ihm auf solche Nacht aufstieg? oder fand und findet der Morgen einen „entblätterten Wald", eine verheerte Wüste?. Was Institut?ur Förderung der israelitischen Literatur. Aufforderung. Es soll für daS Institut eine neue Uebersetzung deS Jofephus, mit kurzen, erklärenden Anmerkungen versehen, hcrausgezcben werden; zuerst „der jüdische Krieg", und zwar für dieses Jahr zunächst die ersten drei Bücher, ungefähr 20 Druckbogen. Wir wissen, daß fich mehrere jüdische Gelehrte sprciell mit diesem Schriftsteller beschäftigt haben, und fordern hiermit solche, die diese Arbeit mir Lust übernehmen würden, auf, ein beliebiges Stück aus demselben baldmöglichst einzuscnden — etwa zwei Capitel — um dann das Nähere zu besprechen. — Gegenwärtig ist die Zahl der Theilnchmer 1700. Neuerdings haben fich noch als Agenten gemeldet: Herr Beer, winislre «Mciint in Oiwux <les louäs, Lehrer Kaufmann in Dortmund. Zeitungsnachrichten. Deutschland. Hannover, 6. Juni. lBrrvannitth.) Am 15. d. M. treten wiederum unsere Stände zusammen, die fich in die von dem deutschen Bunde decrennen Veränderungen unserer Verfassung wohl werden fügen müssen, wenn sie nicht Gefahr laufen wollen, .'äntkch aufgelöst zu werken. Recht sehr freuen würden wlr uns, wenn fich das Gerücht bestätigen sollte, nach weichem von einer Aenverung des §. 6. unserer Verfassung, welcher die Gleichberechtigung aller