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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1855-06-18 · Heft 25 (18.6.1855) · p. Seite 316

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
19 (1855)
Issue
Heft 25 (18.6.1855)
Date
1855-06-18
Page
Seite 316 (sequence 2)
Language
German
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316 solidarische Beziehung und Lebenskraft bethätigt werden, daß es der Gesammtheit großen Nutzen schaffen würde. Auch in der fernen, abgelegenen Farm muß es dem Juden bewußt sein, daß er nicht verlassen ist.... Wir übergcbeu dies dem amerikanischen praktischen Gemeinfinn, und bitten die drei amerikanischen Organe deS Judenchums, diesen Artikel befürwortend wiederzugeben. AuS den Bergen. H. Der Tag war schwül, drückend heiß, kleine schwarzgraue Wolkenflrcken hingen tief an dem hohen blauen Himmel. Diese werden Zusammentreffen, und dann bricht daS Ungewitter los. Gegen Abend war der ganze Horizont umzogen. Die Sonne ging blutroth unter. Während eS im Norden noch licht war, stand eS schwarzdunkel auf den Bergen in Ost, Süd und West. Jetzt erhob sich der Wind, der bald zum Sturm, endlich zum Orkan wurde. In Süden begann die Wolkenschlacht, Donner und Blitz. Fürwahr, ein Gewitter im Gebirge ist noch ein naturwüchsiges Phänomen, eine Scene voll Schrecken selbst für den Furchtlosen, voll Demüthigung selbst für den Zuversichtlichsten. Der Smrmwind stürzte sich wie ein losgelaffencr Riese auf den Wald, das Dorf, die Gärten; von der Höhe der Berge sprang er nieder, und üb» seine Kraft im nahen Forst wie im Spiel, daß man die Bäume krachen, die Stämme brechen hörte, als eine ftrrchtbare Melodie, zu der das Gerassel in den Wipfeln der Föhren, das Brausen in dem Gezweige der Buchen die schreckliche Harmonie bildete. Dana suchte er durch die Schornsteine Eingang in daS wohlverwahrte HauS, und stihr heulend voll Ingrimms umher, da er ihm nichts anhaben konnte. Und nun in die Gärten, und da sich die zarten Obstdäume und schlanken Halme und Sträucher tief vor ihm beugten, daß er sie nicht zu brechen vermochte, so faßte und zersauste er sie, daß der Blüthenschmuck wie ein Regen umhersprühte und den ganzen Boden bedeckte. Jetzt öffnete daS Gewölk seinen Schooß und herniederrauschte es in schweren Tropfen, daß die Luft zitterte und der Boden klatschte. Unterdeß war die Gewitterschlacht im Innern des Gebirges vor sich gegangen; langsam rückten die kämpfenden Reihen näher — als sie ganz nahe am „Burgberge" waren, da trennten sie sich in zwei Heerhaufen, der eine zog westwärts, um ringS um den stark magnetischen „Elfenstein" seine ganze Stteitmacht zu entfalten, und der andre ostwärts in die Ebene hinein nach der Heimath zu. Ich stand zwischen zwei Fenstern, und konnte beide beobachten. DaS Gewitter rechts, um den „Elfenstein", hatte seine ganze Kraft concenttirt, eS schleuderte ganze Feuerklumpen, die auS dem schwanen Gewölk fast senkrecht auf die Erde fielen, da stand die ganze Gegend in lichtlohem Glanze und selbst die Brüstung meines Fensters erglühete hochroth. Das Gewitter in der Ebene dehnte sich weithin, und da zuckten die Blitze in Kreuz und Quer schwefelgelb, unaufhörlich, und die Wolken selbst färbten sich davon. Dazu nun rechts und links der rollende, bald steigende, bald fallende Donner, daß die Fenster klirrten und daS Gebälk erzitterte, und dieser dann in drei«, vierfachem Wiederhall in daS Radauer, kalte und Riefenthal hinein — majestätisch, voll Schrecken, daß das Herz klopfte unter seiner Hülle, selbst im ruhigen, gottverttauenden Manne.... So schwankte, raste, tobte eS über eine Stunde. Wenige Tage darauf las man in den Zeitungen davon. Von Wiesbaden bis hinter Berlin hatte man eS verspürt; in Magdeburg als einen ftlrchtbaren Orkan, der zu Lande und zu Wasser großen Schaden gethan. Aber hier — als das gestärkte Auge am Morgen ausschlug, und den jungen Morgen begrüßte — es war Alles so licht, klar, ftisch. wie am ersten Schöpfungsmorzen. Die Luft balsamisch, die Pflanzenwelt so neu erftischt, Millionen Dlüthen geöffnet, Thauperlen funkelnd an jedem Hälmchen. „Auf, ihr Schläfer!" tönt’ es durch das Haus, „zum Morgengebet im Walde.' zum Morgenjubel auf der Höhe!"... es war ein selten erlebter Hochgenuß.... Meine Leser werden diese Schilderung nicht ganz ohne Interesse gelesen haben — aber es ist eben eine moderne Schilderung. Auch unsere heilige Schrift kennet die Herrlichkeit des Gewitters — aber wie ganz anders schildert sie es! Da ist der vortreffliche Psalm 29. Gesang David'S. 1. Gebet dem Ewigen, Gottes Söhne, Gebet dem Ewigen Ehre und Macht. 2. Gebet dem Ewigen seines NamenS Ehre, Huldigt dem Ew'gen in heiligem Schmuck. 3. Des Ewigen Stimme über den Wassern, Der Gott der Ehren donnert. Der Ewige über gewaltigen Wassern. 4. Des Ewigen Stimme mit Kraft, Des Ewigen Stimme mit Pracht. 5. DeS Ewigen Stimme zerschmettert Zedern, Der Ew'ge zerschmettett die Zedern Lebänon's,

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