Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 19 (1855)
- Issue
- Heft 23 (4.6.1855)
- Date
- 1855-06-04
- Page
- Seite 301 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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301 der Verfasser des Sisthe Jefchenim u. A. m., a^ber vergebens. Der Hang zu diesen dialektischen Spielereien war mächtiger, als die Stimme der Wahrheit, der auch durch die Richtung der Zeit und durch die traurigen Verhältnisse der Juden, welche der Wissenschaft abhold waren, begünstigt wurde. — Der Aboth-Commentar des Melri zeichnet sich besonders durch eine chronologische Einleitung, die bis zum Jahre 1300 reicht, sehr vortheilhaft auS. Die maimonidische Einleitung zur Mischna stndet darin eine treffliche Berichtigung und Erweiterung. Ich bedaure sehr, das Werk nur kurze Zeit in der Hand gehabt zu haben, um aus der gelehrten Einleitung und Biographie des Melri von Herrn Stern Auszüge mittheilen zu können. Jedenfalls ist eS wünfchenswerth, daß Talmudisten, die sich mit Herausgabe talmudischer Werke beschäftigen, auf die Commentare des Melri, die meist selten find, ihr Augenmerk richten möchten. S. Sehem Ha-Gedolim, eäit. Benjakob 128. Würdig reihet fich der Arbeit des Herrn Stern die sehr lehrreiche Biographie des R. Serachia ha -Lebi (bekannt unter dem Namen Baal Hamoor) von Jakob Reifmann, Prag, an. R. Serachia ha-Levi gehört wie Melri zu den ausgezeichnetsten Talmudisten und besonders ist Ersterer als schonungsloser Kritiker der Werke seiner Vorgänger, des R. Jizchak Alfafi berühmt. Die Biographie des Herrn Reiftnann ist mit vielem Fleiße gearbeitet und zeugt von der ungemeinen Belesenheit des Verfassers. Herr Reifmann ist zu solchen Arbeiten befähigt und hat auch in der hebräischen Zeitschrift Zion treffliche kritische Aufsätze geliefert; es wäre zu wünschen, daß er mehre solche Biographien talmudischer Herren, z. B. des Na chm a nid es, des Antagonisten, des R. Serachia, veröffentlichen möchte. — Zum Schluffe wollen wir noch eines trefflichen poetischen Merkchens eines jungen talentvollen hebräischen Dichters aus Ungarn, der gegenwärtig in Berlin Theologie studirt, gedenken. DaS schön ausgestattete Schriftchcn führt den Titel: -ri222 ■jrsin, von I. I. Unger, Frankfurt a. M. bei I. Kaustnann, 1854, und ist Herrn W. C. von Rothschild gewidmet. Herr Unger, ein Mitarbeiter der hebräischen Zeitschrift: Kochbe Jizchak, hat hier feine poetischen Produkte, worunter ein kleines Drama, gesammelt und mit einigen witzigen Epigrammen und lyrischen Gedichten vermehrt, die sehr beifällig ausgenommen wurden und des Beifalls würdig find. D. Oppenheim. Anzeigen. Die Stelle eines Cantors in unserer Synagoge, verbunden mit einem jährlichen Einkommen von circa 300 Thlrn., ist vacant. — Hierauf Reflectirende, wo möglich unverheirathcte Männer, welche Zeugnisse über ihren sittlich-religiösen Charakter, wie über ibre musikalische Ausbildung und die Fähigkeit, einen Chor zu leiten, bcizubringen im Stanve find, werden aufgefordert, dieselben an Unterzeichneten baldigst ftankirt einzusendcn oder fich persönlich zu melden. — Für Probeleistungen werden Reisekosten nicht vergütigt. Der Vorstand der Synagoge zum Seilerhof in Breslau, z. H. des Di*. Lobethal, Ohlauerstraße Nr. 43. Israelitischer Fehrer gesucht. Die Lehrerstelle an der hiesigen israelitischen Schule, welche mit einem Gehalte von 250 Thlrn. verbunden ist, wird am 1. Juli vacant. Oualificirte Aspiranten werden ersucht, fich unter Einsendung ihrer Zeugnisse in ftankirten Briefen an uns zu wenden. Mülheim a. d. Ruhr, 20. Mai 1855. Der Vorstand der Synagogen-Gemeinde. Gust. Hanau. Jgg" Am 1. Septbr. d. I. ist die Stelle als Lehrer und Cantor in hiesiger Gemeinde erledigt und soll alsdann anderweitig besetzt werden. Der jährliche Gehalt ist, nebst fteier Wohnung und Heizung, 200 Thlr. Reflectirende wollen sich in portofteien Briefen an Unterzeichneten Vorstand wenden. Dülmen (Westphalen), 27. Mai 1855. S. Heymann. L. Leefer. In hiesiger Gemeinde, in welcher ein rcformirter Gottesdienst eingeführt werden soll, wird zum Anfang des Jahres 1857 die Rabbinerstclle vacant. Das jährliche Gehalt beträgt Thalcr 1500 Rcichsgeld (circa 560 Thlr. Pr. Crt.); doch find damit Nebcneinkünfte verbunden, wodurch die ganze Einnahme zu ungefähr 1000 Thlr. Pr. Crt. anzuschlagen ist. Q-ualificirte Bewerber, die nicht ein zu hohes Alter erreicht haben, um fich die schwedische Sprache aneignen zu können, da die Kanzelvorträge in dieser Sprache gehalten werden, belieben fich bei dem Unterzeichneten Vorstande baldmöglichst zu melden. Gothen bürg, im April 1855. Ed. Magnus. Martin Levisfon. L. Benecke. An der Schule der hiesigen israelitischen Gemeinde ist ein Lehrer-Posten zu besetzen. Qualificirte geprüfte Lehrer, die erfahrene Pädagogen und besonders tüchtig in der hebräischen Sprache, erforderlichen Falls auch die erste Lehrerstelle an der Anstalt zu übernehmen geneigt find, wollen fich in portofteien Briefen bei unterzeichne-