Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 19 (1855)
- Issue
- Heft 19 (7.5.1855)
- Date
- 1855-05-07
- Page
- Seite 245 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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245 Vernehmen nach durch den König von Hannover selbst) den Auftrag, zu der Geburtsfeier der Königin von Hannover eine Art Festspiel zu dichten, welches vor dem versammelten Hose dargestellt werden sollte. Der Dichter hat sich seines ehrenvollen Auftrages in so befriedigender Weise entledigt, daß seine Dichtung von den höchst gewählten, zu der Feier geladenen Zuschauern nicht nur mit dem größten Beifall ausgenommen wurde, sondern daß der König sich dieselbe bereits mehrere Male hat vorlefen lassen. In glänzender Anerkennung seiner poetischen Verdienste hat man dem Dichter von Ihren Majestäten dem Könige und der Königin mit den schmeichelhaftesten Ausdrücken des DankeS eine kostbare Brillantnadel zum Andenken überreichen lassen. Preußen. Cleve, 22. April. (Privatmitth.) Der hiesige Zahnarzt Lehmann Joseph Son feierte heute sein fünfzigjähriges Jubiläum als Zahnarzt; außer den vielen Beweisen der innigen Theilnahme seiner vielen Bekannten und Freunde wurde ihm die für einen Israeliten gewiß seltene Ehre zu Theil, von Sr. Majestät in Anerkennung seiner Verdienste um die Zahnarzneikunde mit dem rochen Adlerorden vierter Claffe decorirt zu werden. Schmirgel, 15. April. (Privatmitth.) Aus weiter Ferne kam zu uns vor einigen Tagen erst durch Freundes Hand die Kunde, daß der Rabb. Feldblum am 15. h. seine silberne Hochzeit feiern werde. Wie ein Mann fühlte Jeder die süße Pflicht, die sich darbietende freudige Gelegenheit würdig zu benutzen, um dem Verdienste die gebührende Krone aufzusetzen, und — der gute Wille, gepaart mit vereinten Kräften, können, wie die Elektricität, Wunderwerke erzeugen. So war es möglich, innerhalb drei Tagen Vieles zu schaffen und zu veranstalten. Heute um '/* 10 Uhr Vormittags war das hiesige jüdische Schullocal von den jungen Damen mit einer Prachtlaube, Kränzen u. s. w. geschmackvoll ausgeschmückt, von Corporations-Mitgliedern (Herren und Damen) in bester Ordnung gefüllt. Auf ein gegebenes Zeichen wurde das Jubelpaar von einigen Repräsentanten abgeholt, und beim Eintritt desselben vom Chor mit einem o-di-q begrüßt und auf den Ehrenplatz geführt. Der Corporationö-Vorstand Herr Jacob Hamburger hielt hierauf an dasselbe eine mit Bezug auf die gewissenhafte und zur vollkommenen Zufriedenheit der ganzen Gemeinde innegehaltene Amtsführung deS geehrten Jubilars ergreifende, der Feierlichkeit angemessene Anrede, worauf einige Lieder vom Chor abgesungen wurden. Eine junge Dame setzte dann, ein passendes Gedicht in gemessener Rede vortragend, der verehrten Braut den Silberkranz auf und ein junger Herr schmückte, mit einer kleinen Anrede begleitend, die Brust des Jubilars mit einer Silberrose. Ein vom Student Herrn I. Priebatsch vorgerragenes Festgedicht war erbaulich und diesem Acte würdig angereihet. Der Herr Jubilar, tief ergriffen von so vielen Beweisen der ungeheucheltsten Liebe und Hochachtung, improvifirre hierauf mit thränenden Augen eine kurze, aber kräftige und inhaltreiche, allen Anwesenden Thränen entlockende Rede. Ein Lied: „Zum Schluß noch einmal" beschloß die Feier und werlhvolle Geschenke gaben dann den thätigen Beweis der aufrichtigsten Liebe. Die ganze Feier machte einen unauslöschlichen, durch Worte nicht Wiederzugebenden Eindruck auf das Gemüth aller Anwesenden und Jeder schied vollkommen befriedigt, die besten Wünsche für das Jubelpaar gen Himmel sendend. So war die Stimmung der ganzen Gemeinde, und diese ist eine wohlverdiente. So befleißigte der geehrte Jubilar nicht nur sich selbst eines tadellosen und löblichen Lebenswandels, sondern arbeitete in dem ihm anvertrauten Garten mit emsiger Seele, jätete das Unkraut des Aberglaubens und der Mißbräuche auS, pflegte und kräftigte die jungen Sprößlinge mit himmlischer Kost, spornte zur Wohlthätigkeit an und tröstete die Bekümmerten. Gottes Stimme ertheilt ihm heute dafür durch das ungetheilte Urtheil einer ganzen ihm anvertrauten Gemeinde unausbleiblichen Segen! Danzig, 25. April. (Eingesandt.) Am 18. d. M. wurde uns das Glück zu Theil, ein seltenes Fest in unserer Gemeinde zu feiern. Am 1. Jjor wurde eS 25 Jahre, daß der Kaufmann Herr Jtzig Goldstein zum ersten Vorsteher der hiesigen israelitischen Gemeinde zu Mattenbuden gewählt wurde, welches Eh- 19