Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 19 (1855)
- Issue
- Heft 17 (23.4.1855)
- Date
- 1855-04-23
- Page
- Seite 215 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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215 Zeitungsnachrichten. Palästina. Magdeburg, 17. April. Wie wir schon in voriger Nummer bemerkten, erhielten wir vor Kurzem die Originalquittungen über unsre letzte Geldsendung nach Jerusalem. Sie find nach den Gemeinden der Portugiesen, Aschkenafim, Warschauer und Deutschen geordnet, und jeder Einzelne hat über das empfangene Geld guittirt, eben so find sür mm mbon die betreffenden Quittungen ausgestellt und eingesandt. Wir sind daran, abermals eine Geldsendung zu übermachen, worüber wir in einer der nächsten Nummern berichten werden, um dann ehestens eine Generalbilanz über das verflossene Jahr zu geben. Die Redaction. Deutschland. Frankfurt am Main, im April. (Privatmitth.) Der kürzlich verstorbene C. M. von Rothschild hat der Schule des Rabb. Hirsch 60,000 Fl. vermacht. Worms, im März. (Privatmitth.) Dem diesjährigen Gymnafialprogramme entnehmen wir folgende Notizen: Es besuchen die Anstalt 177 Schüler, darunter 46 israelitischer, 36 katholischer, 82 evangelischer und 13 anderer christlicher Confessionen; über den jüdischen Religionsunterricht lautet der Passus: Israelitische Religionslehre (Lewysohn) wurde in eben so vielen Sektionen unterrichtet: untere Section: Die Lehre von Gott (wiederholt) nach dem Württembergischen Lehrbuch der israelitischen Religion von §. 48—114; in der biblischen Geschichte: Die Richter und die Könige bis zur Theilung des jüdischen Reiche« nach Flehinger; mittlere Section: Die Lehre über göttliche Vorsehung, menschliche Bestimmung und die Sünde von §. 111 —185; biblische Geschichte: daS Königthum; obere Section: Lcctüre aus dem Religionsbuch von Schütz, S. I—66, abwechselnd mit der Lectüre aus der Ethik Pirke Aboth, Geschichte des Königthums nach Jost. — In einem Städtchen hier zu Lande hat am Hellen Mittag auf offener Straße ein Wahnsinniger einen Israeliten mit einer Art getödtet; er versetzte ihm einige Hiebe auf den Kopf, so daß der Unglückliche auf der Stelle den Geist aufgab. Worms, im März. (Privatmitth.) Indem ich den Lesern dieses Blattes mittheile, daß ich die Nachsuchungen auf dem hiesigen Friedhofe von Neuem begonnen und bereits 20 höchst interessante Epitaphien ausgenommen habe, will ich für heule nachstehende Grabschrift an dieser Stelle geben, deren Bedeutsamkeit der Leser nicht verkennen wird. Sie ist von dem Steine beS in der Liturgie nach deutschem NituS berühmten Rabbi Menachem b. Jacob a. d. Jahre 1203 und lautet: nopin -ms tr’ p-3: rrrrn: nomn m n*22 nss noonn m« 2p:n n -p nr:72 -cmn n 721 «72 non o-,n s:n wm rrn n:«22i 20 -.12^2 n72'i?cn tce: -,->-«2 a znzb aopnn non: oru .cp-ns z? Die defecte Stelle werde ich bei intensiverm Sonnenlicht noch aufnehmend ergänzen. Unter den übrigen Epitaphien befindet sich das eines Josef b. Kalo n im os, von dem gesagt wird: moV’no *92 nm 0772-nn, und zwei Grabschriften von Märtyrern. Dr. L. Lewysohn. Preußen. Magdeburg, 17. April. (Erklärung.) Wie uns ein Freund mittheilt, enthält der wieder erstandene „ZionSwächter" — wir selbst haben dies Blatt noch nie gesehen — einen denunciatorischen Artikel gegen uns, um uns politisch zu verdächtigen. Bekanntlich find diese Leute in diesem Genre höchst gewandt, und haben diese Kunst eben gegen einen orthodor genügenden jungen Rabbiner angewendet, um dem Redacteur jenes Blattes, 0r. Enoch, die Stelle zuzuwenden, zu der jener berufen war. Es wäre unS ein Leichtes, diese Leute injuriarum zu belangen, aber die tägliche Beeiferung 022 bbn zu machen, überlassen wir Denen, die davon leben. WaS die Materie selbst betrifft, so werden wir binnen Kur, zcm einen glänzenden Beweis liefern, daß eS eine reine Lüge ist, was allen Denen nicht auffällig sein wird, welche wissen, daß diese gleißnerischen Menschen das «2 vor npcn längst auS ihrem Pentateuch gestrichen haben*). — Dr. PH. *) Wir machen hierbei auf den Absatz aufmerksam, welchen Zunz in seinem neuesten Werke (Die synagogale