Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 19 (1855)
- Issue
- Heft 15 (9.4.1855)
- Date
- 1855-04-09
- Page
- Seite 189 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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189 Niederösterreich. 95. Oberösterreich. l. Tyrol und Vorarlberg ... 4. Küstenland. 16. Dalmatien. 5. Böhmen. 370. Mähren.145. Schlesien. 40. Galizien, Krakau und Bukowina 311. In Ungarn. 672. Serb. Wojwodschaft und temescher Banat. 52. Kroatien und Slavonien ... 9. Militairgrenze. 2. Siebenbürgen. 5. Lombardei. 51. Venedig. 75. Zusammen: 1853. Die Zahl der jüdischen Realschüler war in dem erwähnten Schuljahre in Niederösterreich. 59. Oberösterreich. 4. Tyrol und Vorarlberg.... I. Böhmen. 89. Mähren.140. Schlesien. 24. Galizien, Krakau und Bukowina 56. Ungarn. 79. Serb. Wojwodschaft und temescher Banat. 10. Lombardei. 4. Zusammen: 466. Im Küstenlande und Dalmatien giebt es keine Realschulen. DaS Verhältniß der Anzahl der Gymnasialschüler zu der Anzahl der Gesammtbevölkerung war bei den Römisch-Katholischen 1: 713, bei den Griechisch - Katholischen 1: 1692, bei den Griechisch - Nicht - Unirten 1: 2497, bei den Evangelischen augSb. Bek. 1: 498, bei den Evangelischen helv. Bek. 1: 862, bei den Juden 1: 393. Ihre Correspondenten in den österreichischen Universitätsstädten würden ohne Zweifel etwas Verdienstliches thun, wenn sie die Zahl der jüdischen Akademiker, so wie der Besucher der polytechnischen Institute mittheilen würden. Wenn irgendwo, so zeigt sich der Umschwung des jüdischen Geisteslebens auf eine augenfällige Weise. Ich begnüge mich, zu obiger Mittheilung folgende Bemerkungen und Ergänzungen hinzufügen: 1) Betrachtet man die relative Frequenz der höhern Lehranstalten in den verschiedenen Theilen der Monarchie, so nimmt man daS günstigste Verhältniß in Niederöfterreich wahr, daS ungünstigste in Galizien, Krakau und der Bukowina. Jenes erklärt sich durch den bildenden und günstigen Einfluß, welchen die Residenz auf ihre Einwohner auSübt. 2) In Ungarn vercheilen sich die Gymnasialschüler nach den verschiedenen Verwaltungsgebieten auf folgende Weise: ES waren im Preßburger Districte 103 Gymnasiasten, Oedenburger - 130 - Pest-Ofener - 269 - Kaschauer - 118 - Großwardeiner - 52 - Hier tritt dem Beobachter im Pest-Ofener Districte das günstigste Verhältniß entgegen. 3) Realschüler gab eS im Preßburger Districte 70, Oedenburger - 1, Pest-Ofener - 8. Im Kaschauer und Großwardeiner Districte giebt eS keine Realschulen. Die geringe Zahl der jüdischen Realschüler im Pest-Ofener Districte erklärt sich durch die bessere Beschaffenheit der jüdischen Gemeindeschulen in diesem Verwaltungsgebiete. 4) DaS kleine Mähren liefert zu dem Contingente der Realschüler fast den dritten Theil. Hier tritt also die Vorliebe für die Realien am deutlichsten hervor. 5) Merkwürdig ist, daß in den mehrerwähnten Tabellen, denen ich meine heutigen Mittheilungen entnehme, zwischen den 1853 jüdischen Gymnafialschülern 322 als solche bezeichnet werden, deren Muttersprache die „jüdische" ist. ES ist aber schwer einzusehen, welche Wahrnehmung dieser Angabe zu Grunde liegt. Im Preßburger Districte find z. B. zwischen 103 Schülern zwei angeführt, deren Muttersprache die jüdische ist; im Pest-Ofener Districte zwischen 269 — 112. Bei unserer Einsicht in die Specialtabellen kann man sich des Gedankens nicht ent- 15