Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 19 (1855)
- Issue
- Heft 15 (9.4.1855)
- Date
- 1855-04-09
- Page
- Seite 188 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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188 w» ans von pan aibo und darin findet fich glücklicherweise ein Brief, dessen Anfang zu dem beabfichtigten Zwecke so geeignet ist, als hätte der Verfasser ihn eigenS für unfern Mann gemacht. Dies wird also als Einleitung zu dem erwähnten Briefe genommen und das Uebrige nach Art der alten Weiber auf jüdisch-deutsch hinzugefügt. — Unglücklicherweise hat der Verfasser den VerS *>pn •’rsa *■# •■ssan dort angewendet, und unser Herr Doctor, der auS Mangel -an Zeit sich mit der Sprache nicht befassen kann, schreibt •'ssnn, zu welchem Jrrthum ihn natürlich die Ähnlichkeit des n mit n in der Quadratschrift verleiten mochte. — Und dieser Gelehrte empfiehlt sich mit folgender Visitenkarte: „Rabbiner, Doctor N. N., Vorsteher einer Unterrichts- und Erziehungs-Anstalt."!! — Deshalb rufe ich Euch nochmals zu: Merket auf, Ihr Gemeinden Israels! Lasset Euch durch leeren Titel-Prunk nicht blenden, hinter welchem Hohlheit und Ignoranz sich verbergen. Nicht auf Gelehrsamkeit, auf Lehrfähigkeit der Bewerber achtet, vor allem aber, daß sie Schulmeister, d. h. Meister der Schule find. — Neuwied a. Rh., 11. März. (Privatmitth.) Im Regierungsbezirke Coblenz find zu einer Einführung des Gesetzes vom Juli 1847 noch gar keine Schritte Seitens der Regierung geschehen. Während in unserer Nachbarschaft (Regierungsbezirk Cöln) bereits die Repräsentanten und Vorsteher unter Leitung deS LandrathS gewählt und bestätigt wurden, und schon vielfach Statuten der Regierung vorliegen, ist in unserm Regierungsbezirk nirgends mit diesen Wahlen vorangeschritten. worden. Es circulirte nun dieser Tage hier eine an den Königl. Landrath zu richtende Petition, worin derselbe um seine Vermittelung zur schleunigen Einführung des erwähnten Gesetzes gebeten wird. ES giebt dieses einen Beweis, daß die Glieder hiesiger Gemeinde eS vorziehen, daS Gemeindewesen auf legalem Wege geordnet zu sehen, als wie bisheran in der Schwebe sich zu befinden. — Daß überhaupt ein reger Sinn für alles jüdische Interesse den jetzigen Vorstand der hiesigen Jsraelitengemeinde beherrsche, erweist sich auch aus dem Nachdrucke, mit welchem er die Einsammlung der rpwn n'LN» in der Gemeinde betreibt. Der Ertrag dieser Sammlung wird wohl Ihrer gütigen Vermittelung zugewandt werden. — So erfreulich eS nun auch ist, an hiesigem Platze einen für das Judenthum noch warmen Sinn und für alles jüdische Interesse noch glühende Herzen zu finden, wenigstens im Allgemeinen, so beklagenSwerth ist eS, ihn auf dem Lande dagegen fast gänzlich zu vermissen. Viele Ortschaften ermangeln gänzlich eines Lehrers und CantorS, und an andern scheint daS bekannte Wort: ,,7'empors mutsutur et nos mutsmur in illis" nicht Platz zu greifen. Denn wie vor Jahrhunderten fungirt ganz in der Nähe — horribile dictu, ein ehemaliger Schneidergeselle als Lehrer, und an einem andern Orte ein ähnliches Subject. Den widrigen Eindruck, den die letzte Mittheilung machen muß, will ich dadurch verwischen, daß ich kurz von unserm Nachbarstädtchen Linz a. Rh. berichte. Hier ist eine nicht sehr zahlreiche Gemeinde, aber thatkräftig und frisch. Dem rastlosen Streben deS leider jetzt Hingeschiedenen Vorstehers E. R. Mann ist eS zu verdanken, daß vor circa drei Jahren eine einfache, aber dennoch geschmackvolle Synagoge neu erbaut und der Gottesdienst ganz nach altem Ritus, aber würdevoll hergestellt wurde. Auch einen neuen Gottesacker hat diese Gemeinde erst ganz kürzlich errungen, und ruhen die irdischen Reste deS zu früh Heimgegangenen Vorstehers als erste Leiche auf demselben. Ein hier noch nie gesehener Zug der Honorationen der Stadt begleitete dessen Leiche hin zu dem neuen Gottesacker, wo Herr Ben Israel, Rabbiner auS Coblenz, zu Ehren des Verblichenen eine Grabrede hielt, und gleichzeitig die Degräbnißstätte einweihete. W. Oesterreichischer Kaiserstaat. Von der Donau, Anfangs März. (Privatmitth.) Als 12. Heft der Zeitschrift für die österreichischen Gymnasien, Jahrgang 1854, ist vor Kurzem versendet worden: „Statistische Uebersicht über die österreichischen Gymnasien und Realschulen am Schlüsse des Schuljahres 1853/54." Ich beeile mich. Ihnen aus diesen statistischen Tabellen diejenigen Data mitzutheilen, welche, wie ich wohl mit Recht voraussetze, für Sie von Interesse sein dürften. In dem erwähnten Schuljahre war nämlich die Zahl der jüdischen Gymnafialschüler in