Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 19 (1855)
- Issue
- Heft 15 (9.4.1855)
- Date
- 1855-04-09
- Page
- Seite 185 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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185 ->»an rmina mnantt ibsa 'rvpaa trsra trawran itpa-r •’av v» vip» baao rL« onaib jnpn ->b?a ni^riL^nn maann f'asvj« am •’a n*aa: .^nanao rtra Tiara öntjpabi Gleiches Lob wird ihnen wegen ihrer Tugend und ächten Frömmigkeit ertheilt. — Zn der Ausübung der religiösen Gebräuche sind sie äußerst streng; ihrem geistlichen Oberhaupte, Chacham genannt, begegnen sic stets mit größter Ehrerbietung und unterwerfen sich willig allen seinen Anordnungen. Sie führen ein mehr zurückgezogenes Leben und treten ungern mit Nicht-Karäern in Verbindung, wenn es geschäftliche Beziehungen nicht erfordern. Den Gottesdienst sollen sic in würdiger Weise abhalten; der Chacham predigt öfter und zwar in tarrarischer Sprache. — Außer in der Krimm, wo die meisten Karäer wohnen, finden fich im russischen Reiche sonst noch Gemeinden von ihnen, z. B. in Odessa, in Torok (dem Wohnorte des oben erwähnten Serach ben Nathan). Einige nicht unbedeutende Gemeinden haben sich schon früh im Orient gebildet, aus denen, z. B. zu Konstantinopel und Kairo, tüchtige und berühmt gewordene Schriftsteller hervorgegangen find. Zeitungsnachrichten. Deutschland. Worms, im März. (Privatmitth.) Unsere Gemeinde, die seit zwei Jahren mehrere der achtbarsten Mitglieder durch den Tod verloren, hat wiederum am 10. d. M. einen unersetzlichen Verlust erfahren, indem der Vorsteher Herr Clemens Goldschmidt nach kurzem Krankenlager an jenem Tage verschied. Herr Goldschmidt war ein Mann von hoher Bildung und besaß einen edlen, durch und durch gediegenen Charakter. Friede seiner Asche! — Referent erhielt in diesen Tagen die in Amsterdam 1851 gedruckte, höchst interessante Broschüre: ,,^ets oves de begraafplaatsen der nederlandsch - israelitische Gemeente te Amsterdam, en bijzonder over die te Muiderberg, met eene opgave van 20 Grafschriften, door S. J. Mulde r.“ Eine höchst werthvolle Sammlung von Epitaphien, regressiv bis zum Jahr 1673! Einige derselben find vorzüglich stylisirt und setzen durch ihre ungewöhnliche Länge in Erstaunen. Ich begnüge mich an dieser Stelle mit der gegenwärtigen kurzen Notiz. — Eine der literarischen Anfragen in Nr. 11. d. Bl. beantwortet Referent dahin, daß er schon früher im „Univers Israeli te" (IX. annee p. 369) den Herrn M. Haarbleicher, Secretair der deutsch-israelitischen Gemeinde zu Hamburg*), als den Verfasser des im „Juden" von Rießer vorkommenden GedichteS: „Hagbaha" bezeichnete. Worms, im März. (Privatmitth.) Schaab, der Verfasser der „Diplomatischen Geschichte der Juden in Mainz" ist vor Kurzem in einem Alter von 95 Jahren gestorben. — Am 29. d. M. hält Dr. Heß in Frankfurt a. M. sein Abschiedswort an die Schüler der israelitischen Realschule, der er 49 Jahre Vorstand, Dr. Stern aus Berlin tritt an diesem Tage das Rectorat dieser Schule an. — Regensburg, 22. Februar. Ein durch seinen edlen Wohlthätigkeitssinn bekannter hiesiger israelitischer Bürger, Herr D. K., hat es während der jüngsten Fastnachttage mit Bewilligung der Polizeibehörde unternommen, als Pilger maskirt in den verschiedenen Gasthäusern und in den größern Privatgesellschaften Beiträge für die hiesigen Armen zu sammeln, welche trotz der ungünstigen Zeitverhältnisse und des theilweise gesunkenen Wohlstandes doch die Summe von 77 fl. 40 kr. entziffert haben und gestern an den Armenpflegschastscath abgeliefert worden find. Diese schöne Sitte, in den Tagen allgemeiner Lustbarkeit auch der Armen zu gedenken, wurde schon vor mehr als 25 Jahren von diesem wackern Manne ins Leben gerufen, und nach mehrjähriger Unterbrechung im heurigen Jahre, in welchem die Noth der Armen wegen des strengen und anhaltenden Winters doppelt groß ist, wieder erneut, obwohl die große Kälte in den jüngsten Tagen und die verletzende Theilnahmlosigkeit mancher Gäste in den öffentlichen WirthSlocalitäten eben keine freundliche Einladung war zu einer solchen Handlung der reinsten Menschenliebe, deren Motive einzig und allein nur in dem wohlthätigen Sinne des biedern Sammlers gesucht werden müssen. Aus Kurhessen, im März. (Privatmitth.) Wenn geregelter Gottesdienst, gute Elementarschule Dinge sind, die sich von selbst verstehen und von denen daher auch gar nicht so viel Aufhebens zu machen wäre, so müssen wir dieselben dennoch, wo sie festen Fuß *) Unser verdienstvoller und geistreicher Hamburger Correspondent seit 19 Jahren.' Redact.