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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1855-04-09 · Heft 15 (9.4.1855) · p. Seite 184

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
19 (1855)
Issue
Heft 15 (9.4.1855)
Date
1855-04-09
Page
Seite 184 (sequence 4)
Language
German
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184 von allem Andern abgesehen, deutlich dagegen. Der Standpunkt der yQafxfxartig (D^Bö) ist hinsichtlich der Tradition, worauf eS hier doch vorzüglich ankommt, jedenfalls der der a-»®rnB. — WaS nun das Dogma der Karäer anbetrifft, so unterscheidet es sich im Wesentlichen nicht von dem des rabbinischen Judenthums. Sie haben zehn Glaubenssätze, (die sich eigentlich auf weniger reduciren ließen) in denen sie Alle übereinstimmen (nmmoa in« NB Q'wpn): 1) Die sichtbare Welt und Alles, was darin ist, ist geschaffen. 2) Mes hat einen Schöpfer, Nichts hat sich selbst geschaffen. 3) Der Schöpfer ist unkörperlich und einig — einzig. 4) Er hat Moscheh, unfern Lehrer, gesandt. 5) Er hat mit Moscheh seine vollkommene Lehre gesandt. 6) Und zwar den Wortlaut unserer Lehre und ihre Erklärung. 7) Gott hat die übrigen Propheten weissagen lassen. 8) Gott wird am Tage des Gerichts die Menschen zum Leben auferwecken. 9) Gott vergilt Jedem nach seinem Wandel und nach der Frucht seiner Handlungen. 10) Gott hat die Erilirten nicht verworfen, und es geziemt ihnen, jeden Tag auf die Erlösung durch den Messias, den Sohn David's, zu harren. (Assarah Maami bei Trigland.) Von ihrer Strenggläubigkeit zeugt eine Stelle in Addereth des Elijah ben Moscheh Beschizi (bei Trigland p. 174), die also lautet: rmnn ba> mb nn®ri»a anNfr ymb -neti y» ■npnb y» ,«b vrr a^naN an bn rmnb naiaNNi arnivn i» nninn nana srr ,«b vrr NLaa a®n BN .Nb BN Wenn die (von Zweifel begleitete) Forschung über die Grundprincipien der Religion dem Karäismus als durchaus unstatthaft gilt, so gilt als Kritik der Wahrheit jeder andern Forschung ihre Uebereinstimmung mit den Aussprüchen der heiligen Schrift. Haben wir die Wahrheit eines Gedankens auf logischem Wege gefunden, und er stimmt dann mit dem prophetischen Wort überein, dann sagen wir, daß unsere Forschung eine richtige sei, und wir haben dann zwei Lichter in unserer Hand: das Licht unserer Gotteslehre und das Licht unserer Weisheit; ist aber diese Uebereinstimmung nicht vorhanden, dann sagen wir, daß wir durch menschliches Wissen in die Tiefe des Gegenstandes unserer Forschung nicht eingedrungen find und wir erkennen das als Wahrheit an, was die Propheten lehren. Denn wäre es dem menschlichen Verstände möglich gewesen, durch sich selbst Alles zu erkennen, so hätte es der Prophetie nicht bedurft. Diese aber kam, | um die Erkenntniß zu vervollständigen, daß auch das erkannt werden könne, was durch den Verstand allein nicht zu erreichen war *). Diese Mittheilungen mögen genügen zur Charakteristik des karäischen Standpunktes. Ich bin nicht mit den Mtteln versehen und es har auch nicht in meiner Absicht gelegen, eine genaue Darstellung des ganzen innern und äußern Lebens der Karäer zu geben, möchte aber diejenigen, die die nöthigen Materialien dazu besitzen, dringend auffordern, sie uns nicht vorzuenthalten 2). Auf dem Gebiete der Literatur haben die Karäer manches Tüchtige geleistet und sich große Achtung crworben- Der treffliche del Medigo rühmt und empfiehlt in seinem Briefe an den Karäer Serach ben Nathan2) ihre Werke, so namentlich das oben erwähnte von Beschizi (Bl. I486 in Konstantinopel) und das „Buch der Gebote" (nach Geiger auch Gan Eden genannt) von Aharon ben Elijahu (Bl. 1350 in Kairo) mit den Worten: B'N'ipn mson -nabb *yaN rmn «non b» ■»an ‘p ya a®b Y’Krn bnb m-issr» mmfs 'am abn .n^NBnbi An einem andern Orte empfiehlt er zum Studium der hebräischen Sprache unter andern auch die liturgischen Poesien der Karäer wegen ihrer Sprachreinheit, und so werden von ihm öfter karäische Werke ehrenvoll erwähnt. Eine kurze Zusammenstellung ihrer literarischen Leistungen findet der geehrte Leser in Jost's Geschichte, mehr eingehende Betrachtungen in Geiger's erwähnter Abhandlung „die karäische Literatur", und Manches auch in seinen Anmerkungen zu dem Briefe del Medigv's. Allgemein wird die Liebe gerühmt, mit der die Karäer der Wissenschaft ergeben find. Del Medigo (a. a. O. in den Anmerk. S. 60) sagt an einer Stelle: 1) ba> innaN ssan® «ini ®vn bn *an sya i-sNman maNnb aaoai nnpn b« nnNnana n-npnn nanoa srvpnn nnbiro r*»ra« rrr»pn aa^n'-pn® -,a«a *i3i mm -o *w»t *»n®a n*nnn -<n® rasb nm spob aaTv» Nb® iasa arm amon Nb ®m laTiann maNaa nbnpan rv»®i3Nrt N^rt rrvpnfT bbn -naaKtt ba ®N rmnb ->®BNN -»a rnn BNi NNnnan bN yniL rnn Nb rrna-jprr} yam ■»sb mbn®ian nam*» a*»b®r!b mn NNn s-woan aaaN r-kNrnan .bn®r? n^ra is'an Nb® mbn®arr Addreth bei Trigland p. 153. 2) Die unlängst erschienenen beiden Werke über die Krimm, die viele Nachrichten über die Karäer enthalten sollen, habe ich bis jetzt noch nicht zu Gesicht bekommen. 2) Geiger's Melo Cbofnajim p. 23.

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