Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 19 (1855)
- Issue
- Heft 12 (19.3.1855)
- Date
- 1855-03-19
- Page
- Seite 149 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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149 mit den Rabbinaten zu Brißk in Lichauen und zu Brody in Galizien als rmnoV angenommen — -nOTa öart gewesen und dem in Pesth defignirten rpb© durch die Post zugeschickt; nur scheint es, daß Herr F. den ©r vom Manne gleich dem mV© zuschicken läßt, während ich in Uebereinstimmung mit den obgenannten Rabbinaten den Mann hier einen wählen ließ, welcher vor dem -,2 sHYa'h sagte und zugleich den in Pesth defignirten mb» wählte und ihm den aa nebst -ivD rtTTipö NsrwNN mittelst Post' zuschickte. Wenn also vor vielen Jahren Rabbinate zu Brißk und Brody ihr Gutachten geben, den rrr durch die Post senden zu können, mögen die Herren Rabbinen Schwarz und Wälder fich beruhigen und eine solche Uebersendung für statthast erklären. Warasdin in Croatien. Lengsfelder, Rabbiner. Die Deschneidung durch Jüdische Aeyte. Das Pariser (Konsistorium veröffentlicht soeben ein neues Reglement über die Beschnei düng. Die wichtigsten Bestimmungen find: Art. 1. Die Beschneidung darf nur in Gegenwart eines Arztes geschehen, sei es in Anwesenheit deS Familienarztes, oder eines besondern Arztes, „Aufsehers der Beschneidung", den das Confistorium ernennen wird. Art. 8. Die Anzahl der vom Confistorium autorifirten Beschneider darf in Paris nicht zwölf überschreiten. Art. 18. Der Deschneider ist gehalten, eine Scheere mit abgestumpften Spitzen bereit zu haben, um fich derselben in den besonderen Fällen zu bedienen, wo der Arzt oder der Beschneider selbst die Nothwendigkeit erkennt, dieses Instrument Behufs der Priah anzuwenden. Diese Bestimmungen, namentlich Art. 1., find gewiß gut, aber fie erinnern uns für Deutschland an einen Rath, an eine Aufforderung, die wir schon so oft ausgesprochen, und welche auch schon hie und da erfüllt worden. Es giebt jetzt in Deutschland zahllose jüdische Aerzte und Chirurgen. Warum übergicbt man nicht von Seiten der Gemeinden diesen diesen Act? Heißt es nicht Jot. Deah: biab a'na» bzn „Zeder ist befähigt zum Beschneiden, selbst ein Sclave, eine Frau, ein Unmündiger" — aber: obab Mip Vraa?Tr© bna bsi©'’ ©, v», „ist ein erwachsener Israelit vorhanden, welcher die Beschneidung versteht, so hat er den Vorzug vor Men", §. 264. Wer aber versteht es, wenn nicht gerade der Arzt? Denn selbst die Gegenwart eines Arztes fichert nicht vollständig, denn wenn die Hand eines Ungeschickten erst Unheil angerichtet hat, so kann der Arzt zwar weitere böse Folgen verhüten, aber geschehen ist es doch. Man sagt, die jüdischen Aerzte pflegen in ceremonieller Beziehung nicht stomm zu sein — wir geben dies zu — aber gerade dem Arzte als solchem ist dies viel mehr nachzusehen, und wenn es auch ein Wunsch ist, einen „frommen" Beschncider zu haben, so kommt diese „Frömmigkeit" doch fichcr nicht in Erwägung gegenüber der Sicherheit des Actes. Geht nur hin nach Hamburg und andere Orte und hört, was schon öfter diese „stammen" Beschneider bei der „Mezizah" für „unstomme" Wirkungen.... hervorgebracht haben'. Im Int er esse dieser heiligen Handlung selbst dringen wir in die deutschen Gemeinden, überall die Vollziehung der Beschncidung durch einen jüdischen Arzt, wo es irgend möglich, zu befördern. Sowohl die jüdischen Kinder, als auch die Beschneidung selbst ist in unsrer Zeit durch ungeschickte Beschneider gefährdet. Wir erkennen es dankbar an, daß Herr Dr. H 0 lländer in Leobschütz uns wiederholt auf Liesen Gegenstand aufmerksam macht. Zeitungsnachrichten. Palästina. Für die Armen in Jerusalern. Madame Betty Ko ho geb. Eisenberg in Czernowitz durch Herrn Landes-Rabbiner der Bukkowina vr. Igel: 4 Gulden B. N. und 8 Gulden Silber. — Bon Herrn Rabb. Flechinger in Meisenheim als mxrra 1 Thlr. 22'/r Sgr. — Die Redaction. Deutschland. Leipzig, 8. März. (Privatmitth.) Das sociale Berhältniß zwischen Juden und Christen hat hier einen merkwürdigen Umschwung erfahren. In den Herren Hermann Samson, Vorsteher der israelitischen Gemeinde, und I. Nachod, Affocie einer sehr geachteten christlichen Firma, haben wir zwei jüdische Stadtverordnete — eine Thatsache, die für das „Klein- PariS" sehr wichtig ist. Der Vorsteher deS DtadtverordnetencollegiumS hat in feinem Rückblicke auf das Jahr 1854 auch der im Bau begriffenen Synagoge 12