Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 19 (1855)
- Issue
- Heft 11 (12.3.1855)
- Date
- 1855-03-12
- Page
- Seite 139 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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139 Quelle des JrrthumS zurückgeht. Das Hauptargument von seinem Uebertritt stützt fich auf die Schrift desselben: docttina ekristiana» die unbedingt einen christlichen Autor verräth, und nicht, wie DukeS meint, ironisch gehalten sein könne. Nun ist aber diese Schrift blos zufälligerweise mit den „consejos" und dem „danza general“ verbunden, und daraus hat man die Autorschaft aller drei dem Rabbi Schemtob vindicirt. Die dritte aber, der „Todtentanz", kann gar nicht aus dem 14. Jahrhundert herrühren, wie dies Fortoul: €tudes d’Arch^ologie et d’histoire (Paris 1854, I. p. 353) mit schlagenden Beweisen nachgewiesen hat, fie sei nichts anderes „qu’une traduction faite dans quelque convent espagnol, d’une publication francaise.“ Es spricht also für die Bekehrung Rabbi Santo's nichts weiter, als daß unglücklicherweise drei verschiedene Werke in einem Codex verbunden find, die deshalb einem Autor zugeschrieben worden. — Nachdem wir so unfern Rabbi Schemtob in seine Ehrenrechte wieder eingesetzt, glauben wir auch, daß Dukes' Vermuthung fich wohl rechtfertigen lasse, ihn in dem von -nis mart p. 32 angeführten 212 0« 2-1 dt 2v,sM, als auch in dem von rmrr* 22« in etwas cvrrumpirten -,2 m'-iss wieder zu erkennen; schwerlich aber würden spätere jüdische Autoren ihn ohne Zusatz genannt haben, wenn er den Glauben seiner Väter verleugnet hätte. — An sonstigen literarischen Neuigkeiten ist der Büchermarkt ziemlich leer, besonders an bedeutenden wissenschaftlichen Werken, die jüdisches Interesse in Anspruch nehmen. Unsere alten Gegner die Karaiten jedoch erfahren durch die Kriegsereignisse um so mehr Berückfichtigung, denn fie mögen wollen oder nicht, fie müssen mit Stoff liefern zu den Legionen Reiseberichten über die Krim; Neues erfährt man dabei selten. Gut zusammengcstellt und aus ficherer Quelle find einzelne Nachrichten über die Karaiten in dem Schriftchcn „die brennenden Fragen Europa's, die Krim" (Leipzig 1854) und in Professor Koch's Werke „die Krim und Odessa" (daselbst 1854). Die Reise dieses bekannten Touristen ist freilich schort ein Decennium her, doch find seine Mittheilungen auch heute noch nicht ohne Interesse, besonders heben wir die Notiz über Dshufsttth-Kaleh und über Karaim und Talmudisten (S. 55 ff.) hervor. Die Herleitung der Karaim von Juden, „die in die babylonische Gefangenschaft geführt worden", lassen wir dahin gestellt, dagegen ist es höchst wahrscheinlich, daß die Bekehrung der Chasaren durch Karaim geschah, wie Herr Koch durch Tirkowitsch belehrt worden. Jedoch hat Rapoport dies längst vermuthet, und es dürften fich noch manche Belege dafür anfuhren lassen. — Schließlich sei hier noch eine Schrift erwähnt, die für die Geschichte der Juden von großer Bedeutung ist: 8ur la mimismatique judaique, von F. de Saulcy, Paris 1854. Bekanntlich eristiren noch in verschiedenen Münz-Cabinetten makkabäische Münzen mit althcbräischcn Buchstaben. Die ältesten derselben hat man von Simon herrührend angenommen; de Saulcy jedoch geht, nach dem Vorgänge Lenormant's, über die Zeit Simon's hinaus, nachdem es ihm gelungen, auf seiner Wanderung durch daS Thal Josaphat auch eine unzweifelhaft unter Judas Makkabäy geschlagene Münze zu finden. Für's Erste genüge diese Notiz, um auf dieses Werk aufmerksam zu machen, wir hoffen recht bald ausführlicher darauf zurückzukommen. Einige literarische Anfragen. Unter einer Reihe von literarischen Anftagen, die in diesen Tagen an unS gestellt worden, konnten wir nicht gleich folgende beantworten, und bitten wir, uns darüber Auskunft zu geben: 1) Wie ist der vollständige Name, Geburtsort, Geburtstag und (im Falle) Sterbetag des Verfassers des Gedichtes „Das Schiff" in Nr. 48. der A. Z. d. Jud. 1846, unterzeichnet „Dr. L. A. in Brody"? 2) Von wem ist das Gedicht „Tal" und „Gescheut", unterzeichnet „Ha" im „Orient"? 3) Dieselbe Frage hinsichtlich des Gedichtes „Hagbaha" in Ricßer's Zeitschrift „Der Jude"? von wem das Gedicht „Schlacht von Waterloo" von „Zefoni" in derselben Zeitschrift? 4) Wann und wo ist der Verfasser von „MoseS Prüfung, Gedicht von Hcrrmann Hamburger" geboren? 5) Wann und wo ist Salam. Lcvisseur, Verfasser von „DaS Fest der Gesetzgebung", geboren? Wann und wo Jos. Daniel Falk? Anzeigen. Anstellung eines jüdischen Predigers. Die jüdische Reformgcmeinde zu Berlin beabsichtigt bei dem bevorstehenden Ausscheiden des mituntcrzcichneten vr. Stern, neben Herrn Dr. H oldheim noch einen Prediger anzustellen, dem in Gemeinschaft mir diesem die Predigt nebst den sonst seinem Amt entsprechenden Functionen im Gottesdienst, der Unterricht in der Religionsschule und die Ausübung sonstiger religiöser Functionen, bei Geburten, Einsegnungen, Trauungen und Lcichenbe-