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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1855-03-12 · Heft 11 (12.3.1855) · p. Seite 138

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
19 (1855)
Issue
Heft 11 (12.3.1855)
Date
1855-03-12
Page
Seite 138 (sequence 10)
Language
German
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138 ben, welche Jbn Besam kannte, find an Zahl 16 (die Hammer auftählt) und viele Gedichte. — Einen merkwürdigen Ausschluß über Chasdai's Bekehrung zum Jslam giebt Makkari, welcher ihn Ebulfadhl ben Hasdai el-Islam:, d. i. den Islamischen, nennt; er sagt, daß Hasdai, ein Jude von Saragossa, in eine Sklavin verliebt war, der zu Liebe er seinen Glauben auszog. Der Befitzer derselben schenkte fie ihm und die Sage ging, daß er ihr zu Liebe Moslim wurde, was aber vielen Leuten verborgen blieb." Ungemein wichtig ist (so fahrt Herr v. Hammer fort), daß hier bestätigt wird, was schon der Beiname Hasdai's: el Jslami, d. i. der Islamische, aussagt, daß Hasdai nämlich Moslim geworden sei, ob zur Liebe zur Sklavin, in die er verliebt war, oder aus andern Gründen, kann uns gleichgültiger sein, als den hebräischen Gelehrten, welche denselben nur als reinen Juden aufgeführt haben. Endlich citirt Herr v. Hammer noch einige Verse Hasdai's, die Bezug auf fein Verhältniß mit Mostain Jbn Hud haben. — Wir haben Herrn v. Hammer ganz ausreden lassen, um mit wenigen Worten seinen offenbaren Zrrthum zu zeigen, und um vor wie nach unfern Hasdai als „reinen Juden" aufführen zu können. Augenscheinlich hat Herr v. Hammer unfern Hasdai ben Jsaac ben Schaftut mit HaSdai ben Hasdai verwechselt und Alles, was Jbn Besam und Makkari berichten, bezieht fich auf diesen, während Jbn Ebi Offaibije von jenem spricht (vgl. Munk: la Philosophie chez les Juifs S. 17, und Philoröne Luzatto: Notice sur Abou-Jousouf Hasdai etc. Paris 1852, p. 7 ff.). Glücklicherweise hat uns Munk in seiner ausgezeichneten Schrift: Notice sur Aboul-Walid Merwan Ihn Djana’h, Paris 1851, p. 266 ff. Näheres überHasdai ben Hasdai mitgetheilt, um die Verwechslung Herrn v. Hammer's in's rechte Licht zu setzen. Der zuletzt genannte Hasdai, auch Abul-Fadhl Hasdai genannt, war einer der größten Dichter des 11. Jahrhunderts, der aus rein persönlichen Motiven, aus Liebe zu einer Sklavin, zum Islam übertrat und Vezir des Abu-Djafar Achmed Jbn Hud wurde. Als Zeitgenosse von Samuel hanagid richtete er an ihn das unter dem Namen „Jechoma" (d. i. daS in seiner Art einzige, ausgezeichnete) be-- kannte Gedicht. Dieser Hasdai ist nun auch der Jbn Besam's und Makkari's. — Man kann diesen Fehler und andere Jrrthümer*) dem würdigen Herrn v. Hammer wohl *) So hat Hammer z. B. im 3. -und 4. Bande denselben oder doch fast gleichen Artikel „Isaac ben Amran.“ nachsehen bei einem Werke, st>as einen so umfangreichen Stoff enthält, den kaum ein Mensch bewältigen kann. Jedenfalls müßten jüdische Literarhistoriker daS Werk mit Vorficht gebrauchen. Dieser Ehrenrettung unsers Chisdai schließe ich noch eine andere an, Rabbi Santo's, eines Mannes, der von spanischen Literarhistorikern mit großem Ruhm genannt wird und zum Christenthum übergetreten sein soll. Er lebte zur Zeit Perers des Grausamen und widmete diesem bei seiner Thronbesteigung ein Gedicht in spanischer Sprache, worin er fich selbst „Judio de Carrion“ nennt. Es enthält gute Rathschläge für den Fürsten und spricht die Bitte aus, der König möge diese nicht verachten, wenn fie auch von einem Juden gesagt find (porque Judio los diga). Das Gedicht ist mitgetheilt in Ticknor's Geschichte der schönen Literatur in Spanien, deutsche Ausgabe, Leipzig 1852, 11. S. 612—40 (vgl. I. S. 73 bis 76). Delitzsch in seiner Geschichte der jüdischen Poefie (S. 65) nennt unsern Santo „den berühmtesten Trobadoren seiner Zeit, der fich zum Christenthum bekehrt," und nach ihm Steinschneider „der Neophyte Don Santo de Carrion" (Eneycl. v. Ersch u. Gruber Sect. II. Th. 27, S. 434), beide Gelehrten schöpfen aber aus Rodriguez de Castro, der in seiner bibliotheca rabb. espanola (S. 198 ff.) drei Werke von Santo anfirhrt, 1) die genannten Rathschläge (los consejos), 2) la doctrina christiana und 3) la Danza general, enque entran todos los estados de geates („der Tvdtentanz, den Alle antreten müssen")*). — Schon Ticknor, der größte Kenner der spanischen Literatur, bezweifelt (a. a. O.) die Gründe de Los Rios', der über unsern Santo in seinen Estudios historicos politicos y literarios sobre los Judios de Espana, Madrid 1848, ausführlich spricht, p. 304 — 35**), und ihn für einen Proselyten ausgiebt, aber die Einwürfe find nicht ganz überzeugend. Zugleich aber führt Rios (Anm. 2. S. 305) an, daß der Name wohl eigentlich Schemtob war, wie ein Manuskript, das er eingesehen (que tenemos & la vista), wirklich hat „Rab Don Sem tob“, eine Vermuthung, die bereits Dukes ausgesprochen (a. a. O. S. 29). — Doch die widersprechenden Meinungen über unsern Schemtob lassen fich bald ausgleichen, wenn man auf die *) Vgl. Dukes' „Orient", 1851, S. 29. **) Era (heißt es S. 305), Rabbi Don Santo de Carrion el primer escritor hebreo que rendia el homenage de su talento a las musas castellanas, y nosin justitia fu«£ respetado por sus coe Uneos, como uno de los mas insignes poetas del siglo XIV.

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