Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 19 (1855)
- Issue
- Heft 10 (5.3.1855)
- Date
- 1855-03-05
- Page
- Seite 122 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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122 um ihr in süßschmeichelnden Worten seine Huldigungen darzubringen. Doch anstatt der einst in frischem Zugendglanz strahlenden, von Fürst und König „kniefällig" angebeteten Schönen, sieht er eine von Gram und Kummer Gebleichte und Gefurchte vor sich stehen, und abermals löst sich sein Her; in bangem Schmerz, und der gepreßten Brust entringt sich der verzweifelte Ruf: bsb «iw« ■’st' nb-'bD na«:-:,,**). Welch' eine überschwengliche Fülle des GemütheS, welch' ein lieblicher Blüthenduft strömt uns nicht in der auf den hochseligen Oberrabbiner R. Akibah Eger zu Posen entgegen! Zn den spateren Erzeugnissen der Fürstenthal'schen Muse vermissen wir zwar schon die saftige Frische und den beflügelten Schwung der früheren, doch ist auch hier geläuterter Geschmack und Gewähltheit deS Ausdruckes unverkennbar. — Die zahlreichen deutschen Dichtungen deS Verewigten (wir nennen von diesen nur das Lied von der Cholera nach Schillers Glocke, und die gemüthliche Uebersetzung deS riwi2bri ’np-.x.r, ’rs “7b 717-72) zeichnen sich durch eine zarte, innige Form und rhythmischen Wohlklang vortheilhaft auS. So war das Leben Fürstenthals ein thatenreicheS, fruchtbringendes, aber auch ein viel und stürmisch bewegtes; zu keiner Zeit hat ihm daS Glück gelachelt, und nie grünten die Lorbeeren, welche er mit der Pflugschar seines unermüdlich schaffenden Geistes gefäet hatte. Trotz drückendem Kummer und schwerer Sorge, trotz Mangel und Entbehrung, mit welchen er sein Lebelang zu kämpfen hatte, erreichte Fürstenthal daö hohe Alter von 74 Jahren. Sein Andenken jedoch wird noch lange, lange fortleben. — Friede seiner Asche! Am 18. d. M. wurde die Leiche deS Verblichenen zur Ruhe bestattet; nur ein winziges Häuflein geleitete den Wanderer auf dem letzten Wege. Sämmtliche hiesige jüdische Gelehrten fehlten bei der Trauerfeierlichkeit, und sogar ein in nächster Nähe des Trauerhauses wohnender „Mann von Wissenschaft" hielt es nicht der Mühe werth, dem greisen Schriftsteller den letzten Zoll der Achtung zu entrichten.!n^vn? w ,rnin it Meyer Lewy. Wir zollen auch unsrerseits dem verehrten Todten den Zoll aufrichtigen Bedauerns! Ein intimer Freund und Genosse meines seligen Vaters, Zeuge einer allzukurzen, höchst strebsamen Periode, letztes Glied einer *) n-'ivVN nsw brr Sulamith. Breslau bei Sulzbach. Reihe von Männern, welche, zwischen alter und neuerer Wissenschaft in der Mitte stehend, einen Uebergang bewirkten und bezeichneten, war uns seine persönliche Bekanntschaft vor ungefähr 18 Jahren sehr interessant. Gewiß wird eine unparteiischere Nachwelt insonderS Fürstenthal'S Namen mehr zu ehren wissen, als die Gegenwart, welche zum Theil in hochnäsiges Cliquenwesen aufgeht! Friede seiner Asche, Segen seinem Angedenken! vr. L. PH. Oesterreichischer Karserstaat. Wien, 22. Februar. (Privatmitth.) Ich bin wieder in der Lage, Ihnen von Stiftungen mitzutheilen, die in der hiesigen Gemeinde zu wohlthätigen Zwecken gemacht wurden. ES gehet daraus hervor 772b» «b -o ban«\ Ja, es hat das jüdische Bewußtsein nicht ab-, sondern zugenommen. Frau Sophie Jacques und ihre Kinder Heinrich und Louise verehelichte Beyfuß, haben zur Verpflegung der Siechen in dem von ihrem Bruder respective Oheim, dem seligen Herrn Sigmund Edlen von Wertheimstein im Jahre 1844 gegründeten Siechenhause, sechstausend Gulden C.-M. gespendet. Daran ist die Bedingung geknüpft, daß am Todestage des vor 30 Jahren verstorbenen Herrn Heinrich v. Wertheimstein Kadisch gesagt und ein Licht angezündet werde. Frau Elise Herz geb. Edl. v. Lämel hatte am Todestage ihrer Mutter eine Stiftung von viertausend achthundert Gulden C.-M. zum Besten deS unter dem Schutze der Kaiserin Maria Anna stehenden KinderhoSpitales gemacht, die den Namen „Barbara Edl. v. Lämel und Elise Herz'sch e Stiftung" trägt. Dabei ist die Bedingung festgesetzt, daß aucb jüdische Kinder Aufnahme in diesem HoSpital finden. Diese beiden Stiftungen wurden durch den vielverdienten Secretär der Gemeinde Herrn vr. L. A. Frankl vermittelt. Endlich hat Herr Eduard Todesco bei Gelegenheit der anzuhoffenden glücklichen Entbindung der Kaiserin, für die jetzt auch in allen jüdischen Gotteshäusern gebetet wird, eine Stiftung von tausend Gulden zum Besten der jüdischen Kinderbewahranstalt gemacht. Ad vocem Kinderbewahranstalt sei bemerkt, daß der maSkirte Ball am Faschingdonnerstag (jeudi gras) in den k. k. Redoutensälen zum Besten dieser Anstalt und deS Institutes für erwachsene Blinde, daS unter