Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 19 (1855)
- Issue
- Heft 9 (26.2.1855)
- Date
- 1855-02-26
- Page
- Seite 109 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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109 Im Jahre 1845 steigerte sich diese Rubrik sogar aus 2800 Personen und 4620 fl., wahrend sich in der neueren Zeit in dem gleichen Zeiträume von 4 Jahren diese Ziffern so gestalten: 1851: 1295 fremde Arme betheilt mit 2371 fl. 1852: 1329 - - - - 2404 - 1853: 1652 - - - - 2953 - 1854: 1789 - - - - 3177 - Wenn auch in Folge deS erleichterten Verkehres im Lause dieser Periode eine Zunahme bemerklich wird, so erreicht sie doch bei weitem nicht das Maß der frühern, und stehen die Ziffern gegen jene allenfalls um ein Bedeutendes zurück, indem, was hier daS Marimum ist, dort nicht einmal das Minimum erreicht. Wir können mithin auch den Theil der Armenverpflegung, der allerdings der schwierigste und drückendste ist, nicht dafür verantwortlich machen, wenn sich ein Ausfall der Art ergeben. Es schreibt sich daS lediglich von daher, daß unsere bestimmten Jahresbeiträge und sonstigen Zuflüsse sich gemindert; daß so Viele im Reiche der Seligen ruhen, die früher unter uns ihre milde Hand liebreich aufgethan, und für deren Verlust wir keinen Ersatz gefunden. Es sind Männer dahin gegangen, die mit bedeutenden Beitragen in unfern Büchern ausgezeichnet standen und die fortan im Buche GotteS dafür eingeschrieben stehen, aber in den unfern nicht. Die Spenden im Gotteshause und der uns zufallende Betrag aus der Armenbüchse sind aus ein Kleines und Unbedeutendes herabgekommen. Im Jahre 1844 zählte „der Verein" 243 beitragende Mitglieder mit einem Jahresbeitrag von 7408 fl. 1853 zählte er 292 (50 mehr) mit einem Jahresbeiträge von 6128 fl., der im heurigen Jahre bis auf 5956 fl. sich reducirt hat. Es hat das heurige Jahr wieder seine Opfer gefordert, eS sind Namen von Ansehen und Gewicht erloschen und steht uns mithin wieder ein Rückstand und Ausfall in Aussicht. Die Zahl der Köpfe ergänzt sich. Männer wachsen nach, aber die Lücken die füllen sie nicht. Mit 2 fl. 30 kr., wie wir sie zu Dutzenden im Verzeichnisse in einer Reihe finden, füllt man die Lücken nimmer auS." — Die Ausgaben beliefen sich auf 12,000 fl. C. M. Temeswar, 10. Februar. (Privatmitth.) AuS GeschäftSneid haben drei „Bekenner der orthodox-russischen Kirche" in Orsova beim dortigen Cordoncommandanten mit Bezugnahme aus daS alte Gesetz von 1784 nachgesucht, den Israeliten den Aufenthalt in den Grenzländern zu untersagen. Der Cordonscommandant bedauerte eS höchst, obwohl „der Handel und Wandel der Israeliten lobenSwerth ist, nach dem Gesetze handeln zu müssen." Herr Fischel wandte sich sogleich bittlich auf telegraphischem Wege an Se. Ercellenz dem General F. M. L. Kräutner um die Zurücknahme dieses Befehles, worauf Se. Ercellenz geruheren, diese Angelegenheit einstweilen zu siftiren. Wenn öffentliche Blätter, auch diese Zeitung, meldeten, daß das Verbot fernerhin gänzlich aufgehoben sei, so ist es ein Jrrthum, denn auch hierin hängt unser Wohl und Weh von der Aufhebung deS jetzigen „Provisoriums" ab, und harret dieser Zeit der Entscheidung. Vorige Woche hatten unsere Schulen die Ehre, von Sr. Ehrwürden dem k. k. Statthaltereirathe und Domherrn M. v. Bonnaz inspicirt zu werden. Wir wissen diesem hochwürdigen Herrn für diese Aufmerksamkeit unseren vollkommenen Dank, zumal dessen edler Fürsorge wir es zu verdanken haben, daß unsere Schule nicht ein gleiches LooS theilt, wie die anderer Gemeinden Ungarns. Die Schwerz. Bern, im Februar. Für die in Bern wohnenden 206 Israeliten haben zwei Juden ein Haus zur Ausübung ihres Gottesdienstes angekauft. Frankreich. Paris, im Februar. Der Dr. Michel Levy, Oberarzt der Armee deS Ostens, ist vom Sultan zum Ofsicier deS Ordens der Medjidie ernannt worden. — Baron Alphons von Rothschild ist zum Regenten der Bank von Frankreich erwählt worden. — In dem Februarheft deS Uoirers isrselite sagt der Redacteur in einem Rückblick auf 1854 wortgetreu Folgendes: „Aber warum lassen die holländischen Israeliten ihre Rabbinersitze durch Doctoren von jenseits des Rheins besetzen, welche.ihnen die Unruhe und den Krieg bringen? Die Deiche haben in Holland eine große Bedeutung: warum überliefert man sich nun Menschen, welche die Jahrhundert alten Schranken umwerfen, um den Wellen alle ihre zerstörende Thätigkeit zu