Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 19 (1855)
- Issue
- Heft 9 (26.2.1855)
- Date
- 1855-02-26
- Page
- Seite 108 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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108 der, die um Aufnahme sich bewarben, wurden wegen Mangel an Raum und Mitteln ab- und zurückgewiesen. Die Anstalt hat seit ihrem Entstehen an 60 Zöglinge ausgebildet, von denen 11 bei ihrem Austritte dem Handwerke zugeführt, die andern ihren Aeltern zur weitern Verfügung und Verwendung zurückgestellt wurden. Ein Zögling wird als Lehrer im Schreib- und Zeichenfache bereits verwendet in der Anstalt selbst, sowie auch eines der Mädchen, das jetzt in der Lehre ist, dieselbe Bestimmung hat, als Lehrerin in den weiblichen Handarbeiten verwendet zu werden. Vor ihrer Ueberfiedelung nach Wien zählte die Anstalt höchstens 18 biS 20 Zöglinge zu einer Zeit. DaS Ergebnis der veranstalteten Sammlung war: an Gaben und Spenden zur Fundirung der Anstalt.8152 fl. an jährlichen Beiträgen . . . 3274 fl. 15 kr. und wir konnten mit erleichterten Herzen an unsere Aufgabe gehen, die bei allen dem nicht zu den leichtern gehörte. ES betrugen die Ausgaben für daS Rechnungsjahr vom 1. October 1853 bis 30. September 1854, — welchen Zeitabschnitt wir Behufs der bei den Behörden vorzulegenden Rechenschaftsberichte einzuhalten genöthigt find — 9678 fl. 33 kr. Zur Deckung dieser Kosten kamen in Verwendung: an eingegangenen VerpflegSgeldern der zahlungsfähigen Zöglinge .... an 4192 fl. Sustentations-Beitrag auS dem mährischen israel. LandeSmassefond . . - 1000 - Beiträge der israelitischen Gemeinden in Mähren. - 94 - Beiträge der israelitischen Gemeinden in Ungarn. - 350 - Stiftungsbeitrag des Herrn Marcus Pollak in Pest jährlich. - 120 - so daß die Anstalt ohne Ihre gütige Unterstützung und ohne die von Ihnen gezeichneten Jahresbeiträge pr. 3274 fl. 15 kr. dem nöthigen Aufwande nicht hätte begegnen und genügen können. Mit Hinzuziehung dieser bedeutenden Aushülfe, sowie der Zinserträgnisse und Interessen des von Ihnen gestifteten FondeS im Betrage von 500 fl. und anderer sonstigen milden Spenden und Gaben, unter welchen wir die Seiner fürstlichen Durchlaucht des Herrn Fürsten von Dietrichstein besonders mit der innigsten Anerkennung erwähnen müssen, welcher seit einer Reihe von Jahren dem Institute jährlich 4 Klafter Brennholz spendet, — ist es uns gelungen, die Ausgaben und Einnahmen im Gleichgewichte zu er-, halten, ohne daß wir jedoch von den so ergiebigen Zuflüssen etwas hätten zurücklegen können" Möge bei der Steigerung aller Bedürfnisse dieses schöne Institut, dessen Gründer, Herr Ko lisch, dafür daS Ritterkreuz von Sr. Maj. dem Kaiser erhalten, und dessen Leiter und erster Lehrer, Herr Deutsch, zu den ausgezeichnetsten Taubstummenlehrern gehört, so viele Unterstützung finden, daß eS seinen hohen Beruf in immer höherm Grade und Umfange erfüllen könne! AuS dem „Bericht über die Verwaltung der ifrae^ litischen Armenanstalt im Jahre 1854" müssen wir folgende bedeutungsvolle Stelle hervorheben: „Wir müssen von vorhinein darauf Hinweisen, daß unser vorjähriger Ausweis einen Ausfall von 700 fl. C. M. nachwies, der durch die Schmälerung unseres BaarfondS gedeckt wurde. Der heurige weist einen weiteren und zwar noch größeren von 1200 fl. nach, so daß wir im Laufe der zwei letzten Jahre von den früheren Ersparnissen an 2000 fl., sage Zwei Tausend Gulden, eingebüßt und zugesetzt haben. Beim Abschlüsse des JahreS 1852 betrugen Fond und Saldo fl. 7674. 42 kr., während wir als Fürtrag für daS Jahr 1855 nur 5738 fl. nachzuweisen in der Lage find. Wie nun immer die Ansprüche und Anforderungen der Armen in mancher Beziehung fich gesteigert haben mögen, so können wir doch darauf nicht als auf einen genügenden Grund Hinweisen; denn eS hat die Zahl der „Büchel", d. h. die Zahl der von der Armenkasse zu Verpflegenden fich gegen die früheren Jahre nicht vermehrt, sondern vermindert. ES bezogen im heurigen Jahre 67 hiefige Arme eine solche monatliche fire Unterstützung, von denen schon wieder mehrere zu den Tobten und'Verstorbenen gehören, — während ihrer in ftüheren Jahren an 80 waren, — wenn wir auch die kleinen Beiträge, wie eS die Theuerung erforderte, um etwas erhöht haben. Auch ist eS nicht der Fremdenstand, der uns erdrückt. Wir führen beispielsweise die dahin einschlagenden Ziffenr auS dem Berichte vom Jahre 1843 auf, wo fich DiiT folgende Uebersicht und Zusammenstellung findet: 1840: 2076 fremde Arme detheilt mit 3130'£ 1841: 2182 - - - 3302 - 1842: 2371 - 3832 - 1843 : 2714 - 4317 -