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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1855-02-19 · Heft 8 (19.2.1855) · p. Seite 94

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
19 (1855)
Issue
Heft 8 (19.2.1855)
Date
1855-02-19
Page
Seite 94 (sequence 8)
Language
German
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94 mann Meyer MagnuS, 3) der Commercienrath Carl Heymann, 4) der Kaufmann Moritz Jacoby, 5) der Praktische Arzt Dr. Heinrich Jacob Oestreich, 6) der Kaufmann Philipp Liebermann und 7) der vereidete Makler Gabriel Cohn als Vorsteher der hiesigen jüdischen Gemeinde, ferner: 8) der Kaufmann Naumann Benjamin Markwald, 9) der Kaufmann Salomon Moser und 10) der praktische Arzt Dr. Meyer Jacob Mey er als Stellvertreter des Vorstandes auf Grund deS Gesetzes über die Verhältnisse der Juden vom 23. Juli 1847 gewählt und vom Unterzeichneten Polizei-Präsidium alS solche bestätigt worden find. Berlin, den 27. Januar 1855. Königliches Polizei-Präsidium. Lüde mann." Hierzu erschien gewissermaßen als Commentar folgender Artikel den folgenden Tag: „In No. 32. (Beilage 1.) d. Bl. werden von dem Königl. Polizei -Präfidio die Namen der Vorsteher und Stellvertreter der hiesigen jüdischen Gemeinde bekannt gemacht. Rach dem Gesetze vom 23. Juli 1847 bildet die hiesige Judenschaft überall nur eine Synagogen- und durchaus keine politische Gemeinde, wie sie denn auch nach §. 58. deS erwähnten Gesetzes nur „die Kosten deS CultuS und der übrigen, die Synagogengemeinde betreffenden Bedürfnisse, zu welchen auch die für den Begräbniß-Platz gehören, unter sich aufzubringen hat." Hierauf beschränken sich somit die durch daS Gesetz normirten Gemeindekosten; eS ist jedoch zuversichtlich vorauSzufetzen, daß die Synagogengemeinde auch über diese rechtlich ihr allein obliegende Verpflichtung hinaus ferner, wie bisher, für ihre Armen in jeder Hinsicht Sorge tragen werde." Ja wohl! fügen wir hinzu, denn daS Judenthum will nicht bloS Lehre, sondern auch Leben, That, und Judenthum ohne isrt rte ist leerer Schall! AuS der Provinz Posen, im Februar. (Privatmitth.) In Schrimm ist durch den ersten Lehrer an der dortigen Elementarschule eine jüdische Präparanden- Anstalt gegründet worden, die bereits die Genehmigung der königl. Regierung erhalten, ja sie bewilligte sogar für jeden Präparanden eine monatliche Unterstützung von 1 Thlr. Nach welcher Anstalt sollen aber die Jünglinge verpflanzt werden, wenn sie die Reife für die Aufnahme in ein Lehrerseminar besitzen, da die öffentlichen Seminarien ihnen verschlossen worden? Rackwitz. Oesterreichjscher Kaiserstaat. Wien, 2b. Januar. (Privatmitth.) Wir haben einen edlen Freund begraben. Herr R a t h a n S ch l e - singer ist todt. Wohl haben Zeitungen nichtseinen Namen verkündigt; außer, so viel ich mich zu erinnern weiß, haben Sie, Herr Redacteur, seiner in Ihren Wiener Reiseskizzen gedacht. Und doch läßt sich von ihm daS RühmenSwertheste nachsagen: Er war ein Mensch in der edelsten Bedeutung deS Wortes. Ein Bild der Sanftmuth, Herzlichkeit und Innigkeit. Wie wohlchuend wirkte nicht die Erscheinung dieses liebenswürdigen alten ManneS auf Jeden, der ihn kannte. — AuS Polen stammend, trieb ihn der Wissensdrang in frühester Jugend nach Prag, und da harre er mit allem Elend und Jammer zu kämpfen. Bon da ging er nach Wien und widmete sich dem Berufe deS Lehrers und Erziehers in den hervorragendsten Familien. AlS er älter geworden war, bereiteten ihm seine Schüler, die inzwischen selber zu Chefs der bedeutendsten hiesigen Großhandlungshäuser wurden (Wertheim, PorgeS rc.), eine sorgenfreie Stellung durch eine angemessene Beschäftigung. Dazu kam, daß er selber einen Sparpfennig zurücklegte, der zu einem Vermögen von 30,000 Fl. heranwuchs. Er selber hatte sehr wenig Bedürfnisse, und da er ohne Familie war, so sorgte er für seine Verwandten und hielt deren Kinder rmnb STToyVi an. Aber nicht bloS für feine Verwandten sorgte er, er unterstützte auch Studirende; und so manche Koriphäe der Wissenschaft hatte durch ihn während deS Studiums Nahrung und Unterkommen. Er unterstützte die jüdische Wissenschaft insbesondere und betrieb sie selbst bis in die letzte Zeit, wo er am Krankenbette gefesselt war. Als Erben seines Vermögens setzte er seine Familie ein; jedoch äußerte er sich zu wiederholten Malen noch in den letzten Tagen seiner Krankheit über wohlthätige Stiftungen, die er zu machen gedachte. Wahrscheinlich ließen eS die gefunkenen Kräfte nicht mehr zu, ein vollständiges Testament abzufassen, wir hoffen aber, daß der TestamentSerecutor, sein Reffe, Herr Dr. Rofin, für den er mehr alS ein Vater gesorgt hat, den Willen deS selig Dahingeschiedenen ehren wird. Hinter der Leiche deS Verstorbenenen ging keiner seiner Anverwandten, keiner der Erben; aber Jeder, der

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