Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 19 (1855)
- Issue
- Heft 8 (19.2.1855)
- Date
- 1855-02-19
- Page
- Seite 93 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/3224737-3225931-3225940--14414-3300049- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
93 haben sich zu periodischen Conferenzen für jüdische Lehrer und Vorsänger geeinigt. ES ist dieses jenen Lehrern leichter möglich, da die starke jüdische Bevölkerung jener Gegend viele Lehrer auf kleiner Fläche zusammendrängt. Im Neckarkreis wären solche Conferenzen unthunlich, sind aber auch überflüssig, da der israelitische Lehrer von Amtswegen die Schullehrerconferenzen seines Dekanatsprengels zu frequenliren hat.— Der königl. Staatsanzeiger hat in neuester Zeit zwei für den israelitischen Schullehrerstand ehrende Decrete gebracht. Die evangelische Synode, das Concilium der evangelischen Prälaten in Gemeinschaft mit dem königl. Confistorium hat dem israelitischen Lehrer Gutmann in Hohebach den SynodalpreiS zuerkannt. — Die königl. israelitische Oberkirchenbehörde erkennt in Folge der durch Kirchenrath Rabbiner Di*. Maier vorgenommenen Rabbinatsprüfungen den israelitischen Lehrern, Gutmann in Hohebach, Harburger in Michelbach und Hilberth in Niederstetten, wegen des trefflichen Standes ihrer Schulen in Rücksicht des Religionsunterrichtes öffentliche Belobung und je einen Preis von 15 Gulden aus der königl. Centralkirchenkasse zu. ES ist diefeS ein Beweis, daß die königl. Oberkirchenbehörde die Interessen ihrer untergeordneten Schulen wohl zu vertreten weiß und die an andern Orten und gegen andere Individuen geübte Strenge findet ihre Tangente in diesem Acte der wohlverdienten öffentlichen Anerkennung. Worms, im Februar. (Privatmitth.) In einem kleinen bayerischen Städtchen starb jüngst ein jüdischer Greis in einem Alter von 10ö Jahren und 2 Monaten. Er war bis zum Lebensende gesund und kräftig geblieben und hinterläßt mehr als 100 Kinder, Enkel, Urenkel und Ururenkel; hier in WormS leben 2 Urenkel dieses Mannes. — Der Gerichtsanwalt Wolff in Gießen gab im „Frankfurter Journal" eine kurze und ausweichende Erwiederung auf daS Inserat deS Herrn stud. med. Marcus. Dieser hat nun nochmals in einer gründlichen, mit wissenschaftlichen Citaten begleiteten Erwiederung den Herrn Wolff abgewiesen und der Federkrieg wird somit wohl sein Ende erreicht haben. Dem jungen, für seine Religion und seine Religionsbrüder begeisterten Manne sei aber hiermit ein öffentlicher Dank und die wohlverdiente Anerkennung ausgesprochen. Die Gemeinde in Schotten hat bereits im „Frankfurter Journal" dem Herrn Marcus gedankt. — In Leipzig hat der Magistrat und die Stadtverordneten dem israelitischen CultuS 200 Thlr. als Zuschuß bewilligt, auch haben die christlichen Mitbürger Leipzigs 20,000 Thlr. Schuldscheine zum dortigen Synagogenbau gezeichnet. — Ein Jude aus Neu-Orleans brachte seinen Sohn auf die Handlungsschule in Leipzig, und bemerkte dem Direktor, daß sein Sohn beliebig die katholische, protestantische, oder jüdische Kirche besuchen könne, er lasse seinem Sohne zwei Jahre Bedenkzeit, für welche Consession er sich bestimme. Diesem charakterlosen Juden mußte der christliche Direktor, Herr Di*. Steinhaus (Ehre diesem Ehrenmanne), als Anwalt des JudenthumS auftreten! — Herr Dr. Beer in Dresden beschäftigt sich gegenwärtig mit der Redaction eineS größern Werkes, welches den ganzen Kreis der die biblischen Personen betreffenden Legenden und Hagada's behandeln soll. Ich brauche kaum hinzuzufügen, daß die Gediegenheit und die fiylistische Gewandtheit dieses Gelehrten etwas recht Tüchtiges erwarten lassen. — Nach dem neuesten „Iluivers isrselite" ist die freudige Hoffnung in Betreff der ColonifationSangelegenheit unserer Glaubensbrüder in Spanien um Vieles herabgestimmt worden; wie aber die Angelegenheit ihren Verlauf auch nehme, so haben Sie, Herr Redacteur, sich ein bleibendes Anrecht auf die Dankbarkeit Ihrer Glaubensgenossen erworben; Sie haben nicht Kosten und persönliche Anstrengung gescheut, und haben besonders das Verdienst, in dieser wichtigen Angelegenheit die Initiative ergriffen zu haben. Ich bitte Sie, diesen Passus nicht zu streichen, denn 12-in nii*' ri2«ri. — Ihr besoldeter Autokrat, der Setzer in Leipzig, hat mich jüngst sehr geärgert. In meiner Correspond enz in Nr. 5 d. Bl. sind grausame Fehler eingedrungen; ich bitte, daselbst in dem etwa in der Mitte vorkommenden Satze „Leser" für Lehrer und „Jndifferentismus" für Jude verbessern zu wollen*). Preußen. Berlin, 12. Februar. Die V. Z. enthält folgende „Bekanntmachung": „Es wird hiermit bekannt gemacht, daß: 1) der Kaufmann Meyer Samuel Baswitz, 2) der Kaus- *) Wir ersuchen aber auch den hochgeschätzten Herrn Correspondentcn um klare Handschrift. Der Setzer.