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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1855-02-12 · Heft 7 (12.2.1855) · p. Seite 84

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
19 (1855)
Issue
Heft 7 (12.2.1855)
Date
1855-02-12
Page
Seite 84 (sequence 10)
Language
German
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84 phalen, mit dessen Gründung sie seit einem Jahre sich beschäftigt. — Unleugbar mußten bei jedem Unbefangenen schwere Zweifel über daS Gelingen eines so großartigen Unternehmens rege werden, da auch nicht der geringste Fond dazu vorhanden war. Allein hier bewährt fich. sichtbar der religiöse Wahlspruch: WaS für Gott geschieht, mit dem ist Gott! Diese hochherzige Dame, in deren Geist die Idee deS heiligen Unternehmens zuerst entstanden ist, hat trotz dem hohen Berufe als Vorsteherin eines concefsionirten weiblichen Pensionats, dem sie mit unermüdetem Eifer fich hingiebt und daS ihre Zeit und Kräfte unausgesetzt in Anspruch nimmt, eine höchst seltene That- und Willenskraft gezeigt, welche besonders an einem weiblichen Wesen unsre höchste Verehrung und Bewunderung in Anspruch nimmt. — So hat die Edle dieses Vorhaben zuerst dem Herrn Landrath Grafse in Paderborn mitgetheilt, der eS auf das Wohlwollendste entgegennahm und auf die edelste Weise unterstützte. — Nachdem sie nun mit demselben ein Curatorium gewählt, bestehend in den Herren MeyerSberg, Katz und Pa der st ein und in Paderborn selbst Beiträge gesammelt hatte, unternahm sie eine Reise nach Frankfurt a. M. und Cöln, welche von dem schönsten Erfolge gekrönt wurde. — Ihr würdevolles Auftreten gewann ihr alle Herzen, denen sie fich mit religiös begeisterten Worten näherte. — Wir wollen nur einige jener edeln Menschenfreunde mit ihren Gaben der Oeffentlichkeit übergeben. Der Herr Baron von Rothschild in Frankfurt a. M. überreichte ihr 1000 Fl., der Banquier Herr B. H. Goldschmied daselbst 300 Fl., Frau Sichel auS Haag 100 Fl., Frau E. Kann auS Paris 100 Thlr. Courant, Herr Ph. Kann in Frankfurt a. M. 100 Fl., der Banquier Herr L. S. Rothschild in Mencien 100 Thlr., der Banquier Herr S. Oppenheim in Cöln 100 Thlr., eine Unge, nannte 100 Tblr. So haben sich diese milden Beiträge zu einer Summe von 3000 Thlrn. herauSgestellr; allein es bedarf keines Beleges, daß diese selbst zum bescheidendsten Anfang nicht hinreichend ist. — Hoffen wir daher, daß auch ferner der Lenker alleS Guten die Herzen wohlthätiger Glaubensgenossen dahin neigen möge, fich dem göttlichen Werke hülfreich anzuschließen, auf daß dasselbe recht bald inS Leben trete zum Wohl der verlassenen Waisen, zur Ehre Gottes und zum Heil und Segen der edeln Förderer. Amen! — London, im Januar. (Eingesandt.) No. 1417 deS Londoner Athenäum vom 23. December 1854 berichtet: „Den 12. December laS Dr. Jolowicz (aus Königsberg) in der hiesigen Syro-Egyptischen Gesellschaft eine Uebersetzung der sogenannten „ersten Epistel deS Baruch" aus dem Syrischen. Dieser Brief ist ein Beitrag zu den sogenannten Pseudepigraphen, oder Apokryphischen Büchern des Alten Testaments und befindet sich im syrischen Original in der Pariser und alten Londoner Polyglottenbibel." Die Syro-Egyptische Gesellschaft hat beschlossen, den Vortrag deS Herrn Dr. Jolowicz drucken zu lassen, und übersandte am 14. December durch ihren Secretair folgendes Dankschreiben: Geehrter Herr! Ich bin vom Concil der Syro- Egyptischen Gesellschaft beauftragt, Ihnen den besondern Dank abzustatten für Ihren sehr interessanten Vortrag, welchen Sie in der Versammlung am 12. December gehalten, und Sie zu ersuchen, die beifolgende Karte für diesjährige Sitzungen entgegen zu nehmen. Ich habe die Ehre zu sein Ihr gehorsamer W. Francis AinSwoth. Herrn Dr. Jolowicz. Frankreich. Paris, im Februar. Die Arch. isr. führen außer den von uns bereits genannten noch folgende vom Kaiser jüngst mit der Ehrenlegion Decorirte an: Marr Picard, Ingenieur der Brücken und Chausseen im Bezirk von Meaur und Hatzfeld, Artillerie- Capitain bei der Orientarmee und gegenwärtig mit einem wichtigen Dienst in Konstantinopel beauftragt. In diesem Orient zahlen auch wir, ohne zu rechnen, dem Vaterlande unsre Schuld: Herr M. B. Mopse auS Nancy, Artillerie-Hauptmann im 2. Regiment, wird so eben auch, und zwar als Adjutant des Brigade-Generals Leboeuf, dorthin gesandt. Um einen Begriff von dem Eifer zu geben, mit welchem unsre Glaubensgenossen unter den Fahnen Theil nehmen an den Gefahren und dem Ruhme im gegenwärtigen Kriege, wollen wir, schreiben die Arch., folgende Zeilen, die ein Jnfanterie-Osficier, einer unserer ältesten Abonnenten, an uns richtet, mittheilen: „Endlich ist der Tag gekommen, an dem ich die Arbeiten und Gefahren meiner Kameraden werde theilen können: ich habe die Ehre, Ihnen anzuzeigen,

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