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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1855-02-12 · Heft 7 (12.2.1855) · p. Seite 85

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
19 (1855)
Issue
Heft 7 (12.2.1855)
Date
1855-02-12
Page
Seite 85 (sequence 11)
Language
German
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85 daß mein Regiment nach dem Orient berufen ist, und ich beeile mich. Ihnen das Glück, das mir diese Neuigkeit verursacht, auSzudrücken; ich bin im Begriff, abzureisen: dies ist der einzige Grund, der mich veranlaßt, Sie zu ersuchen, gegenwärtig die Zuschickung der „^rcdives" auszusetzen, sie könnten sich in die Feldlager verirren und das militairische Leben ist wenig zur Lectüre geeignet: sobald wir einen siegreichen Frieden errungen haben werden, werbe ich nicht einen Tag zögern, um von Ihnen Alles, was seither von Ihren trefflichen Blättern erschienen ist, nachzuverlangen u. s. Der Schreiber dieser Zeilen ist aus Lothringen gebürtig, ist verheirathet und Familienvater. In industrieller Hinsicht hat man sich seit 14 Tagen vielfach über den merkwürdigen Diamanten unterhalten, den die Herren Erben von Salomon Halphen zu der allgemeinen Ausstellung zu geben gedenken; dieser wunderbare Stein hat den Namen „Stern deS Südens" erhalten und wirft, wie man sagt, einen viel lebhafteren Glanz, als der deS berühmten LoK-i-Noor, der in London ausgestellt gewesen; daS HauS, das die Herren Halphen in Paris seit vielen Jahren halten, nebst der Commandite, die sie in Rio-de-Janeiro errichtet haben, überwiegt all die anderen; dieser Handel ist einer von denjenigen, in denen die Israeliten immer ercellirt haben, er erfordert viel Gewandtheit und ziemlich große Capitalien, zwei Sachen, die uns unsre entschiedensten Gegner nicht absprechen können. Türkei. Konstantinopel, im Januar. (Arch. isr.) Der neue Oberrabbine (Chacham-Baschi) ist ein Mann ohne alle Fähigkeiten. Er hat die Würde nur auf Mehrerer Bitten angenommen, sie drückt ihn, und er möchte sie gern wieder niederlegen. Für die Cultusbeförderung unter unseren Glaubensgenossen ist von ihm nichts zu erwarten. — Ein Firman des Sultans hat den Jüdinnen befohlen, das Habbi, einen breiten Turban, als Kopfputz anzulegen und einen türkischen anzulegen, der die Haare zwar bedeckt, aber nicht ungraziös aussieht. Die Frau deS Oberrabbinen hat ein Beispiel gegeben und obschon murrend, folgten die alten Damen, die jüngeren brauchte man nicht zu bitten. Anzeige«. Coneurs. In Folge neuester hohen Statthalterei-Erlässe ä. d. Ofen 20. und 21. December s. I. Z. 25,238 und 25,240, welche die hiesige israelitische Schule zur Hauptschule erheben, wird hiermit ein Cvncurs für vier Lehrer zur Knabenschule, so wie für einen Lehrer und eine Lehrerin zur Mädchenschule ausgeschrieben. JahreSgehalt eines jeden Lehrers ist 400 Fl., und der der Lehrerin, welche sich eine Gehülfin zu halten hat, 500 Fl. — Termin frankirter Anmeldungen bis 30. März 1855. Die gesetzliche Bestimmung, kraft welcher nach zurückgelegten drei Probejahren das definitive Bestätigungs-Decret hohen Ortes ertheilt wird, läßt erwarten, daß sehr begabte und in ihren Fächern tüchtige Schulmänner in die Competenz treten werten. Szegedin, am 21. Januar 1855. Der Vorstand -er israelitischen Cultus- Gemeinde zu Szegedin. Die israelitische Gemeinde Butzbach im Großhrrzogthum Hessen sucht einen Religionslchrer ledigen Standes, der, im Besitze von guten Zeugnissen, zugleich Borbeter und wo möglich auch Schächter ist und sofort eintretcn kann. Der Vorstand. Die Synagogen-Gemeinde Glciwitz beabsichtigt eine höhere fünfclassige Bürgerschule zu gründen, und sucht für die obere Claffe derselben einen akademisch gebildeten Lehrer, dem zugleich das Directorar übertragen werden soll, wofür ein Gehalt von jährlich 500 Thlrn. stipulirt ist. Derselbe muß sein Univcrsitäts-Triennium absolvirt haben, und gründliche ebräische und talmudische Kenntnisse besitzen. Reflcctanten haben ihre Anmeldungen nebst Studien - und Qualifications- Zeugnisse, sowie einen Ausweis über ihren religiösen Lebenswandel und ein Curriculem vilae bis spätestens den 15. März c. an den Unterzeichneten einzusenden. Gleiwitz, im Februar 1855. Die Schuldeputation. L. Hahn. Die Hofineisterstelle in Wien ist besetzt; hingegen habe ich jetzt in einer Mittlern norddeutschen Stadt zum 1. April c. eine Hauslehrcrstelle bei zwei Knaben von 9 und 11 ljz Jahren, die zu Tertia vorbereitet und in Religion und Hebräischem unterrichtet werden sollen, zu 150 Thlr. Firum und freier Station, in sehr anständigem Hause zu besetzen. Bitte um Anmeldungen: Magdeburg. Dr. L. Phi; lippson. Ein unverheiratheter Mann, der im Talmud und Ebräischen tüchtig ist und einen moralischen und religiösen Lebens-

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