Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 19 (1855)
- Issue
- Heft 3 (15.1.1855)
- Date
- 1855-01-15
- Page
- Seite 32 (sequence 6)
- Language
- German
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respectiven Zuhörer, namentlich auch evangelischer Confession, in unserer Synagoge seine Antrittspredigt, in welcher er den Beruf deS jüdischen Geistlichen im Judenthum, verbunden mit den Hauptprincipien des MosaismuS, trefflich entwickelte (l. M. 35, 10). Der Eindruck, den die ganze Feier überhaupt, verbunden mir Choralgesang und neuer Einrichtung des Gottesdienstes, auf Herz und Gemürh der Zuhörer hinterlaffen, ist nicht zu schildern, und lange noch wird uns diese erhebende Feier im Geiste vorschweben. Möge der Allmächtige seinen reichen Segen dem neugeschlossenen Bunde spenden! — Frieden den Nahen und den Fernen! — 8. W. Preußen. Magdeburg, 8. Januar. (Privarmitth.) Die uns aus dem SaroserKomitat übersandte Adresse gegen das Inserat in der Augsburger Allgemeinen Zeitung hat uns zu herzlichem Dank verpflichtet, kann aber gewisser Rücksichten wegen nicht mitgetheilt. werden. Die in jenem Inserate zu Tage liegende Perfldie bedarf weiterer Erwiederung nicht.-Bei dieser Gelegenheit nehmen wir Veranlassung, dem Herrn Oberrabbiner Fasse! in Gr. Kanischa unsere achtungsvollste Anerkennung darzulcgen. Obgleich wir in einem vor Kurzem in diesen Blättern gegebenen Ärükel unsre Ansicht im homiletischen Fache unumwunden wider den gedachten Autor ausgesprochen, stand er nicht an, in einer wichtigen religiösen Angelegenheit mit uns offen und nobel in Verbindung zu ireren, und hat dabei gezeigt, daß bei fester orthodoxer Ansicht er Einsicht genug in die Verhältnisse der Zeit besitzt, und nicht blind wüthet, um persönliche Zwecke zu verfolgen. Je erfreulicher uns diese seltene Erfahrung war, desto weniger können wir uns enthalten, unS darüber auszulassen. — Herr Oberrabbincr Kahn in Trier hat uns mehrere Artikel zukommen lassen, die aber so eilig geschrieben waren, daß wir sie nur zu geringem Theile enträthseln und daher nur den einen Artikel mittheilen konnten. — Die Einsendung von Vollmachten zu dem mehrfach besprochenen Memoire in der Lehrerangelegenheit hat einen erfreulichen Aufschwung-genommen. — Dr. L. PH. Magdeburg, 9. Januar. (Privatmitth.) Dem freundlichen Warner in Berlin meinen herzlichen Dank und Bitte um fernere Mittheilungen, mit der Versicherung, daß wir uns in keine Kopfflechtereien mit Leuten, die nur durch Polemik und Klatsch ihr kümmerliches Dasein zu fristen suchen, einlassen werden. Wir haben natürlich die Zeit und alle ihre Richtungen zu zeichnen, und scheuen hierin Niemanden — aber damit ist es zu Ende; dann überlassen wir alle diese Erscheinungen der gesunden Kraft deS gesitteten JudenrhumS, um aufzunehmen, zu absorbiren und hinauszuschaffen, wie es einem gesunden Organismus gebührt.-Die Zahl der Vollmachten hat bereits die Summe von 100 überstiegen. — Aus -er Provinz Posen, 25. December. (Privatmitth.) In Posen haben am 26. v. M. die letzten Ergänzungswahlen für die in diesem Jahre ausscheidenden, altern Mitglieder der Repräsentanten- Versammlung und des Verwaltungs-Vorstandes stattgefunden. Erstgenannte Behörde hat 25 Mitglieder, resp. 15 Repräsentanten und 10 Stellvertreter, während letzter aus 8 Gliedern, resp. 5 Vorstehern und 3 Stellvertretern, zusammengesetzt ist. Von diesen 33 Männern sollen netto 2/s (d. i. 22) der liberalen Partei an gehören. Unter den 5 Herren, welche den Verwaltungs-Vorstand bilden, scheint jedoch noch das onhodore Element das vorherrschende zu sein, was aber um so weniger Bedenken erregen dürfte, als doch der bekannte Sradlrath, Gastwirth Eduard Kaatz, an der Spitze der Verwaltung verblieben. — Die Rabbinatswiederbesetzungsfrage scheint für jetzt in den Hintergrund gedrängt zu sein. Auf wie lange? läßt sich nicht bestimmen. — Außer Posen giebt es noch drei andere große Gemeinden in der Provinz — nämlich Lissa, Rawicz, Krowszyn, — welche schon lange des geistlichen Oberhaupts entbehren, ohne noch im Entferntesten daran zu denken, wie diesem Mangel abzuhelfen wäre. Entweder man fühlt die Lücke gar nicht, — oder aber, man fühlt sie, trägt aber allerlei Bedenken, sie auszufüllen. Und welches sind diese hemmenden Bedenken? ES genügt, drei, — welche am schwersten in die Waage fallen, — zu nennen. Sie sind: vor Allem der Kostenpunkt; alsdann die Frage, ob der Anzustellcnde auch allen Anforderungen genügen würde? und endlich die — in der That nicht ungegründete — Beforgniß vor Parteiftreitigkeiten. — Jnowraclaw, welches ebenfalls zu den grö-