Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 19 (1855)
- Issue
- Heft 2 (8.1.1855)
- Date
- 1855-01-08
- Page
- Seite 24 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Druck und Papier aufs Beste zu sorgen, der Unterzeich-. nete unternommen, eine neue Ausgabe des trotz seiner• mehrfachen Auflagen so selten gewordenen i-mrp 22V ’ von R. Salomon aben Verga zu veranstalten, aus wel-! chem noch kürzlich das jüdische Volksblatt einige inter- : essante Auszüge mitgetheilt hat* *) und welches außer einer : Geschichte der Leiden der Juden wahrend des Mittelaltersj noch Berichte über mehrere zwischen Juden und Christen! gehaltene öffentliche Religionsdisputationen wie über meh-! rere falsche Mesfias' und die Feierlichkeit bei der Ein-' setzung der Erilfürsten, ferner eine genaue Beschreibungi des Tempels in Jerusalem wie der Feier, welche beim: Eintritte des Hohenpriesters in's Allerheiligste am Ver-j söhnungstaze stattfand und noch vieles andere Lesens-! werthe enthält. Die neue Ausgabe soll in drei Thcile - zerfallen, von denen der erste eine Einleitung in hebräi- \ scher Sprache, den correcten Tert nebst Angabe der in den verschiedenen Editionen fich stndenden Varianten und l zwei Register über die in dem Werke vorkommenden Personen- und Ortsnamen, der zweite eine Einleitung in deutscher Sprache und eine vollständige deutsche Ueber-; setzung nebst den erwähnten Registern und der dritte endlich Erläuterungen aus dem Gebiete der Geographie, Geschichte, Literaturgeschichte, Theologie, Alterthumskunde u. s. w. und außerdem noch wissenschaftliche Abhandlungen. über solche Materien enthalten soll, welche mit dem Inhalte des Lederet Jehuda im Zusammenhänge stehen, ungefähr wie die im zweiten Theile der Ascher'schcn Ausgabe von Benjamin von Tudela geschehen ist. Auf diese Weise hofft der Unterzeichnete, thcils durch eigene Anstrengung, theils durch die Unterstützung, die ihm bereitwilligst von Seiten der anerkanntesten jüdischen Gelehrten zugesagt worden ist, ein Werk zu liefern, das fich als ein nützliches und die Wissenschaft förderndes erweisen wird und wohl auf den Beifall des gelehrten Publikums rechnen darf. Wir benutzen diese Gelegenheit, den Freunden der jüdischen Literatur von einem jüdisch-literarischen Schatze Kenntniß zu geben, der fich am hiefigen Orte befindet und der nunmehr, nachdem die berühmten Bibliotheken von David Oppenheim und Heimann Michael nach Engvon Juden bezogen, unaufhörlich in dem „neuen Dolksfteunde," einem unter ihrer Verantwortlichkeit erscheinenden öffentlichen Organe, die Juden schmähet und beschintpft. *) Dies ist wohl Jrrrhum; vielmehr in unserm „Predigt- und Schul-Magazin" 2. Aufl. S. 450 ff. (Baumg. Leipz. 1854.) land ausgewandert find, wohl schwerlich noch seines Gleichen in Deutschland haben dürste. Dieselben Räume nämlich, in denen dereinst der genannte Prager Oberrabbiner wegen der damaligen österreichischen Censurgesetze seine Bibliothek hier in Hannover, wo sein Schwiegervater R. Liepmann Cohen lebte, aufgestellt hatte, umfassen jetzt eine andere, schätzbare jüdische Bibliothek, die ihr Vefitzer, Herr Rosenthal, mit großer Umficht und Sachkenntniß zusammenzubringen verstanden hat, die weit über 3000 Bände, worunter fast sämmtliche Erzeugnisse der hebräischen Typographie während des sechszehnten Jahrhunderts, umfaßt, sehr viele Raritäten und sogar einige uuiea enthält. Mit dem Inhalte seiner Bücher aufs Gründlichste vertraut, ist Herr Rosenthal damit beschäftigt, einen räsonnirenden Katalog derselben in hebräischer Sprache auszuarbeiten, und wenn er diesen, was wir im Interesse der Wissenschaft recht sehr wünschen, zu veröffentlichen fich entschließen sollte, so dürfte dies für die jüdische Bibliographie von dem wesentlichsten Nutzen sein. Auch bei unserem Unternehmen hoffen wir Gelegenheit zu finden, von der seltenen Belesenheit des Herrn Rosenthal mannichfache Beweise zu liefern. Dr. M. Wiener, Oberlehrer. Anzeigen. Vaeanz. An der israelitischen Schule zu Maisling bei Lübeck soll demnächst ein Religionslehrer angestellt werden, von welchem nächst streng religiösem Lebenswandel tüchtige Lehrgewandtheit vom Alphabet bis zur gründlichen Uebersetzung und Erklärung der Bibel gefordert wird. Gehalt circa 200 Thlr. Pr.-Crt. nebst fteier, anständig meublirter Wohnung. Bewerber wollen fich unter portofteier Einsendung einer Copie ihrer Zeugnisse baldigst anmelden bei dem Schulvorstand. December 1854. krimo April 1855 wird die Stelle eines Religionslebrers und Cantors bei hiesiger Gemeinde vacant; außer fteier Wohnung und Heizung ist das Gehalt 180 Thlr. Die hierauf Reflectirenden wollen fich unter Vorlegung ihrer Zeugnisse persönlich an Unterzeichneten wenden, wobei bemerkt wird, daß nur Unverheirathete engagirt und Reisekosten nicht vergütet werden. Duislacken i. d. Rheinprovinz, im December 1854. Der Vorstand der israelitischen Gemeinde.