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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1855-01-08 · Heft 2 (8.1.1855) · p. Seite 21

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
19 (1855)
Issue
Heft 2 (8.1.1855)
Date
1855-01-08
Page
Seite 21 (sequence 9)
Language
German
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21 phische und philologische Bildung erlangte er auf dem hiesigen Kreuz-Gymnasium, daS er mit einem sehr ehrenvollen MaturitätSzeugniß verließ und sodann die Universität Berlin bezog, wo er den bezüglichen Studien mehrere Jahre mit vielem Fleiße oblag. Im Jahre 1840 nach Dresden zurückgekehrt, ward er bald als Religionslehrer bei hiesiger israelitischer Gemeindeschule angestellt, erhielt 1841 von der sächsischen Landes-Universität das Doctordiplom und im Jahre 1844 vom Oberrabbiner Dr. Frankel die Erlaubniß, über Ritualfragen zu entscheiden. Seine Aufsätze in der Frankel'schen Monatsschrift sind bekannt, auch citirt Böttcher in seinem 1846 erschienenen Werke de inferis hebraeorum mehrere seiner (noch ungedruckten) Psalmübersetzungen. Seine Richtung ist die des gemäßigten ConservatismuS, gleich weit entfernt von stabiler Orthodorie und Minhag-Sublimirung, sowie von solchen Reformen, die dem Geiste deS JudenthumS nicht entsprechen oder überhaupt den Frieden in der Gemeinde stören könnten. — Die Kunde von dem zu Prag erfolgten Ableben deS dafigen würdigen Tempelvorstehers Herrn David Fifchel hat auch hier allgemeine Theilnahme erregt, da dieser edle Mann mehrere Jahre hier verlebte und durch seine große Wohlthätigkeit, seine ächte Humanität und den regen Eifer für Entfaltung deS Guten und Schönen unter seinen Glaubensgenossen bei allen Kreisen Liebe und Anerkennung sich erwarb. Friede seiner Asche! — Worruö, im Dezember. (Privatmitth.) DaS amtliche Verzeichniß der Vorlesungen an der Universität Gießen führt auch einen Studenten an, der „jüdische Theologie" studirt; es ist jedenfalls ein beachtenSwerthes Moment, die jüdische Theologie von osficieller Seite benannt zu sehen. DaS großherzoglich hessische Regierungsblatt enthält unter den officiellen Ernennungen der Staatsdiener auch die deS israelitischen LehrerS an der jüdischen Elementarschule zu Ossenheim. In der „Didaskalia" Nr. 310 wird der Redacteur d. Ztg. wegen seines StrebenS für Colouifirung unserer Glaubensgenossen in Spanien mit den rühmlichsten Ausdrücken und mit aller Anerkennung erwähnt. Rabbiner Präger ist als Rabbiner von Mannheim definitiv ernannt. Oesterreichischer Kaiserstaat. Wien, 29. Dezember. (Privatmitth.) DaS bürgerliche Jahr gehet zu Ende. Ich gedachte eine Bilanz zu machen; aber Eie haben mich dessen fast enthoben 2■'EaatJ iraa* rrb» nsb *>-**• Alle Hoffnungen brechen zusammen. Blatt um Blatt fällt ab, Zweig um Zweig wird gewaltsam abgerissen; — der Stamm, der geheiligte und geweihete, bleibt. Zu bedauern sind diejenigen, die Jahre hingeopfert haben, die beste Zeit ihres Lebens, um sich für den Staatsdienst zu befähigen, und nun, nachdem sie daS Ziel erreicht und mit vielem Fleiße und Bemühen die Studien durchgemacht, verweist man sie mit einem einfachen Bedauern, daß man sie zu einem Amte nicht zulassen kann. So gern ich es wollte, so kann ich doch die Aussichten für die künftige Zeit nicht als günstig hinstellen. Ich habe die feste Ueberzeugung, daß daS Judenthum auch aus dieser Versuchung gereinigt und geklärt hervorgehen wird. Wenden wir den Blick nach Innen. Letzten Sonntag fand zum erstenmal die Prüfung der Zöglinge deS hiesigen Handwerkervereines statt. Der Vorstand so wie mehrere Wohlthäter des Vereins waren dabei anwesend, auch die christlichen Meister waren geladen. Der Prüfung voran ging der Gottesdienst. Herr Dr. Wolf hielt eine angemessene Rede, die nicht ohne Wirkung blieb. Der Tert war aus dem Wochenabschnitte, der Samstag gelesen ward ymz und zwar über die Aeußerungen der Brüder Josefs a-^rs und dann wieder a-'awrr ba» „was ist schuldig, was ist unschuldig?" und zwar zunächst in Bezug auf das jüdische Handwerkerleben. Die Prüfung entsprach allen Erwartungen, und mit gutem Wissen können wir behaupten, daß hier nirgends für Handwerker so viel geschieht. Interessant waren auch die Arbeiten der Handwerkslehrlinge, die da zur Ansicht Vorlagen. ES ist jetzt die gegründetste Hoffnung, daß wir einen tüchtig gebildeten Handwerkerstand erziehen. Gegenstände der Prüfung waren: biblische Geschichte, Lectüre, Stil, GeschästSaufsätze, Naturwissenschaftliches, Geographie und Rechnen. Die Schwerz. Aus dem Aargau, im December. (Privatmitth.) ES ist häufig beobachtet worden, daß ein ertremeS,

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