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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1853-12-05 · Heft 50 (5.12.1853) · p. Seite 637

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
17 (1853)
Issue
Heft 50 (5.12.1853)
Date
1853-12-05
Page
Seite 637 (sequence 7)
Language
German
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tltMUHltiiVti«** 637 Schulen; — zusammen: 273 evangelische, 157 katholische, 18 Simultan-, 5 jüdische, überhaupt in der Provinz 453 Schulen. Dagegen zu Ende 1852 im Regierungsbezirk Posen 405 evangelische, 793 katholische, 44 jüdische, überhaupt 1242 Schulen; im Regierungsbezirk Bromberg 395 evangelische, 316 katholische, 5 Simultan-, 29 jüdische, überhaupt 745 Schulen; — zusammen: 800 evangelische, 1109 katholische, 5 Simultan-, 73 jüdische, überhaupt in der Provinz 1987 Schulen. sJn diesen 37 Jahren sind also in dem Regierungsbezirk Posen die Zahl der jüdischen Schulen von 4 auf 44, im Regierungsbezirk Bromberg von 1 auf 29, in der ganzen Provinz von 5 aus 73 gestiegen, sie haben sich also beinahe verfünszehnfachl, während die christlichen Schulen sich nur vervierfacht. Redakt.) AuS der Provinz Posen, im November. (Privatmitth.) Zn Rawicz sind neulich unter 15 neugewählten Stadtverordneten nur zwei, in Jnowraclaw dagegen unter 12 Stadtverordneten fünf Juden mitgewählt worden. — Prediger Pleßner aus Posen hat Ende dieses Sommers wieder eine Rundreise gemacht und aus derselben diesmal größtentheils polnische Gemeinden besucht. Seine religiösen Vorträge sind überall mit großem Enthusiasmus auf-! genommen worden. In Warschau hat Herr Pleßner in allen 12 Synagogen gepredigt. Von da ist er Ende September wieder nach Posen zurückgekehrt, wo er nach wie vor in der „Neuen Schule" als Prediger fungirt. — In Gnesen, wo seit 2'/« Jahren das Kantorat unbesetzt gewesen, ist vor Kurzem wieder ein neuer Kantor ausgenommen worden. Da die Aufnahme aber nur durch den Gemeindevorstand geschehen war, so protestirten mehrere Gemeindewitglieder bei der k. Regierung zu Bromberg gegen dieselbe, angebend, daß ein jüdischer Kantor und Schächter — in die Kategorie der geistlichen B eamten gehörig — nicht einseitig durch den Vorstand, sondern nur in Folge einer allgemeinen Wahl und einer bei derselben erhaltenen Simmenmajorität angestellt werden könne. Die genannte Regierungsbehörde wandte sich sofort an Herrn vr. Gebhardt, Rabbiner und Prediger der Gemeinde Bromberg, und forderte diesen auf, sich gutachtlich darüber auszulaffen, „ob ein Kantor und Schächter an einer jüdischen Gemeinde Kenntnisse besitzen müsse, die ihn befugt machen, rabbinische Funktionen zu verrichten, und ob er überhaupt in die Kategorie der geistlichen Beamten des JudenthumS gehöre?" — Herr Dr. Gebhardt hat diese Frage verneinend beantwortet, worauf die k. Regierung entschied, daß die, vom Vorstande der Gemeinde auSgegangene Wahl des neuen Kantors gesetzliche Giltigkeit habe, und ein Protest auS den erwähnten Gründen durchaus nicht zulässig sei. Diesem Regierungsbescheide muß um so mehr Wichtigkeit beigekegt werden, als derselbe mindestens für die jüdischen Gemeinden des Regierungsbezirk Bromberg maßgebend sein dürfte, unter denen es noch mehrere giebt, in welchen ähnliche Verhältnisse obwalten. — In dem benachbarten Königreich Po len ist vor dem jüngsten Suckotfeste ein schwerer Cherem (Bann) auf daS „Einführen von ESrogim (Paradiesäpfeln) auS den benachbarten deutschen Staaten" gelegt worden. Vielmehr muß Jeder, welcher einen Esrog haben will, denselben aus Warschau sich kommen lassen und dafür mindestens 2 Silberrubel (2 Thlr. 6 Sgr. 8 Pf.) zahlen. Bon dem Verdienste, den dieses Geschäft abwirsr, wird in Warschau nicht nur ein neues jüdisches Hospital unterhalten, sondern noch manche andere wohlthärige Handlung ausgeführt. Die Esrogimhandlung in Warschau bezieht den betreffenden Artikel direkt von Korsika. fditcvatifdte Nachrichten. Aus Mähren, 8. November. Die Presse ist einer der mächtigsten Hebel unsers Jahrhunderts, deren gewaltigem Andringcn, so ungern man dies eingesteht, keine Macht auf Erden auf die Dauer widerstehen kann. Es giebt kein Gebiet, Literatur und Kunst, Politik und Industrie, daß nicht durch die Presse einen kräftigen Anstoß erhalten und zur rastlosen Thätigkeir angetrieben wird. Die ernste Wissenschaft, die sich um die Lösung der höchsten und wichtigsten Probleme abmühl, wie der auf öffentlichem Markte verkehrende, dem Materialismus huldigende Handel können ihres hilfreichen Beistandes nicht entbehren. Die schnellen Kommunikations- und Beförderungsmittel der Neuzeit, Telegraph, Eisenbahn und Dampfscbiff machen auch einen schnellem Gedankenaustausch, einen raschem Verkehr der Geister nothwendig. Beide unter» ji s! -

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