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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1853-11-14 · Heft 47 (14.11.1853) · p. Seite 596

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
17 (1853)
Issue
Heft 47 (14.11.1853)
Date
1853-11-14
Page
Seite 596 (sequence 8)
Language
German
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596 cher die wichtigsten öffentlichen Lasten tragen Hilst, auch, so weit möglich, zum vollständigen Genüße der öffentlichen Rechte zugelassen werde. Nach dem §. 13 deS Entwurfs ist dem Juden im Herzogthum gestattet nach anderen Orten im Herzogthum überzusiedeln und sich daselbst niederzulaffen, d. h. wenn er 1) ein hinreichendes Vermögen nachweist um ohne einen besondern Erwerbszweig leben zu können, oder 2) einen wissenschaftlichen Erwerbszweig hat, oder 3) ein Handwerk zu betreiben beabsichtigt und in beider Hmsicht die zur Erlangung der persönlichen Befähigung hierzu erforderlichen Bedingungen erfüllt hat, oder 4) wenn er einen ordentlichen Handel en gros oder en detail mit einem offenen Laden, eine Manufaktur oder eine Fabrik betreiben will, und außer den hierzu nach den an jeden Orten geltenden Vorschriften erforderlichen Befähigung, den Besitz eines eigenen Vermögens von wenigstens 800 ReichSbankthaler genügend nachweist. §. 21. Für den Unterricht in der Religion wird ein bestimmtes Lehrbuch in dänischer und deutscher Sprache autorisirt werden, und sollen sich künftig alle jüdische Knaben und Mädchen einer öffentlichen Prüfung unterwerfen und ein GlaubenSbekenntniß ablegen. Rach einer Bestimmung deS Schulregulativs steht es dem Oberlehrer zu, die Schulbücher selbst zu wählen, und da ich die Schule vor einem halben Jahre übernahm, machte ich von diesem Rechte Gebrauch. Vor Kurzem erhielt ich jedoch den Befehl, kein anderes Rechnenbuch m der Schule zu dulden, als das neu erschienene Feldbergische, worin nur nach ReichSbanko gerechnet wird; eben so wird es mit mehreren Büchern gehen. Wie wird eS überhaupt mit der Schule werden? Viele Leute werden von hier wegziehen, und die hiesige große schöne Gemeinde wird sich bedeutend reduziren. ES wäre vielleicht Schade für die herrliche Synagoge und das fast noch ganz neue und wohleingerichtete Schulgebäude! — Ob wir Beamten im Herzogthum in unsrer Stellung bestätigt werden, hängt vom allerhöchsten königlichen Ministerium ab. Stieravtfdbe Nachrichten. Hannover, im Oktober. Am 5. September d. Z. erfolgte der Tod Georg Depping's zu Paris. Dieser Schriftsteller interesfirt uns nicht nur als Deutscher, indem er 1784 zu Münster geboren ward, sondern noch mehr wegen seiner literarischen Leistungen, von denen einige für die jüdische Literatur von besonderem Jntereffe find. Er schrieb nämlich 1823 seinen Versuch über die Gnostiker und 1834 seine nunmehr auch ins Deutsche übertragene lüstoircdes juifs au moyen äge, welcher die Acaderuie des inscriplious et des belles-leltrcs ihre Anerkennung erthcilt hatte. Wir theilcn bei dieser Gelegenheit das in voriger Woche in Wolfenbüttel stattgehabte Ableben S. M. Ehrenbergs mit, welcher der Lehrer von Zunz, Zost und mehrerer anderer viel genannter Männer tvar. Seit April 1807 als Inspektor der jüdischen Freischule zu Wolfcnbüttel angcstellt, war er in den letzten Jahren wegen vorgerückten Alters penfionirt und schon waren die Vorbereitungen ztrr seiner achtzigjährigen Geburisfeier getroffen, als der Tod ihn überraschte. Er war bekanntlich auch Versaffer mehrerer brauchbarer Schulbücher. — Von Herrn Dr. Fr. Jolowic; ist so eben unter dem pompösen Titel „Polyglotte der orientalischen Poesie" ein Werk erschienen, das fick als eine Sammlung der vorzüglichsten Dichtungen der Afghanen, Araber-, Armenier, Chinesen, Hebräer, Javanesen, Inder, Kalmücken, Kurden, Madagaffcn, Malayen, Mongolen. Perser, Syrer, Tartaren (Tataren), Tscherkesscn, Türken, Ueziden rc." ausgiebt. Das Magazin für die Literatur des Auslandes bemerkt über dasselbe, daß es zu denjenigen Büchern gehöre , deren Verfasser, trotzdem daß daS Buch eine vortreffliche Form und sogar seinen praktischen Werth hat, doch keine „Schriftsteller" zu nennen find, weil diese von eigenem Geiste blutwenig darauf verwandt und nur mit einer gewissen Geschicklichkeit das zusammengestellt haben, was Andere mit schöpferischem Fleiße und Talent bearbeitet haben. Von allen Sprachen welche Herr Jolowicz in dem genannten Werke behandelt, dürste er wohl kaum eine gründlich verstehen und vielleicht nur eine einzige (die hebräische) wirklich studirt haben. „Es ließe sich leicht Nachweisen, daß der Herausgeber eine nur sehr dunkle Kenntniß von dem habe, was namentlich Engländer und Franzosen über die Literaturen der Inder, Perser, Araber, Chinesen rc. in Europa veröffentlichten und daß er andererseits mit zu gutem Glauben dasjenige akzeptirt, was deutsche Dichter, wie z. B. Bodenstedt über Mirza Schaffy

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