Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 17 (1853)
- Issue
- Heft 47 (14.11.1853)
- Date
- 1853-11-14
- Page
- Seite 592 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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SSL Der Fünfte. Sind die Wüste wir durchzogen, Hat Sayoun uns nicht betrogen. Har Samum uns nicht begraben: Werden wir am Ziel unS laben. Ob auch weit die Wüst' fich breitet, Weil von Welt zu Welt sie leitet — So wir Eine Welt verlassen, Müssen wir die Andr' umfassen. * * * Nacht deckte die Erde- Da legte fich Morgenroth Auf die Gipfel, die höchsten. Drunten die dunkelen, nächtigen Thäler Und die Ebne unter den Flügeln Großer Schattenkoloffe, Droben, am Himmel noch Dunkel — Da Flammenroth im Ost, fich legend Auf die Gipfel, die höchsten. Allein, die Herolde des Lichts, die einsamen Pharen — Hinauf, hinauf zum Morgenroch, zum tagenden Lichte'.... Auf die gigantischen Blöcke Granit'S: Ha! wie fie wurzeln Zn der Erde innerstem Grunde, Wie fie steigen unverwitterlich fest — Aber das Licht ist nicht da. Nur ein Schimmer hellen Lichtes Fällt auf die Gipfel Graoit's, Licht verheißend, aber nicht Licht... Die erste Zeit. Weiter hinauf— auf die Kuppen Basalt'S, Auf die von mächtiger Flamme gerundete« Kuppen Basalt's — Mühsames Klimmen: Oft stürz' ich zurück in die Tiefe, Oft folg' ich irrenden Steigen, Die hinunter zur alten Nacht Und noch tiefer verführen... Dennoch gelang' ich auf die Kuppen Basalt'S — Aber das Licht ist nicht da, Heller der Schimmer, Lichter streifen hinab schon, Lichter buntfarbigen Glanzes, Lichter, aber nicht Licht... Die zweite Zeit. Also noch einmal hinauf? Aber die Säule des Sandsteins. Die wie Meißelgeglättete, steile, Vielgestaltig, zerklüftet, zerbröckelnd, Die soll ich hinauf?... Droben lieget die Flamme des MorgenrothS. Willst Du in Morgenroth baden die sehnende Brust? Soll Dein Auge das flammende Licht schau'n, Wie es dringt durch der Welt Nachtgrau'n, Soll um Dein Haupt in der goldenen Strahlen Tanz Winden fich der ewige Strahlenkranz, Willst Du steh'n auf den Gipfeln, den höchsten, Die die Erde beschauen, dem Himmel am nächsten. Und die Erd' Äerschau'n, und noch tief in den Aether — Nein! nicht rasten ... nicht später — Sondern hinauf des Sandsteins Säule, Die Felswand, die steile — Dann ist vollendet die dritte Zeit — Und Du kämest zum Ziele, Wandrer, Wüftenpüger, Felsenerklimmendes Zftael! III. Zage nicht, Israel! Ob das Laub vom Lager rauschet. Einmal fiel's und zwei- und dreimal Welk vom Baume: Aber endlich grünt er ewig. Trägt das Laub und trägt die Früchte — Wahrheit fünf ich im Gedichte. Zage nicht, Israel! Ob Du ziehst durch dürre Wüste, Ein' hindurch und zweit' und dritte, Schreckensreiche: Kommst doch zu der grünen Aue, Wo es sprießt voll Blüth' und Früchte — Wahrheit fünf ich im Gedichte. Zage nicht, Israel! «Klimmst Du auch auf Felsgesteine, Ein- und zwei- und dreigethürmte. Nackt und dunkel: Auch die Höh' ersteigst Du endlich, Hell von Morgenroth und Lichte — Wahrheit fünf ich im Gedichte!