Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 2 (1838)
- Issue
- Heft 73 (19.6.1838)
- Date
- 1838-06-19
- Page
- Seite 294 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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294 legte —- Moral-Theologie— Ritual-Theologie — Verstandniß des Talmud — theoretische und praktische Homiletik -— israelitische Geschichte von der Zeit des zweiten Tempels an. — Die Texte in fast allen diesen Gegenständen sind die Schriften der Proftsioren, von denen die Notes sur les proplieties d’lsaVe pubiiees paf Rosenmiiller (Leipsic 1835). und die Pf oiegomeni ad una Grammatica ragionata della Lingua ebraica (Padoue 1836) zum Theil als Versuch dienen können. Die Professoren beeilen sich nicht, ihre Schriften zu veröffentlichen^ wegen dee Veränderungen und Verbesserungen, welche tägliches Studium und die Diskussion mit den Zöglingen selbst heranbringt, deren geringe Anzahl die sokratische Methode, die Quelle so vieler Vortheile für die Wissenschaft, die Studirenden und Unterrichtenden, anwendbar macht. Die Zöglinge des Collegiums werden auch Ln der anatomisch-chirurgischen Theorie der Beschneidung unterrichtet. Or. Samuel Me ooro, Israelit zu Padua, einer der ersten chirurgischen Operateure Italiens, gibt diesen wichtigen Unterricht umsonst. Samuel David Luzzato. —. Vor Kurzem hat in Venedig ein höchst talentvoller und tugendhafter Israelit, Herr Samuel Roman in i die Geschichte der Assassinen von Hammer-Purgstall in das Italienische übertragen (Padua, 1838.), nachdem er früher schon die Geschichte des osmanischen Reiches von dems. Vers. (Venedig 1828 — 32.) vollendet hatte. Er ist der Enkel des in ganz Italien berühmten Chirurgen Air. Samuel Vita Rom an in L zu Sanvito, der gleicherweise durch seinen Charakter höchst ausgezeichnet war. (1t medico, opera crit. 1786 p. 50.) S. D. L. Theologie. Replik des Verfassers der „Hamburger religiöse Zustände." Vorbemerkung der Redaction. Wir machen darauf aufmerksam, daß jedenfalls dies das letzte Wort in dieser Angelegenheit ist. Die Sache, und nicht der Mann! ist und bleibt unser Grundsatz. So sehr nun bisweilen die Sache mit der Persönlichkeit verwachsen ist, so muß doch die Discussion ein Ende nehmen, sobald sie in das Gebiet der Persönlichkeit hinüberzutreten beginnt. Der Verfasser der „Hamburger religiöse Zustande" findet sich durch die sonderbare Anzapfung in No. 64 zu folgenden Erläuterungen gedrungen. 1. Es war lediglich der Zweck seines „totalen Aufsatzes" dem Auslände eine Schilderung des gegenwärtigen Religionszustandes einer großen Gemeinde zu geben, in welcher seit nun schon zwanzig Jahren diejenigen Einrichtungen bestehen, die in andern theils noch gar nicht, theils erst ganz neulich ins Leben getreten sind. Es sollte dabei keine Persönlichkeit berührt werden, und wenn dennoch der Name des Herrn Becnays genannt und die Außenseite seines Systems beschrieben werden mußte, so geschah dies blos, weil dessen Stellung so völlig exceptionell, und der ganze Standpunkt seiner Synagoge — also hier der größte Theil der Hamb. Judenschaft — so sehr in dieser Individualität bedingt ist, daß wo! ohne Widerspruch behauptet werden darf, es würde unmöglich sein, ihm eintretenden Falls einen durchaus gleichgesinnten Nachfolger zu geben. Die B—sche Wirksamkeit wurde nun dort, eben wie dienebenstehenden, von ihren Licht- und Schattenseiten, und so weit der Verf. es sich bewußt ist, mit voller Unparteilichkeit sine ira et studio dargestellt, da Niemand das Recht hat, dergleichen Erscheinungen mit fremder Elle zu messen. 2. Beiläufig mußte und sollte aus diesen faktischen Darstellungen erhellen: einerseits, daß die verschiedenen Ansichten, daß namentlich Synagoge und Tempel hier nicht sogar weit von einander entfernt stehen, als manche Partheimanner wol glauben machen möchten; daß mithin die TempellMte, wenn sie sich einbilden, der Synagoge Wunder wie weit voraus zu sein, eben so thöricht handeln, wie gewisse Orthodoxe, die sich und den Ihrigen auf das Strengste untersagen, eine Predigt im Tempel mit anzuhören. — Andererseits aber war es Pflicht der Gerechtigkeit, ebenfalls dem Auslande darzuthun, daß B. der Ultra - Eonservative durchaus nicht ist, zu dem man ihn gern stempeln möchte. Zum-Rabbinen in Posen rc. ist er nun einmal durchaus verdorben! Daß er nicht den allgemein beliebten Weg einschlägt; daß er auf die Weise, die er für nützlich hält, nur Saaten für die künftigen Geschlechter aussireut, indem er das Starre flüßig zu machen sucht; daß er dabei den Schein einer zu großen Sorge für seine persönliche Ruhe nicht genug vermeidet und sich auch dem Vorwurf Kohelet XI. 4 aussetzt; daß er sich sogar vielleicht einen Einfluß bei der hyperorthodoxen Parthei erträumet, den er in Wahrheit nicht besitzt; ja daß er seine hellsten Theoreme für den engen Kreis j seiner Familiären aufspart — das Alles wird keinen Bil-! ligdenkenden verhindern einzusehen, daß er der modernen Richtung des Judenthums weit naher steht, als der entgegengesetzten. Und so lehrt denn auch die Erfahrung, daß