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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1853-11-07 · Heft 46 (7.11.1853) · p. Seite 581

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
17 (1853)
Issue
Heft 46 (7.11.1853)
Date
1853-11-07
Page
Seite 581 (sequence 5)
Language
German
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581 großem Handelsgewandtheit der »jüdischen Kaufleute und durch eine diese Furcht benutzende frömmelnde Agilation dazu verleiten lassen, an den Landtag eine Petition für die Wiederherstellung der alten Beschränkungen des UmzugSrechtS inländischer Juden zu richten. Der Landtag har diese Petition jedoch zurückgewiesen. Er fand eS um so bedenklicher, dem Gesuche Folge zu geben, als gerade die volle rechtliche. Gleichstellung der Israeliten sich als das beste Mittel auch ihrer geistigen und sittlichen Emanzipation bewährt habe. In Betreff der in diesen Blättern bereits erwähnten Einweihung der neuen Synagoge, welche die strenggläubige ^Partei in Frankfurt am Main vor Kurzem erbaut hat, ist nach der „Köln. Zeit." noch nachzutragen, daß der Baustil so wie die innere Einrichtung derselben aller Anerkennung werth ist, und daß die Synagoge überhaupt eine Zierde der genannten Stadt ist. Die kostbaren Decken und Gefäße sind zum großen Theile Geschenke der Herren v. Rothschild und Goldschmied. ES sollen sich. darunter einige interessante Reliquien des Judenthums befinden. Bemerkenswerth ist es auch, daß, wie uns mitgetheilt worden, man damit umgeht, in der genannten Synagoge Chorgesang einzuführen. — Ergänzend muß ich in Beziehung auf meine Korrespondenz in Nr. 43 dieser Zeitung bemerken, daß wir gegenwärtig auch einen zweiten jüdischen Bezirisvorsteher hier haben, nämlich den wiederholt zu diesem Amte gewählten Herrn A. Frank. Derselbe ist gleichzeitig Vorsteher der Malerinnung. Den technischen Fähigkeiten deS genannten Herm Frank ist auch bereits mehrfach die verdiente Anerkennung geworden, indem derselbe nicht allein seit langer Zeit zum königlichen Hoflakirer ernannt ist, sondern bereits fünf Preismedaillen erhalten hat, worunter eine vom Könige von Preußen, eine vom Könige von Sachsen und drei vom hiesigen Könige. — In weiteren Kreisen verdient es auch bekannt zu werden, daß bei der am 15. h. d. M. in Halle stattgehabten akademischen PreiSvertheilung der erste Preis in der medizinischen Fakultät unter der lobendsten Anerkennung dem vr. Friedländer zu Theil wurde, der früher zweiter Prediger der Reformgenossenschafl zu Berlin war und später in gleicher Eigenschaft in Münster wirkte, woselbst er aber seine Stelle als mit seiner religiösen Uebrrzeugung unvereinbar aufgab und die Medizin zu seinem nunmehrigen LebenSberufe wählte. ES gereicht demselben diese Anerkennung aber zu um so größerem Ruhme, als er sich erst im vierten Semester seiner medizinischen Studien befindet. Bereits vor 9 Jahren gewann derselbe in der theologischen Fakultät den ersten Preis. Preußen. Berlin, 28. Oktober. Den derben Artikeln in der letzten Nummer Ihrer Zeitung über den Mangel an allem Religionsunterrichte in Berlin scheint die Erledigung auf dem Fuße folgen zu sollen. Am Schmini Azeres fand nämlich in der hiesigen zweiten Synagoge eine in der alten Gemeinde neue Feierlichkeit statt: Herr vr. Landsberg nämlich, der sehr beliebtePrediger dieser Synagoge, hielt unter ungewöhnlichem Andrange eine Konfirmation von 7 Knaben ab, und der religiöse Eindruck derselben war so groß und allgemein, daß in der Gemeinde mit dem wärmsten Eifer der Wunsch laut wurde, eS möchte der Genannte definitiv als zweiter Prediger angestellt, und eine hier noch fehlende Religionsschule unter seiner Leitung errichtet werden. Bereits haben sich die in dieser Absicht an den Vorstand gerichteten Petitionen mit Hunderten von Unterschriften bedeckt. —. Eine Ministerialverfügung hat entschieden, daß die hiesigen jüdischen Grundbesitzer die auf den Grundstücken lastenden Abgaben für die christlichen Kirchen zu zahlen hätten. Breslau, 12. Oktober. Den hiesigen Israeliten wurden, als sie am heutigen Feste die Synagoge besuchten, Traktätchen überreicht, welche ihrem Inhalt nach auf deren Bekehrung zum Christenthume hinwirken sollten. (N. O. Z.) (Wenn sich so etwas Juden erlauben wollten! Red.) Oesterreichischer Kaiserstaat. Wien, 28. Oktober. (Privatmitth.) Ich habe stets gezögert Ihnen zu schreiben, ich dachte Ihne» vielleicht etwas Erfreuliches mitzutheilen. Es ist aber bis jetzt nichts geschehen. Die Herren Bertteter konnten bis jetzt keine Audienz haben, weil Se. Majestät erst auS München zurückgekehrt ist. Wenn ich recht unterrichtet bin, so ist der beiläufige Inhalt des Gesuches folgender. Se. Majestät war so gnädig, den

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