Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1853-11-07 · Heft 46 (7.11.1853) · p. Seite 579

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
17 (1853)
Issue
Heft 46 (7.11.1853)
Date
1853-11-07
Page
Seite 579 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/3224737-3225822-3225869--13481-3299799
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

579 bloßer Blick auf die reichhaltige Sammlung, die sich auf 149V Werke beläuft, lehrt den Werth derselben kennen; die Manuskripte, deren Anzahl Zunz noch im Jahre 1845 zu 23 angab (vgl. zur Geschichte und Literatur I, p. 243) enthalten in 69 codicibus nicht weniger als 124 Werke; unter den 48 Inkunabeln befinden sich mehrere, die man vergebens in Deutschland und vielleicht selbst in London und Orford wiedersuchen würde, und von den später edirten Werken finden sich hier die seltensten Ausgaben und meistens die eäiliooes priocipes. Ueberzeugt, daß diese Angaben genügen werden, den seltenen Reichthum und den bedeutenden Werth der erwähnter: Büchersammlung darzuthun, wünschen wir sehnlichst, daß sich ein begüterter jüdischer Bibliophile oder ein sonstiger Gönner der jüdischen Wiffenschaft finden möge, der diese ausgezeichnete Bibliothek ankaufte oder daß sich mehrere Wohlhabende unter unseren Glaubensgenossen zusammenthun möchten, um einen Schatz zu erwerben, der ihnen den wärmsten Dank der Nachwelt sichern und ein nimmer versiegender O-uell der Belehrung für sämmtliche Jünger der so wenig unterstützten jüdischen Wiffenschaft sein würde. Die ganze Sammlung, welche anfangs für den verhälrnißmäßig so geringen Preis von 4900 Gulden angeboren wurde und wegen deren Ankauf auch bereits der verstorbene Buchhändler Ascher in Berlin in Unterhandlung stand, dürfte jetzt wahrscheinlich für einen noch geringern Preis zu erstehen sein, und wir legen diese Angelegenheit unseren sämmtlichen Glaubensgcnoffen in Deutschland dringend an's Herz, damit diese schätzbare und gewiß nicht so leicht wieder vorkommende hebräische Bibliothek nicht entweder gleich der Oxpenheimer'schen oder der Michael'schen ins Ausland zu wandern genöthigt sei, wo sie nur sehr schwer und nur sehr wenigen jüdischen Literaten zugänglich ist, oder gar, nachdem sie von dem verstorbenen Besitzer mit so vieler Sorgfalt und so vielen Kosten mühsam zusam mengebracht worden ist, vereinzelt und zersplittert werden müßte. vr. M. Wiener. Zeitungsnachrichten. Deutschland. Frankftrrt, 20. Oktober. Die ständige Bürgerrepräsentation hat in ihrer gestrigen Sitzung einen Antrag, dahin gehend: gegen die unter Mitwirkung der israelitischen Bürger statifindenden Urwahlen beim Senate zu proleftiren, und den aus diesen Wahlen hervorgehenden gesetzgebenden Körper nicht zu beschicken, mit 17 gegen 8 und 3 suspensirte Stimmen abgelehnt; demgemäß die zu den drei Wahlabtheilungen abzuordnenden Mitglieder erwählt. Worms, 27. Oktober. (Privatmitth.) Das hiesige Komite zur Renovirung der Alterthümer erhielt so eben das in französischer Sprache vom Konsistorialrabbinen Klein in das Departement Kolmar versandte gedruckte Zirkular, welches zur Theilnahme für obigen Zweck auffordert. In der edelsten und glühendsten Sprache empfiehlt Se. Ehrwürden den Herren Rabbinen für gedachten Zweck zu wirken, und wünscht die gesammelten Beiträge an ihn gelangen zu lasten, die er alsdann hierher befördern werde. Gestatten Sie, Herr Redakteur, eine Stelle auS jenem Zirkular hierher zu setzen. Sie lautet: „Et qui de nos coreligionaires ne sempressera pas ä porter son obole sur l’autel de Ia religion? Et qui se refusera ä contribuer ä la Conservation de ces monuments que la piete des anciens temps a eriges ä ces lumieres de la religion, ä ces martvrs de la foi et ä ces hommes intrepides et genereux, qui se sont devoues pour le salut d’Israel et auxquels se raltachent tant de sublimes et d’attendrissans Souvenirs!“ — Die wiener Medizinalzeitung brachte jüngst einen Artikel aus Berlin, in welchem von einem Prozeß berichtet wird, der in Folge einer Beschneidung erstand, indem sich durch die Meziza von Seiten eines höchstwahrscheinlich ungesunden MohelS an dem Kinde unverkennbare Spuren der Syphilis zeigten. Der Mohel ist inzwischen gestorben. Da leider gedachte Falle noch immer Vorkommen, so machen wir dringend aus einen Artikel von hier auS in Nr. 37 d. Dl. vom vorigen Jahre aufmerksam. Hier, und fast in ganz Süddeutschland wird Meziza nicht mehr angewendet und die Schnittwunde wird durch Gebrauch des bekannten Schießwassers „aqua vulneraria Thedenii“ in den allermeisten Fällen schon am zweiten Tage geheilt. Wir bitten im Interesse der Religion und der Humanität die im obigen Artikel beschriebene Praxis überall zu besolgen. Schreiber dieses, der viele Jahre hindurch die VerfahrungSweise im Norden gesehen, kann nicht umhin, der hiesigen den vollsten Vorzug zuzuerkennen. Mögen diese Worte Beherzigung finden, rona r»?y eon yaiöit bm.— In diesen Tagen wurde hier der zwölfte Jahrgang des

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.