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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1853-10-31 · Heft 45 (31.10.1853) · p. Seite 573

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
17 (1853)
Issue
Heft 45 (31.10.1853)
Date
1853-10-31
Page
Seite 573 (sequence 9)
Language
German
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573 ein zärtlicher (Batte und Vater, ein treuer Freund. — Trotz seiner Einfachheit war er ganz der Mann, eine Versammlung, ein -Prinzip bei feierlichen Anlässen zu vertreten und besaß das nöthige Repräsentationstalent in der bessern Bedeutung deS Wortes. Stern's Wissenschaftlichkeit ist von einem großen Kreise gelehrter Männer, mir denen er in Verbindung stand, anerkannt worden. Er war Meister in den alten Sprachen, besonders aber in seiner uralten Välersprache, dem Hebräischen, die er mit Virtuosität handhabte, und deren verschlungene grammatikalische Regeln er mit bewunderungswürdiger Leichtigkeit entwirrte. Die Geschichte war seine Lieblmgswissenschast, und besonders die Urgeschichte der Slaven und der Nationen, die in der Völkerwanderung auf den Schauplatz treten, der Gegenstand seiner beständigen Forschungen. Ein heißer, nie gestillter Wissensdrang, ein unermüdlicher Fleiß trieb ihn fort und fort, die geheimsten Schichten der Wissenschaft zu erforschen, und der Aufsuchung der Wahrheit war sein ganzes Leben gewidmet. Das war der Mann, den uns der Tod geraubt! Er ruhe sanft, der Edle! Möge sein Andenken der Abglanz seines so unerwartet unterbrochenen Daseins noch lange in dem Herzen seiner Gemeinde fortleben! Es steigert sich das Gefühl immer mehr, daß Männer seines Gleichen ausfterben, und in dem um sich fressenden Materialismus unsrer Zeit der Sinn für ein derartiges Wirken, der Aufschwung zur Erreichung eines Zieles, wie das Scinige, unterzugehen drohen. Möchte doch der Rückblick auf dieses wenig glanzaber thatenvolle Leben das Verhängniß, von dem wir so eben sprachen, noch aushalten, und warnend und! mahnend die Tugenden, die Aufopferung, die Ausdauer und die Prunklosigkeit der alten Zeit, dem Gedächtniß der Mitwelt wach erhalten. Palästina. Jerusalem, 25. September. (Eingesandt.) Ihr würdiges Blatt, die „Allg. Zeit, des Judenih." ist für das ganze Haus Israel eingeführt, so werden Sie, hochgeschätzter Herr Redakteur, auch das kleine Häuflein Israel in Palästina nicht verwerfen. Nehmen Sie daher gefälligst Folgendes auf. Vor 5 Jahren waren die hiesigen russischen Gemeinden, welche man a^winv nennt, entschlossen, einen rrra nach Amerika zu senden, um dorten Spenden zu sammeln. Eben dasselbe unternahmen die hiesigen spanjolischen und deutschen Gemeinden; daher baten letztere beiden Gemeinden die erstere, daß man doch nur einen für diese drei Gemeinden nach Amerika sende, damit kein Mißbrauch entstehe. Allein \ durchaus konnte man die Autoritäten der nicht | dahin bringen. Nun gingen alle a-'NivDa der drei Gemeinden von hier direkt nach London. In London trieb der mVo der a*o*r-.a viel Unfug, er verleumdete die andern Gemeinden aufs Bitterste; daher schrieb Herr vr. N. Adler mit seinem ■pn rva nach Jerusalem und bat diese drei Gemeinden, daß doch nur ein rrVa gehe für die drei Gemeinden. Die Vorsteher der spanjolischen und deutschen Gemeinden in Jerusalem waren dies höchst zufrieden; allein die Vorsteher der v-'w-i-!- gaben kurz und trotzend die Antwort: Sie thun, was sie wollen. Niemand habe ihnen etwas zu gebieten. — Also in Amerika setzte der rrVa der sein stürmisches Wesen fort. Die Vorsteher der a-oa-ns schrieben dazu noch lästige und schlechte verleumderische Briese auf die a^broa der spanjolischen und deutschen Gemeinden. Dennoch Gottlob die Wahrheit siegt immer. Der Verleumder mußte Amerika zwecklos verlassen, während die Verfolgten durch Gott gut unterstützt wurden. — Vor 14 Tagen schickte der Vorsteher der tr-ai-ß wieder einen rpbo und zwar nach Deutschland, um dorten Verträge zu schließen, bej sonders den preußischen Sraat, von wo noch wenig > Spenden nach Palästina geschickt werden, wünschen die Vorsteher der a^T-s an sich zu ziehen. — Ihr lieben Deutschen lasset Euch nicht durch den n'rw der a^cr-ia überreden, thut nichts ohne ein Attest und Zeugniß der hiesigen Deutschen Gemeinden, gehorch! aber der Stimme desjenigen rrbo, welcher vor drei Monaten nach Europa reiste, zu dem löblichen Zwecke, daß man in Jerusalem ein Hospital baue; wie auch Spenden zu sammeln k. — MehrereS kann nur spater mirgetheilt werden, wenn die Zukunft die Wahrheit liebt und sie schätzt. Isaak Kartoba. 45*

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