Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 17 (1853)
- Issue
- Heft 44 (24.10.1853)
- Date
- 1853-10-24
- Page
- Seite 556 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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556 schädlichen Vorurtheile entgegenwirken, alS ob der Landbau kein Vorlheil bringendes Geschäft wäre, der Thorheit, als ob der Mensch anders woher als aus dem Boden Nahrung suchen müßte. Gewiß würde ein solches lebendiges Beispiel von b3Nn *'3 *ps3 yyp auf unser Volk besonders von guter Wirkung sein. M. G. Dreifuß, Lehrer. Die Gründung eines solchen Instituts wäre allerdings von Wichrigkeit, und wenn eS auch bei einer so kleinen Anzahl Zöglinge keinen großen. Wirkungskreis hätte, so würde sein Gelingen doch ähnliche kleine Anstalten an vielen Orten Hervorrufen. Die Erfahrung hat gelehrt, daß es nicht große Institute find, die gelingen, sondern meist gerade die bescheidenen. Wir haben den obigen Aufsatz schon heute mitgetheilt, um dem Gedanken möglichst Eingang zu schaffen, obgleich Herr Dreifuß einen Hauptpunkt nicht klar ausgesprochen. Er sagt, er bedürfe nur die Subskriptionen, um die Unterhaltungskosten von 6 Zöglingen auf 6 Jahre zu decken. Gut. Aber wie viel betragen diese Kosten? Ferner: wie und was will er lehren? Endlich: kann er glaubwürdiger Sachverständiger Zeugnisse beibringen, daß er zur Erreichung seines Zweckes die volle Befähigung habe? Denn wer geben soll, der will Beweise sehen. Wir werfen diese Fragen nicht in der Gewißheit auf, dem Streben des Herrn Dreifuß sofort Erfüllung schaffen zu können — aber was möglich ist, müßte geschehen. Denn am meisten wird man in Süddeutschland hierbei interesfirt sein, und so hier auch die meiste Unterstützung suchen müssen. Die Redaktion. Zeitungsnachrichten. Deutschland. Göttingen, 10. Oktober. Heute ist hier der preußische KammergerichtS-ReferendariuS Moßner auS Berlin, ein Jude, zum voctor juris utriusgue promovirt worden. (B. Z.) (Bei Lesung dieser Worte sselen unS recht lebhaft die Worte Abarbanel'S ein, als er die Zerstreuung der Juden als das größte Glück prieS, denn, wenn nun an einem Theile der Erde Unduldsamkeit und Verfolgung auSbrächen, so könnten sich die Söhne Israels nach einem andern flüchten, wo sie Gunst und Duldung fänden. Red. d. Allg. Z. d. Juoenth.) Worms, im Oktober. (Privatmitth.) Bei den Erdarbeiten, welche der Bau der Ludwig-Hessischen Eisenbahn in der unmittelbaren Rahe unsrer Stadt nöthig machte, wurde ein 20 Fuß tief verschütteter Leichenstein aufgefunden, dessen Aufschrift lautet: trbujn prar -.3 smir* 'i 3->i2ki aönb ‘icv. Ü’-Iöb 33131 3-3313 rC13 yP33 n'3 1 DT<3 313 3133 S2 nVo fiiis -py pn h®3. — Der obere Theil des Steines fehlt und der Raum zwischen dem ersten und dem zweiten Worte ist eine unlesbar gewordene Lücke; der Stein enthält also eine Aufschrift, die wenigstens 537 Jahre alt ist. — Weitere Beiträge für die Renovirung der Alterthümer sind eingegangen: von Frau- )adt 2 Thlr.; Gleiwitz 20 Thlr.; Freudenthal 14 Fl.; Frankfurt a. d. O. 13 Thlr.; Rakel 11 Thlr.; Jchenhaufen 24 Fl.; der mattenbuden'- fchen Gemeinde zu Danzig 44 Thlr.; Sondershausen 7 Thlr.; Mainz 50 Fl. 18 Kr.; Meisenheim 5 Thlr. 11 Sgr. 7 Pf.; D. Crone 14 Thlr.; hierzu den Betrag von 283 Fl. 15 Kr. laut Rr. 40 d. Bl. Summa 116 Thlr. 11 Sgr. 7 Pf. und 371 Fl. 33 Kr., zusammen 575 Fl. 13 Kr. — Wir machen die fernere Mittheilung, daß in diesen Tagen zunächst durch einen Baumeister der Plan der Raschikapelle ausgenommen wurde. — Vor einiger Zeit besuchten die hiesigen israelitischen Alterthümer die Söhne Sr. Durchlaucht deS Fürsten von Thurn und TariS, so wie vor einigen Tagen Se. Erzellenz der königl. preuß. Platzkommandant zu Mainz nebst zwei Adjutanten; Se. Erzellenz besuchten auch den israelitischen Friedhof. — Wir geben unS der Hoffnung hin, daß die Beiträge zahlreicher eingehen werden; auS dem Ausland hoffen wir in Kurzem ein erfreuliches Resultat für unser Unternehmen mittheilen zu können; doch find unsere Blicke zunächst auf unsere deutschen Brüder gerichtet. DaS Komitö zur Renov. der Denkmäler. Preußen. Berlin, 16. Oktober. Bei der gestrigen Feier deS Geburtstages Sr. Majestät des Königs durch die königl. Akademie der Künste wurde auch der jährliche Michael Beer'sche Preis an einen jüdischen Künstler, diesmal im Fache der Bildhauerkunst, ertheilt. Die „D. Z." berichtet darüber folgendermaßen: Zu dem Michael Beer'schen Preis, welcher in