Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 17 (1853)
- Issue
- Heft 42 (10.10.1853)
- Date
- 1853-10-10
- Page
- Seite 530 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/3224737-3225822-3225865--13428-3299742- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
530 bloS nennen Herrn Kolischer als Gründer, Herrn Kanitz, der im Stillen aber thatkräftigst wirkt, Herrn Ernst Wertheim und den rastlosen Mannheimer. Für die heranrückenden Feiertage sind außer dem Tempel noch zwei Bethauslokalitäten von Seite der Herren Vorsteher eröffnet, wo in einem Herr Religionslehrer Breuer in dem andern Herr Religionslehrer Wolf die geistlichen Funktionen haben werden. Mit den Beiträgen zu dem neuen Tempel geht eS nicht nach Wunsch, und zwar ist der größte Theil deS Publikums nicht einverstanden, daß der Tempel in der Leopoldstadt gebaut werden soll. Indessen was ist zu thun, ein Tempel ist nothwendig und in der Stadt würde er gar hoch kommen. In dem hiesigen politischen Journal der „Wanderer" erschien eine Besprechung Ihres Predigt- und Schulmagazins, die sehr anerkennend für dies Werk wie für Ihre Bestrebungen sich ausspricht. Wien, 2. Oktober. (Privatmitth.) Der Rabbiner Löw hat die Stelle in Lemberg am Tempel angenommen. Er verläßt den ruhigen Sitz in Szegedin, wo er so trefflich wirken konnte, um sich in das Gewühl einer Gemeinde zu stürzen, in der sein Vorgänger so schrecklich untergegangen! Run, was ist anders zu thun, als ihm und der Gemeinde das Beste zu wünschen? Großbritanieu. London, im September. (Privatmitth.) Sie werden aus dem Jew. chron. den Streit erfahren haben, der innerhalb des board of deputies entstanden. Noch ist der Bruch auf zwei Monate vertuscht worden — aber wo er innerlich besteht, wird er früher oder später wieder zum AuSbruch kommen. Denn daß er besteht, ist dem Blindesten in die Augen gesprungen, da sich die beiden Parteien in 19 und 18 Stimmen theilten. Auf wessen Seite auch Ihr Korrespondent steht, ist wohl keine Frage. Wenn die Partei des Sir Moses Montefiore und deS Oberrabbinen Dr. Adler angriffsweise verfährt, wenn sie aus einem Kollegium, das alle brittischen Israeliten vertreten soll, vier Ehrenmänner ausfchließen will, welche von Gemeinden zu ihrer Vertretung gewählt sind, blos ausschließen will, weil sie zu einer Gemeinde gehören, die sich einige KultuSreformen gestattet hat, und zwar aus einem Kollegium,' das nur die politischen Verhältnisse zu vertreten und in religösen Materien nichts zu sagen hat — so kann kein Mensch, der nicht von Fanatismus ergriffen ist, der Verfolgungssucht verurtheilt und Verketzerungseifer verdammt, zweifelhaft ein, gegen wen er die Waffe ergreifen soll. Im Grunde trägt die Margarerhstreetgemeinde selbst die Schuld; denn sie hätte 1845 nicht sollen sich damit begnügen, daß der vr. Adler von ihren Mitgliedern bei Trauungen mit Mitgliedern andrer Gemeinden stillschweigend keinen Revers mehr verlangte, sondern sie hätte energisch verfahren sollen, bis sie eine ausdrückliche Erklärung erlangt hätte. Es lebt mir noch im Gedächtniß, Herr Redakteur, daß Sie damals in einem offenen Sendschreiben daS Ihrige thaten, um die Sache zur Entscheidung zu bringen. Aber die fragliche Gemeinde ist eben so schlaff, wie alle sogenannten Reformer, die über das erste beste „Geschäftchen" die ganze Sache liegen lassen. Sie ließ Ihren Brief damals übertragen und verbreiten, aber ganz im Stillen, und hütete sich wohl des freimüthigen Deutschen Wort mit einer Silbe Dankes zu beantworten. Allerdings ist die jetzige Angelegenheit noch ärger; denn bei Trauungen könnten dem großen Haufen noch religiöse Skrrtpeln vorgeschützt werden — aber bei einem Sitz in dem harmlosen board of De- . put.? DaS ist zu arg. Aber wie schlaff benimmt sich die englisch-jüdische Presse hierbei? Kein Wort der Entrüstung, kein Wort energischen Protestes — nichts als Bitte, Bitte: Sir Mofes möge doch so gut sein, vr. Adler möchte doch ein Ahron sein, von dem er ab stammt, Mr. M. möge nicht vergessen, Mr. R. N. so trefflich sein zu bedenken-und solche wehmüthige Dinge mehr, daß man vor Rührung weinen möchte. Lassen wir sie.-Neulichft stritten sich Jew. cliron. und Observ. um die Originalität ihrer Artikel, und Jew. chron. führte den Beweis, daß der Observ. ihm nach Monaten die Artikel Nachdrucke, welche Artikel? die Jew. chron. aus der „Allg. Ztg. deS Judenth." übersetzt hat. Jndeß giebt auch Jew. cliron. gewissenhaft die Quelle an, wogegen Observ. nur ein räthselhaftes A. Z. oder noch weniger hintenansetzt. — —. Die jüngste Nummer deS Je>v. chron. zeigt, I daß der Streit im gedachten board sehr großes Aufsehen macht. ES regnet von Briefen, die Jew. chron. pele-tnele, bald für, bald Wieder, aufnimmt, ohne