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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1853-10-03 · Heft 41 (3.10.1853) · p. Seite 520

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
17 (1853)
Issue
Heft 41 (3.10.1853)
Date
1853-10-03
Page
Seite 520 (sequence 8)
Language
German
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520 handschriftlichen Quellen chronologisch geordneten Chrestomathie, und das uns vorliegende zweite Heft bespricht die Lebcnsumstände und literarischen Leistungen des R. Samuel Hannagid, bringt Auszüge aus Vesten poetischem Werke ^«72 p, giebt eine«, ausführlichen Nachweis über die Stellen, in denen bei jüdischen Schriftstellern der Dichter Erwähnung geschieht, handelt des Breitern über den dem Aristoteles entlehnten Ausspruche zraa 1272 und liefert am Schluste noch Bemerkungen und Zusätze zu beiden Heften. ES braucht wohl kaum noch bemerkt zu werden, daß nach der bekannten Weise des Herrn Dukes in den Noten überall belehrende Bemerkungen über andre Schriftsteller und deren Werke fich finden, die den Werth unsrer Schrift nur noch erhöhen. — R. Samuel ha Levi b. Joseph aus Cordova, ein Zeitgenosse des Abul-Walid Merwün 2bn GünLch, hatte den Beinamen ibn Nagdila, wie Dukes aus mehreren handschriftlichen Werken datthut. Durch Reichthum und Gelehrsamkeit gleich ausgezeichnet, führte er den Titel kLvnsFiä (der Fürst) und stand an dem Hofe des Habusch ibn Moksan in Granada in großer Gunst, in welcher er fich ttotz der Anfeindungen seiner Neider, die dem Juden das Ansehen, in welchem er als Rathgeber des Königs stand, mißgönnten und Schmähschriften gegen ihn erließen, 28 Jahre lang zu erhalten wußte. Er starb 1055 und vererbte Reichthümer und Ansehen seinem Sohne Joseph, der ebenfalls königlicher Rath wurde, aber später in Granada mit vielen anderen Glaubensgenossen ermordet ward. Als Gelehrter genoß R. Samuel einen bedeutenden Ruf und durch seine literarischen Leistungen machte er fich als Talmudist, Grammatiker und Dichter aufs Vottheilhafteste bekannt. Auch war er mehrerer Sprachen kundig und verfaßte nach dem Zeugniße des Saadjah ibn Danan an den erwähnten König Habusch ein Gedicht von fieben Sttophen, von denen jede in einer andern Sprache geschrieben war. Herr Dukes, der in der vorliegenden Schrift nur über die Geschichte der Poefie und Rhetorik unter den Juden in jenen frühen Zeiten zu handeln beabfichtigte, konnte daher hier auch nur die literarischen Erzeugnisse des R. Samuel auf dem genannten Gebiete beson ders berückfichtigen und weist von demselben nicht nur vielfache, theils gänzlich verlorene, theils nur in einzelnen Strophen erhaltene Gelegenheitsgedichte, sondern auch drei größere poetische Werke nach, von denen aber leider zwei p und nbi-.p p gänzlich verloren gegangen und von dem dritten ■’VsTa p, das ursprünglich wahrscheinlich aus 432 Strophen bestanden hat, fich nur an 100 Stro phen erhalten haben. AuS diesem hat Luzzatto im ersten Theile des Zion zuerst und später Herr Dukes an verschiedenen Otten bereits Proben mitgetheilt; in unsrer Schrift werden die erhaltenen Sttophen mit Ausnahme von denen, welche in dem Ermahnungsschreiben des Jehuda ibn Tibbon an seinen Sohn Samuel Vorkommen und durch die in jüngster Zeit erfolgte zwiefache Herausgabe desselben durch Steinschneider und Edelmann als bekannt vorausgesetzt werden durften, zusammengestellt und überall mit Parallelen aus anderen hebräischen Dichtern beleuchtet. In der zweiten Abtheilung weist Herr Dukes nach, wte die Sprache der Dichter bei den alten Grammatikern, Sprachforschern, Philosophen und Eregeten Berücksichtigung fand und wie man selbst Gedichte profanen Inhalts der Beachtung werth hielt. Man zitttte die Dichter, wenn eS galt, eine grammatische Bemerkung oder eine philosophische Anficht zu begründen und widerlegte fie, wenn sie ein Wott in unrichtiger Bedeuttmg oder mit falscher Punktation gebraucht hatten. Mit der ihm eigenthümlichen Belesenheit hält Herr Dukes eine Musterung durch die jüdische Literatur von R. Bechai b. Joseph, dem Verf. des Chobet hallewawot, an, der um 1100 Rabbiner in Spanien war, bis Gcrson Chefez, dem Verf. des Jad Charazim, der im Jahre 1700 als 17jähriger Jüngling starb, und weist bei den Autoren auS dieser Zeit 50 Gedichte nach, welche von spanischen oder provenealischen Dichtern verfaßt find. Auf gleiche Weise verfähtt Herr Dukes in der dritten Abtheilung mit dem dem Aristoteles entlehnten Ausspruche 1272 ‘V«r7 2"’2a und führt viele Stellen an, wo derselbe entweder wöttlich oder dem Sinne nach zitttt wird. — Diese Inhaltsangabe wird hoffentlich genügen, die Aufmerksamkeit des wissenschaftlichen Publikums der mehrerwähnten Schrift zuzuwenden und dem Verf. für dieselbe dankbar zu sein. Neben diesem wird man fich aber auch unserm gelehtten Freunde, Herrn vr. Frensdorff hicrselbst, zu Danke verpflichtet fühlen für den Fleiß und die Genauigkeit, mit der er die Korrektur beider Hefte besorgt hat. Nicht nur wer selbst literarisch thätig ist, sondern wer überhaupt Zeit und Mühe im Dienste der Wissenschaft verwendet, leistet der lctztern Vorschub und fördett fie. Indem wir nur noch bemerken, daß die Schrift des Herr Dukes einstweilen durch die hiesige Buchhandlung von Schmor! und Seefeld*) zu beziehen ist, scheiden wir von demselben mit *) Da bei der wandernden Lebensweise, die Herr D.

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