Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 17 (1853)
- Issue
- Heft 41 (3.10.1853)
- Date
- 1853-10-03
- Page
- Seite 519 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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519 zu erneuern: wir hoffen aber mit demselben Erfolge. Vor Kurzem wurde the board of depulies erneuert. ES ist dies eine Versammlung! von Vertretern der brittischen jüdischen Gemeinden, die natürlich meist in London wohnhaft stnd, und von den Baale batim jeder Gemeinde auf 3 Jahre gewählt worden. Dieser board of dep. hat übrigens nur über die äußeren Verhältnisse und Beziehungen der Juden zu wachen und Beschlüsse zu fassen, dagegen ausdrücklich nach dem Statut nicht mit religiösen Materien zu thun. Wie oft war die Idee besser als die Ausführung, und allgemeines Geständniß ist es, daß diese Versammlung in ihrem 12jährigen Bestände noch — nichts Gutes bewirkt hat. Vorsitzender ist Sir MofeS Montcfiore, dieser ehrenwerthe Baronet, der mit großen Verdiensten um die Juden eine religiöse Engherzigkeit verbindet, die mit einem Paar Scheiterhäufchen und einigen Dutzend Märtyrern recht gern vorlieb nähme, wenn sie zu erlangen wären. Bei dieser Erneuerung sind vier Herren zu Vertretern für Chatam, Norwich, PortSmouth und Sunderland gewählt worden, welche der Margarethstreetgemeinde angehören, das ist der ehemaligen Burtonstreet. Was geschieht? Unter dem Vorsitz von Sir Moses wurde in einer Sitzung am 18. August von einem gewissen Louis Cohen der Antrag gestellt: „daß Niemand als Mitglied des board of dep. zugelassen werde, der Mitglied oder Sitzhalter eines Gotteshauses ist, das nicht vollständig mit den geistlichen Autoritäten in Einklang ist." Der Zweck ist gegenwärtig, jene vier gewählten Herren auszuschließen, also auf einem andern Wege sie als „Nichtjuden" zu bezeichnen. Das Mittel ist ein Jnquisitiönchen, ob jedes Mitglied mit den Herren vr. Adler und Sir Moses Montefiore genau übereinstimmt in religiösem Thun und Wandel. In einer Sitzung vom 8. September nun wurde andrerseits das Amendement gestellt: über diese Motion in zwei Monaten zu befinden, bis dahin aber eine Kommission von 5 Mitgliedern zu Konferenzen mit 5 Mitgliedern der Margarethstreetgemeinde zu wählen um eine Vereinigung dieser Gemeinde und der geistlichen Autoritäten zu bewirken, bis dahin aber die genannten Herren auszuschließen. ES erhob sich heftige Opposition, die da behauptete, daß der board of dep. gar nickt berechtigt sei, aus religiöse Materien einzugehen, und jede Gewissensinquisition verwarf — wir nennen vor Allem den Alderman SalomonS— aber 19 gegen 18, also nur 1 Stimme Mehrheit, entschieden für daS Amendement. Das Beste kam aber nach; als es zur Wahl deS KomitöS kommen sollte, wollte natürlich keiner von denen hinein, die gegen das Amendement gestimmt; dann aber auch keiner von denen, die für gestimmt hatten, und so mußte die Sitzung vertagt werden! — Mit welchem Angesichte verlangen diese Herren die Aufnahme ins englische Parlament, und die Aufhebung des bekannten Eides? Sitcrartfdbc Nachrichten. Hannover, im September. Das zweite Heft des tr'E’np rns von Dukes, dessen erstes Heft bereits in Nr. 26 dieser Blätter anzezeigt worden ist, hat nunmehr gleichfalls die Presse verlassen und bringt den Freunden der jüdifchen Wissenschaft werthvolle Mitthcilungcn aus den reichen Schätzen der Bibliotheken zu Orford und Parma, und zwar aus der letztern durch Vermittlung des Herrn S. Stern, Herausgeber des Parchon. Da wir an diesem Orte nur den Referenten und nicht den Kritiker zu machen beabsichtigen, so werden wir uns hier begnügen, auf den reichen Inhalt der sehr lesenswcrthen Schrift aufmerksam zu machen und die Lektüre derselben recht sehr zu empfehlen. AuS dem Vorworte erfahren wir mit Vergnügen, daß der Verfasser jetzt mit Sichtung und Ordnung eines Werkes über die weltliche Poesie der maurisch-spanischen Juden beschäftigt ist, dessen Inhalt folgende Hauptpunkte bilden werden: I. Aeußcrcs: Metrik — Reim — Tegnis — Strophenbau. II. Inneres: Erotisch — lyrisch — deskriptiv — epigrammatisch — allgemein — reflektiv. III. Sprachliches: Bilder — Verhältnis zur biblischen Sprache. IV. Manieren: Selbstlob der Dichter— Einleitung zu den Lobgedichten (Machlas). V. Geschichtliches: Verhältnis der jüdischen Dichter zu den arabischen. — Vcrhältniß der jüdischen Dichter zu einander. — Plagiat und Nachbildung. — Urtheilc über Poesie. — Kritik und Theorie derselben. Die Schrift fi-'Trnp bn: will der Verfasser als einen Beitrag zur hebräischen Literaturgeschichte betrachtet wissen, als einen Versuch, die älteste und dunkelste Periode derselben aufzuhcllen, so wie auch als den Anfang einer aus