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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1853-10-03 · Heft 41 (3.10.1853) · p. Seite 516

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
17 (1853)
Issue
Heft 41 (3.10.1853)
Date
1853-10-03
Page
Seite 516 (sequence 4)
Language
German
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516 führungen noch geltend, daß die Gemeinde der Natur der Sache nach eines „Rechtskonsulenten" nicht bedürfe, sondern daß ein solcher stets nur ein Beistand des Gemeindevorstandes, der zur Vertretung der Rechtsverhältnisse berufen sein könne, und also schon daraus hervorgehen müsse, daß der Dr. Rubo nicht „Beamter" der Gemeinde gewesen, sondern nur stets zum Gemeindevorstand in einem privaten Dienstverhältniß gestanden. Im Uebrigen legte der Gemeindevorstand noch ein Aktenstück vor, worin der protokollarische Beschluß einer gesetzlich sankrionirten Verwaltungskommission der Gemeinde, welche über alle Geldbewilligungen zu entscheiden hatte, enthalten ist, daß diese Kommission beim Antritt der Funktionen deS Rubo, das von dem damaligen Vorstande für denselben beantragte Honorar nur ausdrücklich aus so lange bewillige, als der Vorstand eine derartige Dienstleistung für nothwendig erachte. Der Appellationssenat deS Kammergerichts erkannte hiernachst, daß auS alle dem mit der unleugbarsten Bestimmheil hervorgehe, der Kläger habe nie die Qualifikation eines Gemeindebeamten gehabt, noch viel weniger aber sei er lebenslänglich angestellt gewesen, und. daß deshalb, unter Abänderung deS Erkenntnisses erster Instanz derselbe mit allen seinen Ansprüchen abzuweisen und in die Kosten zu verurtheilen sei. Der Vorstand der i Gemeinde wurde von dem Zustizrath Geppert als I Mandator vertreten. Berlin, im September. Der Talmudtoraverein macht in den hiefigen Blättern bekannt, daß er unentgeldlich alle Knaben, die ihm anvertraut werden, in der heiligen Schrift mit Kommentar und in der Mischna durch Lehrer unterrichten, alle Abende Vorträge im Talmud, und jeden Sonnabend von 11 — 12 Uhr Vormittags im Pentateuch mit Rafchi halten lassen werde. Wenn dies, so wie es auf dem Papier steht, tüchtig ausgeführt wird, so ist es allerdings höchst lobenSwerth. Oesterreichischer Kaiserstaat. Aus Mähren, im September. (Privatmitth.) Ich komme eben auS Wien und habe da den Dr. Salomvn auS Hamburg predigen gehört. Wenn ich Ihnen sagen soll, welchen Erfolg derselbe gehabt hat, so war er allerdings ein sehr bedeutender. Die Damenwelt im Ganzen so wie die Herren im Allgemeinen waren mehr oder minder befriedigt. Soll ich Ihnen aber sagen, was ich von den Vernünftigeren und Bessern hörte, denen allerdings die Predigt auch sehr zugesagt hat, so ist es, daß sich die Meinung geltend macht, daß eine solche Predigt, die zunächst auf das Gemüth berechnet ist, wo dem Geiste nur sehr selten Rechnung getragen wird, für einige Mal gefallen kann; bald aber werden solche Predigten monoton. Indessen zeigt eS von Geistesfrische, daß der Mann in einem Alter von 69 Jahren noch so sprechen kann. — Zugleich hörte ich ein allgemeines Bedauern, daß man Sie nicht predigen hörte, und zwar haben Sie, Herr Redakteur, in dieser Beziehung hier einen sehr guten Ruf; aber es war damals bei Ihrer Anwesenheit nur Einer der Herren Vertreter in Wien, während dem jetzt schon vier da waren, denen also schon die Macht zustand, Herrn Dr. Salomon aufzusordern, die Predigt zu halten. ES ist daS übrigens, wie ich glaube, auch der erste Fall, daß außer dem Mannheimer Jemand die Kanzel am Sabbat bestieg. — Freitag zuvor war .ich bei der Einweihung des neuen Gotteshauses der sogenannten orthodoxen Partei in Wien. Wie Ihnen bereits bekannt ist, hat diese Partei ein HauS gekauft, um auf dessen Grunde eine Synagoge zu erbauen; indessen wurde das verboten, weil es in der Nähe der Universitärskirche ist, auch erhoben sich andere Bedenken, und eS wurden daher einige Zimmer vereinigt und eine „Schule" daraus gemacht. Ich gestehe aufrichtig, nie solch einen peinlichen Eidruck gehabt zu haben. Die Lokalität an sich ist sehr niedrig, ohne alles Ansehen und die Feierlichkeit selber war ohne alle Bedeutung, in der unbedeutendsten in Ungarn kann es nicht ärger zugehen. Ich glaube, wenn die Herren, die an der Spitze stehen, denen man allerdings den Sinn für das Bessere nicht absprechen kann, sich selber fragen, warum sie sich vom Tempel abgewendet haben, der doch allen orthodoxen Wünschen in einer edeln Weise entspricht, so können sie sich keine andere Antwort geben, als: Oppositionslust bei den Einen, Ehrgeiz bei den Anderen. Der will Vorsteher sein, der! will zu befehlen haben und: vw k-nvsn. Ad vocem Einweihung erlauben Sie mir von der Einweihung einer Synagoge in Mähren in Schaffa zu sprechen. Ich habe daS Programm gesehen und! daraus entnommen, daß Herr Oberkantor Sulzer aus

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