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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1853-09-19 · Heft 39 (19.9.1853) · p. Seite 497

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
17 (1853)
Issue
Heft 39 (19.9.1853)
Date
1853-09-19
Page
Seite 497 (sequence 11)
Language
German
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497 lich zur Erweiterung Hand an die alten Mauern legen wird. Von außen ist das Gebäude sehr unansehnlich, wie alle jüdischen Gebäude des Mittelalters nolhwendig sein mußten. Die inneren Einrichtungen sind sonst sehr schön und geschmackvoll, auch eine ziemliche Orgel steht abseitenS, die aber nur zum Sabbateingang und am Chol hamoed gespielt wird. Vom Tempel, in welchen jedenfalls die Neuzeit siegreich ihren Einzug gehalten, zur „Altncuschul", der vielbekannten. Mit einer außerordentlichen Neugierde lenkt man seine Schritte dahin; denn man hat schon so viel davon gehört, so Vieles darüber gelesen, daß man äußerst verlangend ist, wie Dem die Wirklichkeit entspräche. Und in der Thal, sie entspricht dem Bilde der Phantasie nicht, denn sie — übertrifft dieses. Wenn man durch Las unansehnliche Vorzimmer gegangen, wo ein alter Kasten die merkwürdigen, überreichen, aber veralteten Vorhänge enthält, und wo stets einige Bettler ihre dürren Hände und abgemagerten Gesichter entgezenstrcckcn, und steigt dann die Stufen hinab, und tritt in das Dunkel hinein, welches nur spärlich durch hochangebrachle schmale Fenfterchen gemindert wird, und sieht dann nur schwarze furchtbare Mauern und Eisengilter vor sich — so glaubt man nichts Anderes als in einem Kerker sich zu besinden. Ich will den Eindruck nicht schildern, den all Dies macht, und der, nicht blos Lurch den Anblick des Alters, sondern durch den Charakter der Vernachlässigung, der Unordnung, deS Schmutzes und des Staubes gefördert wird, ich will die Betrachtungen nicht in Worte kleiden, die sich hier aufdrängen; man merkt, daß nur noch das Elend und die Rohheit solch einen Platz zum Gebete aufsuchen können, und es paßt hierzu, daß in der einen Scitenmauer einige Schießscharten, die noch dazu mit hölzernen Schiebern zugestellt werden können, die einzige Kommunikationswege mit der Frauenabtheilung find. Die Anlage des Ganzen ist übrigens seltsam; Las Innere besteht aus einem Doppelgewölbe, das in der Mitte auf zwei mächtigen Pfeilern ruht, die durch ein großes Eisengilter bis zur Höhe hinauf verbunden find, so daß mit Ausnahme des Platzes am Eingänge und vor der heiligen Lade der Raum in zwei Theile der Länge nach getheilt ist. Der Almemor ist zur Seite des Eisengitters. Die Ständer stehen natürlich nach allen Richtungen, und Gebetmäntel — nicht die reinlichsten — und Gebetbücher — nicht die allerneuesten — liegen überall umher. Bis zur Höhe reicht der Blick kaum, denn Alles ist dunkelschwarz. Man sieht aus dieser Schilderung, daß trotz dem tiefen Eindruck die Kritik nicht ausbleibt. Man denkt sich: ja, die schwarzen Mauern, die Eisengitter, die schmalen Fenster, die Schießscharten — warum aber nicht die Reinlichkeit und Ordnung, damit die Tausende von Besuchern die Ehrwürdigkeit des Alters erkennen, aber nicht vom Schmutz und der Unordnung sich angewidert fühlen?.' Bekannt ist auch, daß in der „Altneuschul" die Fahne aufgestellt ist, welche die prager Juden für die bei der schwedischen Belagerung bewiesene Tapferkeit erhielten; der Schaft ist ein wahrer Mastbaum, und das Fahnentuch ist an den beiden Pfeilern auSgespannt. Die Angabe über daS jüngste Alter der Altneuschule geht auf das 13. Jahrhundert, die Sage versetzt sie zur Zeit der Zerstörung Jerusalems, eine andere 71 Jahre vor CechS Ankunft in Böhmen. Wäre es gar nicht möglich, das Alter zu eruircn? (Fortsetzung folgt.) Krrltrrsreforrn. Lengsfeld, im August. Das ''TSK vor 777:2:2 wurde versweisc abwechselnd zwischen Vorbeter und Gemeinde gesprochen. Das 57213 — die 18 Benedeiunzcn — wurde gleich vom Vorbeter laut begonnen bis zu Ende der 7i2i38“i 13513, das Uebrige der stillen Andacht überlassen. Der laute Vortrag begann wieder mit den n2iir;8 050. Von dem 7722“,2 135 fallen die ersten ö Kapitel ganz aus, und werden nur die zwei Letztem in der Weise wie das •'“vas vorgetragcn. Es folgt nun an die Stelle des ganz verabschiedeten i-m 7535 der Dortrag eines deutschen Gedicktes von Rabbiner Stein, einer Paraphrase des "hti 7735, dessen Schlußverse von dem Chore und der Gemeinde nach einer eigenen, schönen Melodie gesungen werden. Bei dem Abendgottesdienst, der darauf unverkürzt folgt, wird, wie nach der weimarschen, neuen Gottesdienstordnung, das ini3573 1133 313 *71*13 des “71-131 sin “71*13 17213, das 7728, Vanis1’ 57313, *71733 *•«, *71573'' 'rr und N3*i '»13 'TP 773s im Chore von der Gemeinde gesprochen; nur wird dort außerdem noch der erste Vers des 77217281 7,738 vom Chore nach einer eigenen Melodie vorgetragen, eben so 1*173131. Die weiteren Verse des 77217281 71738 werden vom Vorbeter und der Gemeinde bis zu 1^23 -T337377 abwechselnd gleichfalls nach eigener Melodie rezitirt. Den Schluß des Gottesdienstes bildet ein sehr schönes deutsches Gebet und ein deutscher Gesang. Der Morgengottesdienst beginnt mit 3515 7118, wo-

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