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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1853-09-12 · Heft 38 (12.9.1853) · p. Seite 479

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
17 (1853)
Issue
Heft 38 (12.9.1853)
Date
1853-09-12
Page
Seite 479 (sequence 7)
Language
German
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479 bete Gemeinbeangelegenheiten, die nur zu viel zu wünschen übrig lassen, ihre Aufmerksamkeit richten unb solche zu einer zufriedenen Lösung bringen wirb. — Schließlich können wir nicht umhin, dem Herrn Kultusvorsteher M. Trost, so wie den Herren A. Ullmann, I. A. Weißenstein und I. A. Grünfelb, für den unermüdlichen Eifer, den sie bei dieser Gelegenheit an den Tag gelegt haben, unsre vollste Anerkennung und Dankbarkeit mit dem Wunsche zu erkennen zu geben, daß sie in ihrem Bewußtsein den wohlverdienten Lohff ihrer Bemühungen und in dem Gelingen derselben zugleich neue Kräfte und Ausdauer finden mögen, alles noch ferner zu erschaffende Gute in unsrer Gemeinde, befürworten und möglichst fördern zu können. Polen. Warschau, 26. August. (Schles. Ztg.) Zum ewigen Angedenken an daS 50jährige Offizierjubiläum des Fürsten Paskiewitfch hat die hiesige jüdische Gemeinde die durch freiwillige Beiträge zusammengebrachte Summe von 3750 S.-R. in der Bank niegelegt, mit der Bestimmung, die Zinsen (150 S.-R.) alljährlich zur Ausstattung einer armen Braut zu verwenden, und zwar in dem einen Jahre für eine Jüdin und in dem zweiten für eine Christin. Donaufürstenthümer. Aus der Moldau, 30. Juli. Die Konskriptionsfrage, welche Hydraartig immer aufzutauchen scheint, machte uns neuerdings zu schaffen, da schon wieder ein Senatsbeschluß, und auch von unserm Fürsten unterfertigt, erging, welcher die unverzügliche Rekrutirung in allen Judengemeinden befahl. Diese Nachricht machte wiederum das Interesse an dieser Sache rege, und man gelangte zu dem Resultate, daß das Gesetz abermals rückgängig gemacht wurde. Die „Neue Preuß. Ztg." brachte unlängst eine Korrespondenz aus Gallaz, welche eine, in den griechischen Ostern daselbst stattgefundenen Judenbeschimpfung mittheilt. Dies war aber auch in aller Wahrheit der Fall; allein Ihr Korrespondent hat es nicht für nöthig gefunden, es Ihnen besonders mitzulheilen, da alldort diese Osternbescheerung sich alljährlich erneuert, und die Intoleranz den hervorstechendsten Charakterzug der gallazer Griechen bildet. — Gelegentlich theile ich Ihnen auch mit, daß auch zu Jassy in den verflossenen Ostern ein Grieche auf zwei Judenkinder am Hellen Tage auS einem Fenster schoß, und daß er doch ungestraft davon kam. Ich höre auch, daß der 22« 2vn inS Moldauische übersetzt wird. DieS wäre für unS von großem Interesse, da diese allbekannte Tendenzschrift hier ihre völlige Wirkung noch nicht that. Ich erfahre so eben, daß in Czernowitz der Landesrabbiner aus amtlichem Wege Plakate anschlagen ließ, welche den Juden bei Strafe von 50 Gulden daS öffentliche Handeln und Kaufen am Sabbat verbieten. L. F. Zudien. Jewish Chronicle theilt auS Singapore mit: Wenige unsrer Leser werden eS wissen, daß auch in diesem entfernten Theil der Welt eine jüdische Gemeinde besteht. Ein Korrespondent theilt uns mit, daß er vor wenigen Monaten daselbst dem Gottesdienst beiwohnte. Er hatte die Ehre zur Tora aufgerufen zu werden, die auS einem sehr schönen Sepher verlesen wurde, die Rollen waren von Silber mit Filigranverzierungen. ES waren gerade genug Mitglieder, ein Minjan zu bilden. Er frühstückte und verbrachte den Sabbat mit dem Vorsteher, der ihm viel Aufmerksamkeit bewies. Sie berühmen sich, Nachkommen aus der ersten babylonischen Gefangenschaft zu sein und wissen nichts von der zweiten Zerstreuung. Sie behandelten ihn als Bruder und freuten sich, daß, obgleich er ein Europäer wäre, er sich mit ihnen doch in hebräischer Sprache unterhalten konnte? Amerika. Birmingham, 14. August. Eine liebende Tochter schreibt an ihre Eltern hierfelbst aus St. FranciSko 6. d. 1. Juli c.: „Den 9. Juni war hier ein Benefiz für die erste israelitische Wohlthätigkeirsgesellschaft (6rst Uebrew benevolent Locietv). Das erste Stück war: ,,tbe vumb Girl of Russia“ und dann folgte: „tbe Actress of All-work.“ Die Gräfin von Landsfeld, Lola-Montez, war die leitende Schauspielerin und ein deutscher Violinist, Hauser, wirkte mit. Unter den Zuschauern fehlte keine Notabilität. Der Betrag der Einnahme belief sich auf 1000 Pfund. (^ewisb Gbron.)

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