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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1853-08-29 · Heft 36 (29.8.1853) · p. Seite 453

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
17 (1853)
Issue
Heft 36 (29.8.1853)
Date
1853-08-29
Page
Seite 453 (sequence 9)
Language
German
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453 wie deSapoinrirt Schreiber und Leser find, wenn fie die Mühe deS Schreibens und deS Lesens einelangen müsfigen Aufsatzes mit dem Genuß, den er ihnen verschafft, Zusammenhalten. Wir schließen daher mit dem Spruche: 58. Lachet, wenn ihr heimgeht! Ein Spruch, der eigentlich den zum KrösuS sprechenden Salon übersolont, und jedenfalls mehr sagt, als daS gewöhnliche: wer zuletzt lacht, lacht am Besten. Wäre ich ein Theologe, so würde ich wahrscheinlich hier einen sehr pathetischen Schluß, unter rührender Hinweisung auf unser Aller einstigen Heimgang anbringen; da das aber nicht der Fall ist, so soll es blos der Gruß sein, mit dem ich den geduldigen Leser dieses Aufsatzes sekundlichst entlaste. Literarische Nachrichten. Magdeburg. (Schluß.) 2) mrnn 'n min oder R. Mose ben Nachmann's Dissertation über die Vorzüge der mosaischen Lehre, gehalten in Saragossa vor König Jakob von Aragonien. Nach der seltenen Prager Edition vom Jahre 1595 verbessert und mit erläuteritden Anmerkungen herausgegeben. Leipzig, 1853. (S. 40,) Wenn auch nicht ganz wörtlich so, hat diese höchst merkwürdige und Nachmanides charakterifirende Derascha derselbe 1263 vor König Jakob gehalten, in Lessen Gegenwart er mit Fra Paolo disputirte. — 3) Thomas von Aquino in der jüdischen Literatur. Leipzig, 1853. (der deutsche Theil 17 S., der hebräische 32 S.). Sowohl die Schriften deS Albertus Magnus als auch die seines Schülers Thomas von Aquino wurden von jüdischen Gelehrten gekannt, geschätzt und zum Theil in's Hebräische übersetzt, so von Jehuda ben Mose Romano (1328) Abarbanel, Ali ben Josef Labillo (in der 2. Hälfte des 15. Jahrh.), Abraham Portaleone, wie auch R. Baruch Jbn Baruch in seinem eigenthümlichen Kommentar zu „Kohelet", den er für eine andere Person als „Ben David" hielt, sich der Argumente des Thomas bedient. Herr Jellinek theilt hier die VI. und VII. Frage aus den tzuaestiones disputatae de anima von ThomaS nach der hebräischen Uebersetzung deS Xabillo mit. Herr Jellinek beabsichtigte hiermit zu zeigen, IheilS daß „die jüdischen Gelehrten alS echte und rechte Jünger der Wissenschaft, keine Antipathien gegen daS, was nicht aus dem eigenen Boden hervorgegangen, hatten", theilS „daß die Annäherung zwischen jüdischen und christlichen Gelehrten im Mittelaller, besonders in Spanien und Frankreich, viel häufiger stattgefunden haben muß, als cs gewöhnlich geglaubt wird." — 4) -ns ,0-nTsn ma. Bet Ha-Midrasch. Sammlung kleiner Midraschim und vermischter Abhandlungen aus der ältern jüdischen Literatur. Erster Theil enthält XVII kleine Midraschim oder midraschartizer Stücke. Nach Handschriften und Druckwerken gesammelt und nebst Einleitungen herausgegeben. Leipzig, 1853. (Der deutsche Theil S. XXX., der hebräische 158 S.) Die in diesem ersten Theiie mitgctheilten Schriftstücke find: a) Midrasch Abba Gorion über daS ganze Buch Esther; d) ein Bruchstück aus einem Midrasch zu Esther, nämlich zu 2, 5 —14; c) Erzählung von Abraham und Nimrod, ursprünglich arabisch; d) Midrasch Wajoscha über 2. Mos. 14, 30. 15, 1—18; e) N22NN Tr» ein Theil der Hechalot, gleichsam eine himmlische Szene zwischen Mose und* den Engeln vor der Gesetzgebung, k) Midrasch der zehn Gebote auS dem 10. Jahrhundert mit vielen Erzählungen, g) M. vom Ableben Aharon'S für den Ab, da A. am 1. Ab gestorben fein soll, h) M. Jona, aus zwei verschiedenen Theilen, Erklärung des B. Jona und allegorische Deutung auf die Seele, i) M. Temura: „die Gegensätze auf Erden tragen zur Harmonie des Ganzen bei." k) M. vom Ableben Mofis, schildert in sehr rührender Weise den Tod deS Propheten. I) Geschichte Zudith's, weicht in einigen Punkten von dem apokryphischen Buche Judith ab. m) M. für Chanuka, enthält ebenfalls die Geschichte Judith's, die mir dem Chanukaseste in Verbindung gebracht ist. n) Zweiter Midrasch für Chanuka, eine rhetorisch ausgeschmückte Bearbeitung der aram. rirrn. o) Megillat AntiochuS, auS dem aramäischen Original übersetzt, p) Traktat vom Gehinnom, die älteste Schilderung der Hölle und ihrer Bewohner, q) Traktat von den Grabesleiden, d. i. deS Menschen unmittelbar vor dem Tode und beim Eintritt in das Grab je nach dem Verhalten der Verblichenen auf Erden. Endlich r) Traktat von der Bildung des Kindes, ehe es in die Welt eintritt, sehr sinnreich und poetisch, nach platonischer Anschauung. — Wir brauchen wohl kaum Etwas zu der Verdienstlichkeit dieser Editionen hinzuzufügen, die noch dazu äußerst trefflich auSgestattet find. Allerdings ist eS Pflicht Jedes, der nur irgend unsere Literaturhistorie zu fördern die Neigung verspürt, durch Ankauf eines Eremplars dieser Schriften den, leider'. kleinen Kreis derer, die Theil daran nehmen, zu erweitern! 36*

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