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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1853-08-29 · Heft 36 (29.8.1853) · p. Seite 450

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
17 (1853)
Issue
Heft 36 (29.8.1853)
Date
1853-08-29
Page
Seite 450 (sequence 6)
Language
German
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450 pulationSverhältniffen unsrer Gemeinde keine Gefahr so bedeutend drohe, als die, daß die Kräfte sich zersplittern und gemeinsame- Handeln unmöglich wird. Eö gilt VieS namentlich vom Gottesdienste. Wer hat cs nicht schon schmerzlich empfunden, daß der Mangel eines entsprechenden, großen Gotteshauses die kleinen Betstuben hervorrief, die ihrem Zwecke nur ungenügend entsprechen? Nur Wenigen ist es unbekannt, welche Uebelstände mit diesen Nothbehclfen eines geregelten Gottesdienstes verbunden sind, und die Frage ist leicht zu beantworten, ob man seine Andacht und Erhebung zu Gott in einem großen, würdig auSgestatteten Haufe und unter geregelten würdigen Formen, oder in engen Betstuben, und unter Beimischung störender Elemente feiern will." DaS Kapital soll 300,000 Fl. C.-M. betragen, mit 5 Prozent verzinst und vom Jahre 1860 an mit mindestens 2 Prozent vom Kapitalbetrag getilgt werden. Die Partialobligationen zu 1000 Fl. und zu 100 Fl. sollen übertragbar sein, und die Einzahlungen in 5 Raten während eines JahreS geschehen. Die Schuld wird durch das Gesammtvermögen und Einkommen der israelitischen Gemeinde zu Wien garantirt. Unter solchen Umständen wird das gottgefällige Werk zur Ehre unsrer Gemeinde bald gesichert sein! Frankreich. Paris, im August. Der Großrabbiner des ZentralkonfistoriumS der französischen Israeliten, Herr Ul mann, hat seinen Sitz den 13. Juli eingenommen, die feierliche Einführnng soll im September stattfinden. — Der Großrabbiner von Paris hat wieder ein Zirkulär erlassen, um die Mittel zu erhalten, dem verstorbenen Ennery, Großrabbiner deS Zenrralkonsistoriums, ein Monument zu setzen; allein es will noch nicht ziehen. — Die Damen Seder und Mayer, welche VaS israelitische Gemeindeasyl von Paris mit großer Hingebung leiten, haben jede die bronzene Verdienstmedaille erhallen. (-.rcb. isr. de Fr.) Die Schweiz. Genf, 25. Juli. (Arch. isr. de Fr.) Die israelitrsche Gemeinde der Stadt hat so eben vom Großrath die legale Anerkennung erhalten, und eben so hat dieser ihr einstimmig ein Grundstück zur Erbauung eines Tempels gratis bewilligt. Die genfer Israeliten können übrigens die Baukosten nicht tragen (??), und wollen sich an die Glaubensgenossen aller Länder werden (!). Großbritauieu. London. Im „Cambridge Chronicle" läßt ein Landedelmann in einem Briefe landwirthschaftliche Argumente gegen die Aufnahme von Juden in daS Parlament loS. Als die wichtigsten bezeichnet er: die Juden könnten, einmal zugelaffen, die herrschende Partei im englischen Parlament werben (!!!) und dann würden sie den Sonnabend als Arbeitstag unterdrücken und die Schweinezucht verbieten. — Man glaube nur nicht, das dies Ansichten eines Einzelnen seien, sondern sie grassiren bei einem großen Theile deS Volkes! Asien. Aus Babylonien. Der bei der französischen Erpedirion deS Herrn Fulgeace Fresnel in Babylon und Nineve befindliche deutsche Orientalist Herr Dr. Julius Oppert, hat an Herr F. de Saulcy ein (im Atiienaeuna francais vom 4. Juni abgedruckteS) Schreiben aus Hill ah vom 14. April d. I. gerichtet, worin er unter Anderm meldet, daß er mit der Aufnahme einer Karte der babylonischen Landschaft beschäftigt sei, die einen Flächenraum von ungefähr 25 Quadrat-Lieurs nach einem Maßstabe von ‘/ioooo zur vollständigsten Anschauung bringen werde. Die Erpedilion glaubt, die alten Ringmauern von Babylon vollständig entdeckt zu haben. „BirS-Rimroud" liegt außerhalb dieser Ringmauern, doch ist Dr. Oppert der Ansicht, daß Birs, griechisch: Borsippa, hebräisch: Beär-Sapha, talmudisch: Bursiph — ein Name, der sich anch in den aufgefundenen Keilinschriften sinder — eben so zu Babylon gehört habe, wie heutzutage etwa Westminster zu London. Herr Oppert stellt auch noch einige andere Hypothesen, namentlich über die Bezeichnung der astronomischen Perioden bei den alten Chaldäern auf, wozu sich ebenfalls unter den aufgefundenen Keilinschriften einige interessante Fingerzeige gefunden haben. (M. f. L. d. A.)

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