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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1853-08-15 · Heft 34 (15.8.1853) · p. Seite 430

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
17 (1853)
Issue
Heft 34 (15.8.1853)
Date
1853-08-15
Page
Seite 430 (sequence 12)
Language
German
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430 der Verfasser mit so weitläufiger Erklärung umgeben? Er spricht fich nicht ganz klar darüber in der Vorrede aus. Er sagt zwar: „Das Buch ist zunächst für Israeliten bestimmt, oder wenn man will, für Alle, welche Freunde vernünftiger Religiofität und einer Frömmigkeit find, deren Wesen Tugend und Sittlichkeit ist. Es enthält jene Grundsätze der Moral und Religion, vermöge deren Befolgung der Mensch fromm ist, ohne daß er aufhört glücklich zu sein, glücklich wird, ohne daß er aufhört fromm zu sein." Ist cS nicht klar, daß der Verf. im ersten Satze sein Buch, im zweiten die Pirke Abot meint? Und damit wir es kurz sagen: eine Erklärung, eine Auslegung, eine Ausdeutung der Pirke Abot halten wir allerdings für ein zweckmäßiges Unternehmen; auch hat der Verf. fich gewiß viele Mühe gegeben, und im Einzelnen manches Treffliche geliefert — aber im Ganzen betrachtet, müssen wir, wie diese Arbeit vor unS liegt, sie als verfehlt ansehen. Der Verf. hätte vor Allem fich klar machen müssen, welchen Zweck habe ich mir gesetzt; will ich einen philologisch-historischen Kommentar, oder will ich eine Erläuterung für das weitere Publikum geben? Er hat Beides gegeben, aber nicht in genügendem Maße, er hat Beides unter einander gemischt, und dadurch ist es für Alle ziemlich ungenießbar gemacht. Ich hätte Beides getrennt, hätte zu jeder Mischna erst die philologisch-historische Erörterung, dann die allgemeine, insonders ethische Beleuchtung gegeben. Dann hätte aber jene streng philologisch-kritisch sein müssen, diese populär, ansprechend, belehrend und ergreifend zugleich. Alles Dies ist aber die „Erklärung" des Vers, nicht. Von strenger Kritik und Linguistik ist keine Rede, wo theilS die Annahme der alten, gangbaren Notizen Regel ist, theils die einfachsten etymologischen Grundsätze unbeachtet bleiben. Andrerseits ist wieder seine Erklärung zu schwer gehalten und zu wenig lebhaft, als daß fie dem Volke, weder dem „gebildeten" Volke, noch dem ungebildeten, zusagen könnte. Dieses Streben, alle Sprüche in engen Zusammenhang und in drei Kategorien zu bringen ist solchen Lesern ganz unnütz. Im Einzelnen find die Auslegungen des Verf. oft sehr gesucht, und müssen daher mit vielen Worten begründet werden. — Wir haben hiermit die Gründe angegeben, welche aus dem Unternehmen des Verf. nicht den Vortheil ersprießen zu lassen scheinen, der zu erreichen gewesen wäre. Es ist keine Arbeit für die Gelehrten — wozu die Pirke Abot sehr viele Anknüpfungspunkte geben — und kein Volksbuch geworden, geschrieben mit einer in das Leben getauchten Feder. Damit ist nicht gesagt, daß es nicht dennoch vieles Gute enthalte, und daß es z. B. für Diejenigen, welche SabbatSvorträge über die Pirke Abot halten wollen, sehr vieles Nutzbare haben. Daß unsre Ansicht eine richtige sei, geht schon aus der Uebersetzung hervor, die, um recht genau zu sein, öfter den Spruch seiner ganzen Schlagkraft beraubt. — Wie uns mitgetheilt ist, wird das dritte Heft bald erscheinen. Philadelphia. Im vorigen Jahre erschien hier eine englische Uebersetzung von MendelSsohn's Jerusalem. Der Uebersetzer ist Herr Jsaac Leeser, einer der Wenigen, welche der jüdisch-amerikanischen Presse ihre Kräfte widmen. Pefilh. Einhorn läßt jetzt den ersten Thcil einer Schrift erscheinen, deren Vorwurf ist: das Prinzip des MosaismuS und dessen Verhältniß zum Heidenrhum und rabbinischen Judenthum. Anzeigen. Konkurs. An der israelitischen Gemeindcnormalschule zu Wcszprim ist zum nächsten Wintcrkurse die Stelle eines Lehrers vorzüglich für das deutsche Fach mit einem Jahresgehalrc von 400 fl. C.-M. zu besetzen. Darauf Refleklirende belieben fich portofrei mir ihren Gesuchen sammt authentischen Zeugnissen, daß sie die Pädagogik an einer k. k. Musterhauptschule studier, und auch schon in dieser Hinsicht Dienste geleistet haben, längstens bis zum 0. September l. I. an den gefertigten israelitischen Kultus- Vorstand gefälligst zu wenden. Wcszprim, am 26. Juli 1853. Israelitischer Kultusvorstand und Schnldirektiou. An der israelitischen Schule zu Hegenheim (liaut- Rhin, France) wird auf das kommende Semester (riS 1i«n) eine Lehrerstelle erledigt. Es wird verlangt tüchtige Kenntniß der hebräischen und deurschen Sprache. Der Betreffende hat auch einen gut geübten Sängerchor beim Gottesdienst zu leiten. Die fire Besoldung ist 900, sage neun Hunden Franken. Die Kandidaten haben ihre Anmeldung nebst Zeugnisse portofrei einzusenden an den Unterschriebenen. Hegenheim, den 24. Juli 1853. Mi. Nordmann, Rabbiner pr. Adresse von: Herrn Leon Piccard, Basel, Schweiz.

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