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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1853-08-08 · Heft 33 (8.8.1853) · p. Seite 415

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
17 (1853)
Issue
Heft 33 (8.8.1853)
Date
1853-08-08
Page
Seite 415 (sequence 9)
Language
German
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415 schm Literatur, wofür leider die ganze Nation büßen muß, da sie mit Polen, Franzosen und Literatur unter die loi des Suspects gerieth. Freilich haben schon unsere Vorfahren vor der Gefahr deS Witzmachens gewarnt, davon zeugen ihre Sprüche: 43. Auf ein gleich' Wort gehört ein Patsch. Uebersetzung: Laß das Witzeln sein. Sonsten schlag' ich drein. und 44. Kedowes*) ist öfters Zam ha mowes. Uebersetzung: Ein Spaß, der übel trifft, Ist oft so arg als Gift. Schwerlich hat die übrige Menschheit einen Begriff von der Qual, die ein echter deutscher Israelit (ich spreche von der Ra?e, schließe daher die Getauften nicht aus,) empfindet, wenn er einen Witz auf dem Herzen hat und darf ihn nicht heraussprechen. Trotz dem war der jüdische Witz eine kostbare GotteSgabe während der früheren, wohl jetzt beseitigten Verhältnisse: eine Blume, ein Parfüm, ein ätherisches Salz, an dem der gehetzte Wandersmann auf seiner mühe- und gefahrvollen Reise fich von Zeit zu Zeit erquickte. (Fortsetzung folgt.) Korrespondenz. Israelitische Lehrerkonfrr»n; zu Krefeld. (Schluß.) Anrath, im Juli. Präsident giebt hierauf die Anfichten Aller in einem klaren Resume wieder und sucht die gegen seinen Antrag geltend gemachten Gründe zu widerlegen. Ich hebe daraus besonders Folgendes hervor: Ich kann mich nicht mit der Anficht des Herrn Gottheil einverstanden erklären, als ziele mein Anttag nur darauf hin, dem Lehrer für die ganze Summe der Definitivität eine kleine Entschädigung zu gewähren; das soll er ganz und gar nicht. Wer eine Entschädigung nimmt, der steht auch die Sache, wofür er fie nimmt, für abgethan, für abgeschlossen an. Dieses aber soll mein Antrag nicht; er soll vielmehr die definitive Anstellung der Lehrer anbahnen. Sie ganz zu erlangen, bin ich mit 2hnen aus reinster Ueberzeugung einverstanden, da nur sie allein im Stande ist, die Schule wahr- I hast zu hebm, nur nicht, wie Einige wollen, entweder gleich Alles oder gar Nichts. — Weniger aber kann ich die Anstcht des Herrn Cramer theilen, dadurch der Willkür einzelner Gemeinden ihrem Lehrer gegenüber zu steuern, daß fich kein Lehrer erbötig finden solle, eine Stelle anzunehmen, von der ein Andrer ohne ganz triftige Gründe entlassen worden. Wer entscheidet denn darüber, ob die Gründe triftig find, oder nicht? Und wenn dieses nun auch wirklich geschehen — wie ist das zu erzielen? Sind denn alle jüdischen Lehrer so einig?.... Herrn GoldsteinS Behauptung endlich, als ließe fich der Antrag nicht realifiren, weil fich nach seiner Meinung die Gemeinden doch nicht daran kehren würden, kann auch nur als eine Behauptung aufgestellt werden, da ja darüber erst die Zukunft Aufschluß geben könne. Ich sehe überhaupt nicht ein, wie die Gegner des Anttages gerade ein fünfjähriges Engagement alS ein Gebundensein betrachten können — ist es ein ein- oder zweijähriges nicht auch? — oder, wie Einer behauptete, daß darin ein Aufgeben des Prinzips der definitiven Anstellung liegen solle! Meine Herren, ich gebe Ihnen wiederholentlich den wohlmeinenden Rath: Geben Sie den Theil nicht auf, weil Sie augenblicklich nicht das Ganze erlangen können! Ich — meines TheilS •— bin gern bereit, mein Möglichstes, wenn der Antrag angenommen wird, zur Realifirung des Beschlusses beizutragen, darauf können Sie fich verlassen! Mögen auch einzelne Gemeinden fich auf mich berufen, wie Herr Cohn meint, als sei ich gegen die Definirivanstellung der Lehrer, mir genügt es, wenn ich einstweilen so viel damit erstrebe, fie dadurch angebahnt zu haben. Nachdem der Redner die Versammlung noch gebeten, die von den Herren Wilmersdorf und Asch für den Anttag angeführten Gründe zu beherzigen, wird derselbe zur Abstimmung gebracht, erhält aber keine Majorität. Ebenso wird auch der Verbefferungsanttag des Herrn Wilmersdorf abgelehnt. Zweite Sitzung. Gottheil drückt fein tiefes Bedauern über die kleine Betheiligung der Lehrer an der jährlich doch nur einmal stattfindenden Konferenz aus; er habe hier eine viel zahlreichere zu finden geglaubt. Sollte fie aber wahrhaft auf Lehrer, Gemeinden und auf die Schulen wirken, dann müsse auch die Betheiligung eine lebendigere werden. Cramer: Auch er theilc dieses Bedauern. Es sei zu verwundern, daß die rhcinländischcn Lehrer in einer so kleinen Anzahl fich eingefunden hätten. Eine andre 33* *) Kedowes, wohl von ans ------ sts.

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