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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1853-08-08 · Heft 33 (8.8.1853) · p. Seite 411

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
17 (1853)
Issue
Heft 33 (8.8.1853)
Date
1853-08-08
Page
Seite 411 (sequence 7)
Language
German
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411 der oben genannten Farm der Amerikaner gesehen haben. DaS 3. Heilmittel ordinirt der Herr Dr.: Errichtung eines Krankenhauses und einer VersorgungSanstalt. Dieses ist auch ein heißer Wunsch der Gemeinde, besonders um daS englische MissionShospital entbehren zu können, sie mochte aber nicht vor dem Regen unter die Traufe flüchten, statt eines englischen ein amerikanisches Hospital unter der Leitung der Herren Barclay und Zimpel zu erhalten. S. 13—14 erzählt Herr Zimpel daß die ärztliche Hülfe des von Sir Moses Montesiore hier etablirten Arztes, vr. Simon Fränkel, als eines nicht ausreicht, auch dieses ist nicht der Wahrheit gemäß, denn wir besitzen hier, äußern Herrn Fränkel, noch einige sehr beschäftigte jüdische Aerzte. S. 15 reduzirt der Herr vr. die 3 genannten Heilmittel auf ein Arkanum als ein Universalmittel nämlich Geld, und will, seiner Homöopathie zum Trotz, dieses Medikament in großen Dosen angewendet wissen. Er sagt nämlich: „Ich fühle einen gewaltigen Drang, die Hände der reichen Israeliten, recht sehr tief in deren Taschen ein- und mit deren Schätzen geladen herauszuführen." Welch anmaßende und dreiste Sprache für einen Unberufenen. Herr Zimpel, vr. Med. et Philos., nach einer Thätigkeit in einem Eisenbahnwirkungskreise (S. 4 seiner Schrift) in Deutschland, und einem Abstecher in Amerika, kommt nach Jerusalem, läßt sich da im Jordan widertaufen, und kehrt nach einem kurzen Aufenthalt und Verkehr mit der amerikanischen Mission nach Europa zurück, wo er ohne irgend eine Vollmacht oder Autorisation zu besitzen, als Wohlthärigkeitsapostel und Judenbeglücker erscheint, und Geld, recht viel Geld verlangt. Wenn Herr Zimpel durchaus ein .moderner Joe Smith oder Pere Cabet werden will, oder muß, und Jerusalem zu seinem Jkarien erkoren hat, so möchten wir ihm rathen, den ersten Versuch mit seinen Glaubensgenossen anzustellen, deren Zahl hier größer als die der Juden ist, er könnte in Europa den Versuch machen, die kräftigen arbeitsfähigen Mönche der verschiedenen katholischen, griechischen und armenischen Klöster, die ja alle ohne Beschäftigung, und nur auf UnterstützungSgrlder angewiesen sind, so wie andere Leute ohne bestimmte Beschäftigung, zum Ackerbau anzuleiten und zu befähigen, eine Denkschrift an alle Christen zu diesem Zwecke von Herrn Zimpel von Stapel gelassen, hätte für ihn den Vortheil, keinen Gewissenszwang zu leiden und seine religiösen Grundsätze mit den Prinzipien einer fremden Religion amalgamiren zu müssen (S. 3—4 seiner Schrift) und wäre überhaupt viel schicklicher. WaS möchte die Welt sagen bei einem Falle? Wenn ein Jude von der Christenheit Geld für die Christen in Jerusalem verlangt hätte, um ihre Lage zu verbessern und sie dem Himmel näher zu bringen. Wir glauben, daß dieser Fall hinreichend belehrend für unsere Brüder ist, wie sie vorsichtig mit ihrem Zutrauen zu den WohlthätigkeitSjägern sein müssen, und vollkommenes Recht haben, legale und unzweifelhafte vollständige Vollmachten von ihnen zu verlangen. Außer den Wölfen im Schafspelze, den fanatischen Betrügern und betrogenen Fanatikern, die eS noch immer gegeben hat, giebt eS noch viele VolkSbeglücker und HumanitätSaposttzl, die nach dem Schiffbruche der Ideen der letzten Zeit in Europa, nach allen Welttheilen versprengt worden sind. Wir ersuchen daher die Redaktionen aller Zeitschriften, denen daS Judenthum von Interesse ist, diesem Aufsatze einen Raum in den Spalten ihrer Blätter geben zu wollen. vr. Neumann. Abhandlungen verschiedenen Inhalts. Deutsch-jüdische Sprüchroörter aus Hamborg. (Fortsetzung.) 39. Wenn zwei Mäißim tanzen, wer bezahlt die Lezannim? Uebersetzung: Wenn zwei Todte tanzen. Wer bezahlt die Mufikanzen? Ein unzweideutiger Spruch, anwendbar wenn ein Asthmatikus eine Schwindsüchtige heirathet, wenn zwei Dalfonim zu einem industriellen Unternehmen, oder zwei bescheidene gelehrte Männer zu einer Journalredaktion zusammentreten: kur; überall, wo man statt viribus unitis, inürmitstibus unitis zum Motto wählen könnte. 40. Weil der Chasan (Vorsänger) sagt Borchn, sagt Kohol (die Gemeinde) Jisborach. Uebersetzung: Nun just! In den alten sulzbacher und amsterdamer jüdischhebräischen Gebetbüchern findet sich diese liturgische Notiz, und das Wörtchen „weil" steht nach damaliger Redeweise

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