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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1853-08-08 · Heft 33 (8.8.1853) · p. Seite 408

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
17 (1853)
Issue
Heft 33 (8.8.1853)
Date
1853-08-08
Page
Seite 408 (sequence 4)
Language
German
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408 wegen Verletzung deS Vereinsgesetzes eingeleitet. Ich könnte Ihnen noch mehr Details zur Kenntnißnahme bringen, glaube aber, daß das bisher Gesagte hinreichend ist, dem Leser ein Bild unsrer Zustände zu geben. Welche Partei durch ihre Agitationen nicht wenig zu Erwirkung dieserKMaßregeln beigetragen, werde ich Ihnen kaum zu sagen brauchen. — WaS wird nun die Folge hiervon sein? Massenhafte Auswanderungen nach Amerika, den 227572 -2? unsrer Zeit, bereiten sich schon vor, und es kann bald so weit kommen, daß für die Ausführung der Judengcfeye nur noch wenig Objekte zu finden sind. Freilich werben die Meisten in diesem Asyle nicht die geträumten Berge von Gold finden, sondern sie werden auch dorr im Schweiße ihres Angesichtes ihre Eristenz gründen müssen, aber jedenfalls sind sie hierin unbeschränkt, und finden Entschädigung in dem Bewußtsein, in einem Lande zu wohnen, wo nicht das GlaubenSbekenntniß Grund zur Schmälerung der Menschenrechte giebt. — Schließlich noch ein Kuriosum: am 9. Juli d. I. fand beim Stadtgerichte zu Würzburg öffentliche Verhandlung gegen den frühern Dachur, jetzt als Vorstand eines Knabeninstituts sungirenden Hirsch Jost von dort, einen schlichten gotteSfürchtigen Mann, der sich in seinem Leben nichts weniger als mit Politik besaßt, statt. Derselbe war angeklagt, dadurch, daß er ohne vorhergangene Genehmig die Vorftandschaft eines WohlthätigkeitsvereinS übernahm, das Vereinsgesetz übertreten zu haben. Der Angeklagte ließ sich durch den jungen sehr talentvollen jüdischen Rechtspraktikanten Herrn Frankenburger vertreten, welcher in sehr gediegener mit vieler Satyre durchwebten Rede die Unbedeutendheit des ReatS nachzuweisen suchte. Das Urtheil lautete dem Anträge der Staatsbehörde gemäß auf 1 fl. Strafe und Tragung der Kosten. kl. k. Oesterreichischer Kaiserstaat. Lemberg, 28. Juli. (Privatmitth.) Die seit dem Anfänge deS Schuljahres 1853 von der hohen Regierung den hiesigen Juden zu Theil gewordene Berücksichtigung ihrer Religion durch Einführung deS öffentlichen israelitischen ReligionS- und Bibelunterrichtes für Israeliten in alle höheren öffentlichen Lehranstalten, nämlich in die beiden k. k. Gymnasien und Realschulen zu Lemberg und durch Einreihung derselben unter die obligaten Lehrgegenstände, wird von allen Mitgliedern der hiesigen Gemeinde als eine erfreuliche und segensreiche begrüßt und von der tiefsten Dankbarkeit fühlen sich hierfür gegen die hohe Regierung nicht nur die Eltern erfüllt, deren Kinder die obgenannten Schulen besuchen, sondern sogar die zahlreiche israelitische Jugend selbst, welche ungeachtet der dadurch veranlaßten Vermehrung ihrer bisherigen Schulpflichten, größten TheilS mit regem Eifer diesem Gegenstände sich widmete. Besonders aufmunternd und nachdrücklich wirkte die im Laufe deS ganzen nun verstrichenen Schuljahres diesem Gegenstände geschenkte Aufmerksamkeit und Beachtung seitens der durch ihre Humanität und ihren Pflichteifer ausgezeichneten Herren Inspektoren und Direktoren der betreffenden Anstalten, welche theils durch ihre öfteren Inspektionen, theilS durch ihre strenge RücksichtSnahme auf die in diesem Gegenstände gemachten Fortschritte bei Errheilung der allgemeinen Klasse, unzweifelhafte Beweise der Würdigung dieses Gegenstandes auch bei den Israeliten, lieferten. Eben so kann die andre neulich den Israeliten erwiesene Ehre nicht anders als mit dem Gefühle deS innigsten DankeS berichtet werden, nämlich die Berücksichtigung des israelitischen Religionsgegenstandes bei den am Schlüsse dieses Schuljahres abgehaltenen öffentlichen Prüfungen, wobei das genannte Fach nicht nur in keiner der genannten Lehranstalten und Klassen derselben auSblieb, sondern sogar gleich der christlichen Religion den übrigen Gegenständen voranging. Großbritanieu. London, Ende Juli. Eine Anzahl jüdischer Frauen hat im Lause der letzten Tage ein Konnte gegründet, um armen Judenmädchen die Auswanderung nach Australien möglich zu machen. Sie haben zu diesem Zwecke mit MrS. ChiSholm (Schiff Carolina Chisholm) einen Kontrakt abgeschlossen, und werden unter der Obhut dieser Frau nächstens 20 ihrer Glaubensgenossinnen, die sich gemeldet haben, kostenftei einschiffen. — In Manchester starb am 23. Herr SaliS Schwabe, von deutscher Abstammung, der Chef eines der größten und geachtetsten HandlungShauser daselbst. Vielen unsrer Landsleute durch

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