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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1853-08-01 · Heft 32 (1.8.1853) · p. Seite 399

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
17 (1853)
Issue
Heft 32 (1.8.1853)
Date
1853-08-01
Page
Seite 399 (sequence 9)
Language
German
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LS9 die hierin einen großen Reichthum besitzt, bietet für den jüdischen Familienvater wenig Auswahl. In früher Jugend kann daS Konfessionelle gar nicht geschieden werden. da der Unterricht auS dem Familienkreise der ersten Anschauung der Zugend beginnen soll, wo die religiösen Erscheinungen frühe die Aufmerksamkeit derselben anregen. — Eine traurige Erscheinung ist es aber, daß in vielen Schulen die vom k. k. österreichischen Kultusministerium ringefiihrte Fibel für katholische Schulen auch in jüdische Schulen und die Einführung nicht geboren und doch wird sie von den Lehrern, die hierin ganz autonom sind, gebraucht oder besser mißbraucht. — Die von dem Ministerium versprochenen Schulbücher für jüdische Schulen lassen lange auf sich warten. Herr Bondi, Lehrer in Pohrlitz, ein verdienstvoller Zugendschriftsteller, könnte demselben leicht Abhilfe schaffen, wenn er die für katholische Schulen ausgearbeireten Bücher umarbeiren und dem Ministerium Vorschlägen möchte. An guten jüdischen Lehrbüchern ist gerade kein so fühlbarer Mangel und die Lehrbücher von Jakobson, Lammfromm, Maurer, Zolowitz, Horwitz und Joel Nathan bieten eine reiche Auswahl der Stoffe. Das hohe k. k. Ministerium deS Unterrichts hat mit EUaß vom 8. Mai 1851 Zahl 3239 Herrn Bondi für die Verfassung der vorgelegten Schulbücher seinen Dank und die Anerkennung ausgesprochen u. s. w. Möge er nun auf dieser Bahn fortfahren, da der starke Absatz seiner Schriften die beste Ermunterung für ihn ist. Eine gewiß erfteuliche Erscheinung ist es, daß in Galizien sich mehre Gelehrten zur Herausgabe einer hebräischen Zeitschrift unter dem Titel Hachaluz, wissenschaftlichen Inhalts, vereinigt haben und wovon das erste Heft bereits erschienen. Es ist aber sehr schwierig ein Werk von dorther zu erlangen. So ist das berühmte Werk von R. Nachman Kr och mal, edirl von Zunz, *oi32 N373, weil in Lemberg erschienen nicht per Buchhandel zu haben. Verzeichnisse der erschienenen Novitäten in Polen, wo die Offizinen zu Lemberg und Zolkiev sehr thätig find, können Sie nirgends erlangen und blos zufällig hört oder ersieht man aus Zitaten das Erscheinen eines dort edirten Werkes. Wien, Prag, die doch im starken Verkehr mit Lemberg sind, können die geistigen Produkte nicht verschaffen. Die Werke von Herrn -Rabbiner Chajes sind dadurch wenig verbreitet, weil sie kein Buchhändler verschaffen kann. Polen konnte hierin Vieles leisten, wenn eS ein Bischen seine Druckereien heben möchte. Die Produkte, die daselbst erscheinen, sehen so traurig aus, daß der bloße Anblik zurückschreckend, schaudererregend ist. Wer sich des Zolkieoer Ausgabe des Zuchasin, Seder Haboror u. s. f. bedienen muß, der wird in mein verdammende- Urtheil einstimmen. Jetzt aber, wo die Zensur aufgehoben, wäre eS Zeit, wo das längst begangene Unrecht gut gemacht werden könnte. — Eine gute vollständige nach den ältesten Editionen veranstaltete Ausgabe der jüdischen Chronisten, deS '-37 m-.-nr; -.32 ,N37N'> an» “iso in Ouad ratsch, ifr, wäre ein wahrhaft zeitgemäßes Unternehmen und ließe sich in Polen leicht bewerkstelligen. Freilich wenn man dort beim alten Schlendrian beharren wollte, wäre die Unterlassung besser; denn der polnische Nachdruck hat noch immer die Originalausgabe verrhcucrt. — Benjakob hat mit seiner Edition des n-Vnsf: E» in Wilna ein schönes Beispiel gegeben. Seder Hadorot ist noch nothwendiger und in den bisherigen Ausgaben gar nicht zu benützen. Wer es versucht, sich durch dieses Labyrinth Lurchzuwinden, wo die Artikel, ohne die mindesten Unterscheidungszeichen, ohne Ordnung, voll Abbreviaturen, nach einander folgen, der kann dieses Stück saurer Arbeit würdigen. Nehme man noch dazu das elende Papier und die noch elenderen Typen und man kann sich kaum eine Vorstellung von dieser herkulischen Arbeit machen. Die neue Ausgabe des rvnntt no braucht nur in Quadratschrift, die Artikel durch große Anfangsbuchstaben gut von einander getrennt zu sein und korrekt, sehr korrekt aber — und es sind alle gewiß bescheidenen Wünsche erfüllt. Mögen diese Wünsche bald realifirt werden, die Viele mit mir theilen. 0. Korrespondenz. Israelitische Lehrerkonferenz zu Krefeld. (Fortsetzung.) .Anrath, im Juli. Am 20. Juni, Nachmittags 3 Uhr, erklärte Herr Konfistorialoberrabbiner BoLenheimer die diesjährige rheinisch-westfälische Lehrerkonferenz für eröffnet. Anwesend waren die Herren Lehrer: Asch aus Krefeld, Cr am er aus Neuenkirchen, 32*

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