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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1853-08-01 · Heft 32 (1.8.1853) · p. Seite 398

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
17 (1853)
Issue
Heft 32 (1.8.1853)
Date
1853-08-01
Page
Seite 398 (sequence 8)
Language
German
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398 cherib'S, und Tirakhah, der egyptische König, der bei Lachisch von den Affyren geschlagen ward, war der unmittelbare Nachfolger Sabako's II. Es scheint ein Friede zwischen den Egyptern und Assyrern geschloffen worden zu sein, und die beiden königlichen Zeichen, die zusammen gefunden worden, hingen an dem Fricdenstraktat, der im assyrischen Archiv niedergelezt ward. Herr Layard erweist aus anderen Umständen, daß die Affyrer eine genaue Zeitrechnung geführt haben, und hofft, daß man noch irgendwo chronologische Tafeln auffinden werde. Nach einer Reise nach Armenien fand Layard große Theile von Gebäuden aufgedeckt, die eine ungemeine Menge kostbarer Ueberreste, künstlicher Arbeiten aller Art und ungefähr 9980 Fuß Basreliefs mit Inschriften u. s. w. enthielten. Die von vr. Hincks, Col. Rawlinson und H. von Saulcy untersuchten Inskriptionen sprechen insonderS von dem ältesten Könige, von dem einige Details gefunden worden, Aschur, dem Erbauer des nordwestlichen Palastes zu Nimroud. Sein Sohn Divanubar war ein großer Eroberer, unter den ihm tributären Königen wird „Jehu, Sohn Omri's" genannt. Auf demselben Monument kommt der Name „Hasael" vor (I.Kön. 19, 15.) Der Name eines Königs konnte noch nicht entziffert werden, dem „Menachem, König von Israel" zollte. Sein Nachfolger war Saigon. Doch wir können hier nicht Alles anführen, genug, die Monumente zeigen 39 Namen von Königen, Ländern und Städten, die in der heiligen Schrift Vorkommen. Endlich hat Herr Layard jetzt eine dritte Reise nach Assyrien unternommen, die nicht unbelohnt geblieben. In baldiger Zeit werden wir von der assyrischen Geschichte mehr wissen, als von der irgend einer altern' Nation außer der israelitischen. Was die assyrische Religion betrifft, so beteten sie einen obersten Gott als Nationalgott an, Aschur, dem fie 12 untere Götter zugesellten: Anu Vav Dagon Ungewiß Bar Bel San Nebo Schamasch Merodach Mylil Ischtar. Literariscke Nachrichten« Aus ZNähren, im Juli. Literarische Wünsche. Die rührigere Thängkeit die in der kleinen gelehrten jüdischen Republik herrscht, muß jeden, der besonders von der Wissenschaft stch eine Regeneration des ZudenthumS verspricht, sehr freuen, obwohl auf der andern Seite die Theilnahmlofigkeit und Gleichgiltigkeit des Publikums immer im Zunehmen begriffen ist. Ist einmal die jüdische Wissenschaft in der gelehtten Republik völlig emanzipirt, dann wird die Anerkennung des jüdischen Publikums Nachfolgen, das in seiner thörichten Nachahmungssucht nur das willkommen heißt, was ihm von parteiischen Richtern angepriesen wird. Sobald einmal die hämischen Phrasen, ,,rabbinischer Aberwitz, jüdischer Vorwitz, rabbinische Fabeln und Märchen" aus dem Munde der Gelehrten schwinden, so wird man auch bald zur Ueberzcugnng seines Unrechts gelangen und der verkannten Wissenschaft neue Liebe zuwenden. *) Möge bis dahin der Eifer der Gelehtten nicht erkalten und von ihnen nur Vortreffliches und Gediegenes zu Tage gefördett werden. — Einer besondern Pflege hat die Schulliteratur noch immer vonnöthen. Es giebt hier noch Vieles zu schaffen. Für die gar zarte Jugend ist noch wenig geschehen, und kleine Erzählungen aus der Bibel, nebst Fabeln, Liedchen u. dgl. bleiben noch immer fromme Wünsche. Die deutsche Literatur *) Herr vr. Zunzhat (Geschichte und Literatur) dieses literarische Hep Hep scharf getadelt und manche derartige Zitate aus Winers biblischem Realwörterbuch angeführt. Seitdem ist die 3. Aufl. des Realwörterbuchs erschienen. Herr Winer hat viele solche Reminiszenzen der guten alten Zeit stehen lassen. Sehen Sie gefälligst T. I, 688, Kuß, die Anmerk, nach und Sie finden folgende gar nicht hierher gehörende Expektoration. „Die herzlosen Rabbiner, Bereschit rabba Ab. 70. 1 wollen nur 3 Arten Küsse gelten lassen, den Kuß der Ehrfurcht , der Begegnung und deS Abschiedes"! — Vergleichen Sie damit die Stelle im Original und sie sagt ganz was anders, als Herr W. ihr unterschiebt. b2 npiD-, V7V1-72 b« npi'22, nbn -n, mbsnb rrpioa rjN N»in:n m mo-is bw npiwr, n^p^is btt rvor-ip btt npitt:. Alle Küsse find nichtig, außer drei; der Kuß der Huldigung, Samuel küßt Saul als er ihn krönte und salbte, 1. Samuel 10, 1., der Kuß der Begegnung, Aron den Mose, 2. B. M. 4, 28., der Kuß des Abschiedes, Orpah ihre Schwiegermutter, Ruth 1, 14. und R. Tanchuma fügt noch hinzu auch der Kuß der Freundschaft, Jakob küßte die Rahel, 1. B. M. 30, 11. Wo steht nur in der allezirten Stelle, nebst den daselbst angeführten Zitaten aus der Bibel, daß die Rabbinen herzlos das Küssen nicht gelten lassen wollten. Sie sprechen bloS vom Werthe desselben und fie finden nur Bedeutung in den 3 oder 4 Fällen, mbanb Npioa b2. Der Sohar, der alles vergeistigt, nennt, das Küssen ein Vereinigen und Zusammenschmelzen der Seelen: rsp-'S» Mrvnn «ni-> mpmni-? rr^n. Vgl. Midrasch Ruth 1,14.

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