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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1853-07-25 · Heft 31 (25.7.1853) · p. Seite 385

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
17 (1853)
Issue
Heft 31 (25.7.1853)
Date
1853-07-25
Page
Seite 385 (sequence 7)
Language
German
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meisten Einwanderer in die höllischen Regionen abgeben und sie streben daher bestens nach Aufrechthaltung der Ochserei. Jndeß, unser Spruch rein volkswirthschaftlich betrachtet, so steht hier das nicht unerhebliche Bekenntniß, daß die übertriebene Wohlfeilheit ein Ruin für allen Handel und Wandel ist. Da sagt nun der Freihändler: Seht die Folgen des Abschließens; die Hölle führt keine Lebensmittel, überhaupt keine Artikel aus, sie würden vielleicht auch keinen Absatz finden, und was darin ist, muß darin bleiben. Sie hat aber auch auf alle Einfuhr den denkbar schwersten Zoll gelegt, und da die Außenwelt nichts hinein schicken kann, so hat sie da auch nichts; daher muß auch jene schöne Gegend in ihrem eigenen Fett, Schwefel, Judenpech, Phosphor u. s. w. ersticken, und unter Anderm den schönen Ueberfluß an Ochsen ganz entwerthet sehen. Der Schutzzöllner und Zunfrfreund spricht: das sind die Folgen des elenden Zulassungssystems. Jeder Lump wird hier ohne Weiteres ausgenommen, und es ist gar kein Beispiel bekannt, daß Jemand, der Einlaß begehrte, zurückgewiescn sei. Jeder dieser Eingctretcnen aber ist ein Drodverderber. Da für seinen Unterhalt an Schlangen, Molchen, siedendem Blei, Brandsalbe, gcschraptcn Kartoffeln u. s. w. vom Regimente gesorgt ist, so legt er sich nur auf unnütze Produktion, wodurch wir armen alten Produzenten völlig ruinirt werden. Ochsen find zudem hier in der Hölle durchaus nicht autochthonisch, und hatte man die Einfuhr von fremden Kälbern nicht gestattet, so litten wir jetzt nicht diesen heillosen Ueberfluß. Ich weiß nicht, wer von beiden Recht hat, aber das Sprüchwort hat gewiß recht, und es ist wirklich kein Glück, wenn ein Ochse einen Pfennig kostet. 28. Mehr Schochtim (Schächter) wie Hühner. Man könnte dies übertragen mit: mehr Jäger als Hasen; aber da müßte man die Sonntagsjäger ausnchmen, denn da find oft viele Jäger und gar kein Hase. Sonntags- oder Sabbatsschächtcr giebt es aber meines Wiffens nicht, daher bleiben wir bei der Originallcscart stehen. Wo hinter einem Paar reicher Mädchen Schocke von Kourmachcr her sind; wo nach einem Geschäftchen Dutzende von Mäklern laufen; wo eine kleine Judengemeinde eine große Garnitur von Beamten hält; wo ein großes Theaterpersonal vor fast leeren Bänken spielt; wo auf einer Messe viel mehr Verkäufer als Käufer sich einsinden; wo eine Zeitung mehr Redaktoren und Mitarbeiter als Leser hat; wo eine mäßige Anzahl von Bienen eine große Armee Drohnen füttern muß; wo den wenigen Künstlern eine Schiffsladung von Rezensenten gegenübersteht; wo eS zehnmal so viel heirathsbcgierige Töchter als heirathSfähige Söhne giebt; wo die Anzahl der Llouck-wils außer allem Derhältniß zu der der Bürger steht; wenn ein Land in eine solche Menge von Staaten getheilt ist, daß die Zahl der Regentenhäupter und ihrer Familien Legion heißt — da überall findet das Sprüchwort: Mehr Schochtim als Hühner, seine richtige Anwendung. Erklären ja viele Tausende von Auswanderern geradezu: sie verließen daS überbevölkerte Europa nur, weil da mehr Schochtim als Hühner seien! Und hinter diesem Spruche steht immer die klaffende, ebenfalls jüdisch-sprüchwörtliche Frage: 29. Wie hält nur das Hühnchen das Schächten aus? Und die betrübte Antwort lautet und wird immer lauten: Es hält es auch wirklich nicht auS.'... Bei diesem Anlaß fallt mir der Ausdruck ein: 30. Er ißt nicht von seiner eigenen Schechite. Uebersrtzung: Wie, das Thier, das Du geschlachtet. Ist Dir zum Genuß verachtet? Es soll dies nämlich ein Vorwurf sein und nicht etwa ein Lob. Aber er trifft eine sehr verbreitere Idiosynkrasie. Die Köchin ißt nicht gern von dem Fisch den sie „gemacht" hat; der Arzt behandelt nicht gern seine eigenen HauSleute; der Krämer kauft nicht die einmal verkauften Maaren zurück; der Journalist liest nicht gern seine eigenen Artikel u. s. w. Man kann dies, je nachdem man gestimmt ist und geschlafen hat, für den innern Hochmuth nehmen, der da spricht, was für die Anderen gut genug ist, ist es nicht auch für mich; oder für den unbewußten Ausdruck des strebenden Geistes, der dem Idealen, das er sich vorgesetzt hat, nie nachkommt, vielmehr immer an daS Bessermachen denkt. Je nachdem!! 31. Rauges gilt nicht. Uebcrsetzung: Zorn ohne Macht Wird nur verlacht! Es ist ein Unglück, es ist ein Jammer, es ist daS Traurigste was cs nur geben kann, eS ist himmelschreiend — aber eS ist leider wahr, wahr, wahr, daß RaugeS nicht gilt; und je älter der Mensch wird, desto mehr wird er dessen inne. Ihr unschuldsvollen Mädchen, die ihr die Wagen rollen hört zu dem Balle, zu dem die erwartete Einladung

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