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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1853-07-25 · Heft 31 (25.7.1853) · p. Seite 384

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
17 (1853)
Issue
Heft 31 (25.7.1853)
Date
1853-07-25
Page
Seite 384 (sequence 6)
Language
German
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384 ein Mensch noch essen, trinken, schlafen, athmen, lesen, schreiben, überhaupt leben kann, ohne mit ihnen zu gehen, ohne zu ihnen zu gehören, Lie ganze Welt ist voll Sünde, aber die Sünde, aus der ihre Geisteskrankheit, der Rischus, entsteht, ist ihnen Tugend. Bei solcher Verwirrung gehört diese Spezies zu den absolut unheilbaren. Ich könnte nun noch eine Menge Spezies anführen, allein ich will bald aufhören, theils darum, weil ich den Leser nicht länger langweilen will, theils weil sich mein literarisches Faulfiebcr wieder verspüren läßt. Jndeß Manchem wird cs Vergnügen machen, wenn er dem Rischus in cvncrcw begegnet, nun. gleich bei sich ausmachen zu können, zu welcher Spezies der Fall gehöre. Daher will ich doch noch die sonderbarste Spezies anführen und zwar t>) Rischus judaicus. Man sollte nicht glauben, daß diese Art möglich, ja nur denkbar wäre, aber der Leser möge meinem geübten Takte glauben, cS kommt dieses Rischus judaicus vielfach vor, nicht nur bei getauften Juden (da wäre es kein Wunder, Hier geht die SpezieS sofort in das Rischus vulgaris über und steigert sich oft zur fürchterlichsten Manie), sondern auch in ungetauften. Sie suchen sorgfältig ihre Abkunft zu verbergen, schimpfen wohl gar auf Juden und Judenthum, um die Leute zu mystifiziren, vermeiden alle Gemeinschaft und Gesellschaft mit ihren Stammesgenossen, erzeigen ihnen keine Wohlthat, keine Freundlichkeit, hassen insbesondere jeden hervorragenden, strebenden Menschen unter denselben, verfolgen, denunziren und find, da diese Spezies leicht kontagiös wird, die anerkanntesten Verbreiter und Beförderer der Rischuskrankheit. Ueber die anderen pathologischen Momente, Diagnose, Aetiologie, Prognose, Therapie dieses Uebels ein ander Mal. l)r. II. Zeitungsnachrichten. Deutschland. Aus den» Schtverin'schen, 17. Juli. Der Dr. Lippschütz ist landesherrlich zum Landesrabbiner bestätigt, und Dr. Enoch mit langer Nase abgezogen. Der H. C. enthalt die unbegründete, ja lächerliche Nachricht, daß sich die hierländischen Juden an den Bundestag mit einer Beschwerde wenden wollen! Großbritauieu. London, im Juli. Jew. Chron. enthält unter der Aufschrift: „Die Kosten einer Judenbekehrung" folgenden Artikel. Nach einigen zwanzig Jahren Arbeit, nach der Errichtung einer Kirche auf dem Berge Zion zu enormen Kosten, nach Ausgabe von Hunderttausenden von Livres Sterling, hat die londoner Gesellschaft zur Bekehrung von Juden, eine Gesellschaft, der ein Bischof präsibirt, und die durch die vereinigten Kräfte beS KönigthumS Preußen und Englands auSgestattet ist, sage in einigen zwanzig Jahren, nach ihrer eigenen Statistik eine Gemeinde von 37 jüdischen Konvertiten als Frucht ihrer Bemühungen zusammengebracht. Während deS ganzen letzten Jahres, war das Resultat ihrer Arbeiten die Bekehrung Eines Juden. Die Kosten dieser einen Bekehrung waren demnach die jährlichen Ausgaben zu Jerusalem allein 1228 L. St. für die Mission, 445 L. St. für die Kirche, 1173 L. St. für das Hospital und 400 L. St. für die Industrieschule; hierzu noch 1200 L. St. an den Bischof Gobiat Gehalt, macht zusammen für einen Bekehrten: 4446 L. St. oder circa 31,122 Thlr. Pr.-Crt.!!! Die Edinburgh-NewS erkennen selbst die Unverhältnißmäßigkeit deS Erfolgs und der Ausgaben an. Denn auch dort hat. nach dem Bericht an the General Assembly eine Ausgabe von 2467 L. St. (17270 Thlr.) für ein Jahr nur drei Bekehrungen zu Stande gebracht. Die „schottische freie Kirche" hat 5000 L. St. (35000 Thlr.) ausgegeben und — keinen einzigen Juden bekehrt.! „Sicherlich, ruft sie aus, könnte daS Geld der drei Kirchen mit zehnmal mehr Erfolg zu Hause auSgegeben werden und zu würdigeren christlichen Zwecken — zum Beispiel für die sogenannten Lumpenschulen (the Ragged Schools)!" — Nach den Zeitungen von Jamaika ist daselbst in Kingston ein Israelit, Herr Philipp Lawrence zum Mayor (Bürgermeister) gewählt worden. Abhandlungen verschiedenen Inhalts. Wrutsch-Mdische Spruchwörter aus Hamburg. (Fortsetzung.) 27. Im Gäimen (in der Hölle) kostet ein Ochs einen Pfennig. Sollte wirklich die Hölle so viele Zufuhr von Ochsen haben, daß der Preis fo höllisch gefallen wäre? Es giebt Leute, die da behaupten, daß gerade die Nicht-Ochsen die

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