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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1853-07-11 · Heft 29 (11.7.1853) · p. Seite 365

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
17 (1853)
Issue
Heft 29 (11.7.1853)
Date
1853-07-11
Page
Seite 365 (sequence 11)
Language
German
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365 Kenntniß deS Talmuds und Choschen mischp. und ein scharfsinniges Eingehen in den Geist der Gesetze erweist. Leipzig, 4. Juli. In diesen Tagen wird die 26. Lieferung des Bandes Hl. des Philippson'fchenBibelwerks ausgegeben, die bis in's 19. Kap. des BucheS I. der Chronik reicht. ZNagde^burg, im Juli. Das Gebet, ein Athemholen der Seele, nebst einem Anhang von Gebeten. Bearbeitet von Leopold Nathan Hofheimer, Schullehrer und Vorsänger in Kappel. Stuttgart, 1853. Der Verf. giebt hier zuvörderst eine Abhandlung über das Gebet, über dessen heilsamen Einfluß, wie es verrichtet werden soll, und über die äußeren Umstände beim Gebete. Der Verf. geht dabei am meisten vom Standpunkte der Kindheit auS. Er sagt hier sehr viel Gutes, und oft schön, denn er spricht innig und einfach. Auf sehr anziehende Weise weiß er viele Sprüche der Schrift und schöne Aussprüche bedeutender Autoren einzustreuen. Nur das Eine haben wir entbehrt, daß er auch eine Anknüpfung an die bestehende gottesdienstliche Feier gefunden hätte, daß er auf das Gebet Israels und wie eS dem Israeliten Noch thut, gekommen und gewiesen hätte. So leidet die Schrift an dem in unseren Tagen empfindlichen Fehler, über ein Vedürfniß zu sprechen, und dessen Befriedigung lediglich von idealem Standpunkre im Auge zu haben. Hieran knüpft sich nun der zweite Th eil des Büchleins: „Das betende Kind in der Schule und in den verschiedensten Verhältnissen seines Lebens." Eine Sammlung von 300 Gebeten und mehreren Zugaben für kleinere und größere Kinder. Sie find von den verschiedensten Verfassern, zum Theil von Herrn Hofheimer selbst, oder auch von chm bearbeitet, kurze und längere, prosaische und metrische, meist gut gewählt, einfach, erhebend, warm. Auch hier, obgleich der Verf. auch für Sabbat und Festtage gesorgt, hätten wir einige ältere jüdische Gebete in der Uebersetzung gewünscht, um das Kind auch an das jüdische Gebet zu gewöhnen, z. B. das Bekenntniß deS SA«, eine Bearbeitung des Adon Olam, einiger Sätze aus der deS rratts u. dgl. — Jedenfalls ist das Buch eine schöne Gabe, und füllt, mit Formstecher's Gebetbüchlein verbunden, das Bedürfniß auf genügende Weise aus. 5. Juli. Notice 8lw Abou-Jousouf Hasdal Ibn-Schaprout, medicin juif du dixieme siede etc. par Philoxfene Luzzato. Paris, 1852. Wir können den würdigen Sohn des Herrn Prof. S. D. Luzzato in Padua in diesen Blättern nicht besser begrüßen, als mit einem Berichte über die vorliegende, ebenso seiner Gelehrsamkeit wie seinem Scharfsinne zur Ehre gereichenden Schrift. Der ausgezeichnete Jude, über dessen Leben hier die spärlichen Nachrichten zusammengestellt find, hat das große Verdienst, die Verpflanzung der jüdischen Gelehrsamkeit auS dem Orient nach dem Abendlande, insonderS nach Spanien, im 10. Jahrhundert, gefördert zu haben, wodurch zwar die Verbindung zwischen den Juden deS Morgen- und Abendlandes verlor, hingegen das letztere unabhängig und die Pflanzstätte einer neuen, außerordentlichen Blüthe ward. Chasdai war Arzt unter Abd-al Rahman HI. in Spanien, der bis 961 regierte und half zu Cordova dem Mönch Nikolas, den Dioskorides genauer in'S Arabische zu überttagen; dann lebte er unter Jenes Nachfolger Alhakem, und trug den Ruhm davon, der jüdischen Bevölkerung in Andalusien die Pforte der jüdischen Gelehrsamkeit in Rechtssachen, Chronologie ff. eröffnet zu haben, indem er die jüdisch-theologischen Werke auS dem Orient kommen ließ, und den auS dem Morgenlande durch sehr abenteuerliche Schicksale gekommenen R. MoseS und dessen Sohn R. Hanokh als oberste Richter und Lehrer der Gemeinde in Cordova schützte. Von diesem Chasdai ist der bekannte Brief an den König der Khazaren, ob er wirklich zum Judenthume sich bekehrt habe, und an ihn die Antwort gerichtet, zwei Schreiben, deren Antenthizität jetzt nicht mehr als zweifelhaft angesehen wird. Aus diesem Schreiben geht die Stellung Chasdai'S unter Abd-al Rahman 111. hervor, indem er den sehr bedeutenden Handel und die Personen der Fremden zu überwachen hatte, und die Gesandten und ihre Geschenke empfing, waS durch ein anderes Dokument, üach welchem ihm die Verhandlung mit einem Gesandten deS Kaisers Otto I. überttagen wurde, bestätigt wird. Mit großem Scharfsinn erweist der Verf. auch, daß Chasdai sehr gewandte Verhandlungen mit dem Könige Sanchez I. von Leon betrieb, die das Reich seines Herrn mit mehreren Festungen erwcitetten. Eine eben so hohe Stellung bewahrte er unter Alhakem 11. (961—976), der ein außerordentlicher Förderer der Literatur war. Damals war Chasdai der gefeierte Mäzen der jüdischen Literatur, der die erste Anregung zum Wiederaufblühen der hebräischen Poesie gab, und fteilich bald auch von rivalifirenden Gelehtten umgeben ward, wie Menachem ben-Saruk und Donasch ben-Labrat, auS deren dedikatorischen Episteln

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