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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1853-07-11 · Heft 29 (11.7.1853) · p. Seite 359

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
17 (1853)
Issue
Heft 29 (11.7.1853)
Date
1853-07-11
Page
Seite 359 (sequence 5)
Language
German
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359 schärfen. So bringt daS Kreisintelligenzblatt von Schwaben auf den Viehhandel bezügliche Dekanmmachung, der zufolge „noch immer Fälle Vorkommen, daß nicht bloS unpatentisirte Israeliten und unansäsfige Christen den Viehhandel selbst treiben oder alS Schmuser, Unterhändler und Mäckler dabei thätig sind, sondern sogar einzelnen Israeliten gegen die Bestimmung im §. 20 des Edikts vom 10. Juni 1813 der Viehhandel neuerdings erlaubt worden ist. Die Kreisstelle sieht sich deshalb veranlaßt, die bestehenden Verbote zur genauen Befolgung wiederholt nachdrücklich einzuschärfen." — Auch Prügel sollen einem unbefugten Hausirer bereits applizirt worden sein. Wäre unS die verheißene Gleichstellung geworden, wären auch nur die GewerbSbeschränkungen aufgehoben, die Ansassigmachung an solchen Orten, wo bis jetzt keine Juden wohnten, erleichtert, daS leidige Matrikelwesen ^beseitigt oder wenigstens nicht verschärft, mit einem Worte, der ländlichen Bevölkerung neue Erwerbsbahnen eröffnet worden: es wäre über derlei Vorkommnisse kein Wort zu verlieren. Wie aber die Sache jetzt gelagert ist, leisten sie der Auswanderungslust allen Vorschub. Wir möchten daher die Redaktion der offiziösen „Neuen Münchener Zeitung" aufmerksam machen, auch dieses Moment in der Darstellung der Ursachen der Auswanderungen in Baiern in Erwägung zu ziehen. — Bei den dermalen in Angriff genommenen Eisenbahnbauten abseiren des Staates find auch mehrere Jngenieurpraktikanten jüdischen Glaubens thätig, und einem derselben, Herrn Herz, einem Bruder veS Herrn Prosektors an der Universität zu Erlangen, ist behufS der Folgegebung eines Rufs nach St. Gallen in der Schweiz ein dreijähriger Urlaub verwilligt worden. — Das früher oft erwähnte Brautpaar aus einer mittelfränkischen Gemeinde, welches die Verehelichung in einem rabbinisch verbotenen Verwandtschaftsgrade durch alle Instanzen vergeblich angestrebt halte, ließ sich dem Vernehmen nach durch einen pfälzischen Rabbiner trauen, und man ist auf die Folgen dieses Schrittes begierig. — Die juristische Preisfrage der Münchener Universität wurde von meinem Freunde, Herrn I. Rau aus Gunzen hau sen gelöst. Näheres über diesen interessanten Fall in dem nächsten meiner Berichte. K. Preußen. Magdeburg, im Juli. Uns fällt so eben die Nr. 9 veS 13. Jahrg. des „Ministerialblattes für die gesammte innere Verwaltung" in die Hände, vom 31. Okt. vor. Jahres. Da steht darin Folgendes: Die königliche Regierung empfängt hierneben Abschrift der wegen Prüfung und Vereidigung eineS jüdischen Feldmessereleven unterm 6. d. M. an die königliche Regierung in IX. erlassenen Verfügung zur gleichmäßigen Beachtung. Berlin, den 13. Oktober 1852. Der Minister für Handel, Gewerbe und öffentliche Arbeiten. v. d. Heydt. Auf den Bericht vom 15. Juni d. I. wird der königlichen Regierung unter Rücksendung der Anlagen eröffnet, daß die Prüfung deS jüdischen Feldmesser- Eleven IX. zum Feldmesser, wenn er sonst den deSfalsigen allgemeinen Vorschriftrn entspricht, auS dem Grunde, weil er Jude ist, nicht zu versagen ist. Eben so wird derselbe, wenn das Zeugniß der königlichen technischen Baudepuration über seine Prüfung genügend auSsällt und er demnächst auch den gesetzlichen Bestimmungen hinsichtlich seiner Militärverpflichtung genügt har, zur Vereidigung zuzulaffcn sein. Die königliche Regierung hat dem IX. jedoch vor Ertheilung der Prüfungsarbeiten ad protocollum ausdrücklich eröffnen zu lassen, daß er durch seine Prüfung resp. Vereidigung als Feldmesser einen Anspruch auf Anstellung oder Beschäftigung im Staatsdienste nicht erlange, und namentlich die Ablegung der Feldmesserprüsung nicht den Anfang zur Baubeamtenlaufbahn mache. Berlin, den 6. Oktober 1852. Der Minister für Handel, Gewerbe und öffentliche Arbeiten. v. d. Heydt. Ministerium für landwirtschastl. Angelegenheiten. Im Allerhöchsten Aufträge: Bode. OesterreLchischer Kaiserstaat. Aus Mähren, im Juni. (Privatmitth.) Nichts ist interessanter, als die Entwickelung der Juden und des JudenlhumS hier in Mähren im Ganzen und Einzelnen Jahre hindurch zu beobachten. Hier und dort sehe ich eine herrliche Synagoge entstehen oder bereits entstanden; hier und dort höreich die Gottes-

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