Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 17 (1853)
- Issue
- Heft 28 (4.7.1853)
- Date
- 1853-07-04
- Page
- Seite 348 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Mentioned entities
- Riga 3× ep/2781490
- Hrodna 1× ep/1044655
- Minsk 1× ep/2781459
- Taganrog 1× ep/1000958
- Vilnius 1× ep/2773296
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348 Glieder der Gemeinde der letztern gebühre, welche die RepartitionSliste durch einen selbstgewählten Ausschuß nnsertigen lasse, und diese Steuer von den Steuerältesten einzuheben, sodann bei den Magisträten in gesetzlicher Grundlage einzuzahlen und von diesen nur aus Befehl der Gouvernementsobrigkeit (zum Unterhalte der hebräischen Kronsschulen rc.) wohin gehörig abzulaffen sei. — In Grundlage der von dem Ministerio VeS Innern erlassenen, den betreffenden Behörden zur Kenmniß gebrachten Instruktion über die Bertheilung und Einhebung der Lichtsteuer beträgt die pro 1853 für Kurland bestimmte Quote dieser Steuer die Summe von 5800 Rubel Silber, und da die Zahl der Ebräer männlichen Geschlechts sich in diesem Gouvernement nach der letzten SeelenreVision auf 11,081 beläuft, so beträgt hiernach die durchschnittliche Quote für jede Seele 52 Kop. S. — Schließlich sind die in gedachter Instruktion enthaltenen ossiziellen statistischen Notizen über nachstehende Gouvernements und die in denselben enthaltenen ebräische Bevölkerung rc. (pro 1850) interessant, welche wie folgend lauten: Namen der Provinzen und Gouvernements. Seelcnzabl der Ebräcr männlichen Geschlechts pro 1 SSO. Bcrrag der allgemeinen Nerobkarc» veilücn pro 1 SSO. Betrag der Lichlsteuer nach Bcrdälinißd. Nsrobkarcrenüen. gtul'el Lild. Rudel Sild. 1. Provinz Bcffarabicn 32,597 54,959 14,832 2. Gouvernement Wilna 29,920 44,197 11,927 3. - Wucbsk 26,642 36,280 9,791 4. Wolhynien 70,060 153,150 41,331 5. - Grodno 37,487 85,553 23,088 6. Jckaterinoslaw 4,464 4,775 1,288 7. - Kiew 70,600 112,853 30,456 8. Kownv 35,289 57,615 15,549 9. Kurland 11,599 20,538 5,542 10. Minsk 34,865 56,731 15,310 11. Mohilew 37,549 47,234 12,747 12. Podvlien 80,726 103,460 27,921 13. Poltawa 9,063 10,376 2,800 14. Taurien 2,182 2,153 581 15. - Cherson 15,218 12,975 3,501 16. Tschcrnigow 12,500 10,553 2,848 17. Stanhalierfch. Obepa 5,009 37,983 10,250 18. Kcnh-JcnikolSk 63 408 110 19. Taganrog 233 442 119 8ummu 516,071 852,235 230,000 (Die Zahl von 510,071 männlichen Geschlechts gicbt also 1 Million Juden in Rußland ohne Polen. R e d.) ÄNitau, 12. Mai. (Privatmitth.) Zu Anfänge dieses Jahres verstarb zu Riga der dortige Goldsticker Moses Saloman ljüdischer Konfession) in einem Alter von 74 Jahren. Die dortige israelitische Gemeinde verlor an demselben eines ihrer wackersten und gebildetsten Mitglieder. Er war ein eifriger Literaturfreund und schon früh ein Anhänger der MendelSsohn'schen Schule und der mit derselben verbundenen Bildung. Ehemals bekleidete er hier auch das Amt eines TranslateurS der hebräischen Sprache. Derselbe war auch sehr mildthätig, und zwar nicht nur gegen seine Glaubensgenossen, sondern auch gegen Christen, und wo es galt Gutes zu thun, machte er keinen Unterschied zwischen irgend einer Konfession. So z. B. schenkte er vor mehren Jahren an einem und demselben Tage seiner Gemeinde einen prachtvollen, goldgestickten Vorhang für die heilige Lade in der Synagoge, und zugleich der dasigen christlichen Gemeinde eine gleichfalls sehr prachtvoll gearbeitete Altardecke für den Altar der St. Petri-Kirche zu Riga. Seine um ihn trauernde Wittwe (gleichfalls jüdischer Konfession) ist eine leibliche Schwester deS Inspektors der livländischen Medizinalbehörde, StaatSralhS und Ritters vr. mell. v. Levy. — Fast zu gleicher Zeit verstarb zu Wilna in einem Alter von 38 Jahren, Lipman Hurwitz, Lehrer der Religion und der Hebräischen Literatur an der Rabbinerschule zu Wilna. Derselbe fungirte seit 1843 bis Schluß 1848 als Lehrer der Bibel und der hebräischen Sprache an der Allerhöchst bestätigten Hebräerschule zu Riga, und war Milredakteur der hebräischen periodischen Schrift „pirclie Zafon“ Wilna, 1841 ff., so wie auch Mitarbeiter der von I)r. Jost herausgegebenen hebräischen Zeitschrift „Zion". Sitcrörifcbe Nachrichten. Ans Mähren, 21. Juni. Von den in jüngster Zeit auf tcm Gcbicre der Literatur erschienenen Werken läßt sich größtcnthcils Ihre Bemerkung: „alte Weisheit in neuem Gewände/" anwendcn. Selbstständige Produktionen find höchst selten, obwohl cs viele Gebiete noch ziebt, z. B. die Dogmatik und Religionsphilosophie des Judenthums, die einer gründlichen Bearbeitung bedürfen. Das Studium der Geschichte hat sich durch die Bemühungen eines Rapvport, Zunz, Jost u. A. m., das