Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 17 (1853)
- Issue
- Heft 28 (4.7.1853)
- Date
- 1853-07-04
- Page
- Seite 346 (sequence 4)
- Language
- German
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346 Kosten im September nach Oppeln. Seine Wirksamkeit war eine sehr gesegnete. —. Am verwichenen Sabbat 's) hat der Prediger Herr Sal. Pleßner auS Posen in der großen Synagoge zu Gnesen einen gottesdienstlichen Vortrag gehalten. Seit dem Abgänge des Dr. Gebhardt war an diesem Sabbat der Gnesener Tempel wieder zum ersten Mal ungewöhnlich stark besucht. Sonst steht dieses HauS — an Schönheit der innern Einrichtung fast einzig im ganzen Großherzogthume — durchgehende leer und verödet, denn eS fehlt der Kantor, welcher den Gottesdienst leiten, und der Prediger, welcher das Wort des Herrn verkündigen soll. — DaS Kantoral soll vom 1. Aug. e. ab wieder besetzt werden, das Predigeramt aber vor der Hand noch unbesetzt bleiben. Herr Pleßner ist daher in Gnesen nicht als Kandidat aufgetreten, sondern nur als Gast. Herr Pleßner har der Aufforderung genügt und wiederum seine Meisterschaft in der Homiletik glänzend an den Tag gelegt. AuS GoSlyn wird der Pos. Ztg. (Rr. 141) gemeldet, daß in dem Städtchen Sanbberg am 14. u. Io. d. M. das jüdische Pfingstschießen mit großem Pomp und in schöner Ordnung abgehalten worden, und daß zu diesem Feste eine große Menge Neugieriger aus der ganzen Umgegend in Sandberg sich eingefunden hatte. — Ein „jüdisches Psingfisch ießen" ist aber Etwas, wovon wir bis jeyt we nigstens noch Nichts gehört hatten. OesterreichLscher KaLserstaat. Sieben (bei Prag), 21. Juni. (Privatmitth.) Gestern haben wir unfern greisen Kreisrabbiner Winter zu Grabe getragen. Er hat 20 Jahre dieses Amt bekleidet. Die letzten Jahre hat er manche harte Prüfung zu bestehen gehabt. Die Mißliebigkeit des KreiSrabbinatS-Jnstiturs geht nur zu oft auf die Person über. Doch ist nicht immer gegründete Ursache dazu vorhanden. Der Verblichene halte sich alle Leichenreden verbeten; daS dürfte auch die Ursache gewesen sein, daß die Leichenfeier eine stille, darum aber nicht weniger feierliche war. Die gesammte Gemeinde, zu welcher sich manche Notabität aus dem benachbarten Prag gesellte, versammelten sich in der Synagoge zum Minchagebet; von da zog sie in geordnetem Zuge zum TrauerhauS, die Leiche in Empfang zu nehmen. Den Zug zum Begrabnißplatze eröfftiete die Schuljugend mit den Lehrern an der Spitze, bezügliche Psalmen betend. Sanft ruhe seine Asche! — Zu seinem Nachfolger im Kreisrabbinat (Kaurzimer Kreis) ist bereits der Rabbiner zu Brandeis, Herr Haller, ernannt. Herr Haller ist nicht nur tüchtig als Kanzelredner, sondern auch als Schulmann. Jetzt ist eS an der Gemeinde zu Lieben, zu beweisen, daß der Grund der bisherigen Mißstände nicht in ihr zu suchen sei. Prag, Juni. (Privatmitth.) Die auch in diesem Blatte bereits mehrmals erwähnte Gewölberfrage ist endlich zu Gunsten der betheiligten jüdischen Kaufleute entschieden, und bereits prangen die betreffenden Firma's in den verschiedensten Gegenden der Hauptstadt. Somit ist das Ghetto-Gesetz äe jure und cle facto zu Grabe getragen. Möge es nie wieder auserstehen. Das Gemeindegesetz wird mit nächstem erwartet; die Entscheidung der Gewölberfrage ist eine erfreuliche Vorbedeutung von dem Geiste, welcher daS betreffende Gesetz durchwehen wird. —. Unter den 9546 Zuhörern, welche die österreichischen Universitäten und Rechtsakademieen besuchen, sind gegenwärtig 463 Juden (während nur 202 Protestanten). Prag, im Juni. (Eingesandt. Oeffentlicher Dank.) Herr vr. S. I. Kämpf, Rabbiner und Prediger der hiesigen israelitischen Tempelgemeinde, hat die bei der Feier der Genesung Sr. k. k. apoft. Majestät am 19. März d. I. gehaltene Festrede auf vielseitiges Verlangen zum Besten des zu gründenden israelit. ArmeninstitutS zum Drucke überlaffen, welchen der Vorstand des neuen Israel. BelhauseS auf seine Kosten veranstaltete. Durch die mit Vertheilung dieser Rede verbundene Sammlung in der israelitischen Kultusgemeinde wurde das namhafte Erlrägniß von 950 fl. 30 kr. C.-M. erzielt, welches durch die großmüthige Spende Sr. Majestät des Kaisers Ferdinand auf 1000 fl. 30 kr. erhöht wurde. Indem die Israel. Kultusgemeinderepräsentanz für die Spende deö erhabenen Wohlthäters den innigsten Dank ausspricht und dem Herrn vr. Kämpf sowohl als dem Tempelvorstande und jedem mildthätigen Spender für die dem genannten israel. Gemeindeinftitute zugewendete Unterstützung auf'S Wärmste